Was will ich schreiben?
Die Geschichte der Ereignisse von wenig mehr als einem Jahre der vierundzwanzig, aus welchen mein Leben bis jetzt zusammengesetzt ist.
Warum habe ich diese Aufgabe unternommen?
Weil ich glaube, daß meine Erzählung Gutes stiften kann; weil ich hoffe, daß sie früher oder später mit Nutzen zu Rathe gezogen werden wird.
Es hat Menschen gegeben, welche, ehe sie den Geist aufgaben, ihren Körper den Aerzten vermachten und der Wissenschaft gleichsam zum Opfer brachten.
Auf dieselbe Weise bringe ich mit diesen Blättern, die ich geschrieben, während alle Freude und alle Hoffnung in mir mit dem Tode ringt, mein Herz, welches von dem Seziermesser schon zerfleischt worden, der menschlichen Natur zum Opfer.
Ich wünsche meine Geständnisse zu schreiben. Vielleicht ist dies meine Entschuldigung, die ich vorzubringen wünsche.
Ich schicke mich an, die Geschichte eines Fehltrittes zu erzählen, der in seinem Beginne wenig tadelnswerth erschien, in seinem Fortgange strafbar und in seinem Ergebnisse verhängnißschwer und unheilvoll ward.
Ich würde mich sehr glücklich fühlen, wenn die offene und aufrichtige Darlegung, die ich machen will, die Gründe hervorhebt, welche mir zur Entschuldigung gereichen.
Wenn diese Blätter nach meinem Tode gefunden werden, so wird man sie nach ruhigem, wohlwollendem Durchlesen vielleicht so beurtheilen wie es Reliquien zukommt, welchen die eisige Kälte des Grabes etwas Feierliches und Ehrfurcht erweckendes verleiht.