An einem Septembermorgen verließ ein junger Bauer die Stadt Hal in Brabant und schlug den Weg ein, der nach Alsemberg führ.
Er trug einen dreieckigen Hut, ein langes Wams aus grobem Tuche, kurze Beinkleider, die mit silbernen Schnallen an den Knieen befestigt waren; ähnliche Schnallen glänzten gleichfalls auf seinen schweren Schuhen. Ueber seiner Schulter lag ein Wanderstab, und daran hing ein leerer Korb.
Schön konnte der junge Mann nicht genannt werden, seine Züge waren einigermaßen grob, sein Gliederbau schwerfällig, wohl in Folge harter Arbeit, aber die frischen rothen Wangen zeugten von gesundem Blut, der sanfte Blick der blauen Augen von Herzesgüte .
Anfangs zog er raschen Schrittes seiner Straße, sobald aber der Weg einsamer wurde und er dem Gesichtskreise der Leute entrückt war, ging er allmählich langsam, und ließ den Kopf und tiefer sinken, wie unter dem Druck schwerer Gedanken.
Mitunter blieb er stehn, murmelte bitter in sich hinein und erhob selbst drohend die Faust, dann aber setzte er mit einem schmerzlichen Seufzer seine Wanderung wieder fort, bis er endlich bei einer Biegung des Weges plötzlich eine Frau vor sich bemerkte, die einen großen flachen Korb auf dem Kopfe trug. Er kannte sie, es war die Schenkwirthin aus Dworg, eine verständige Frau, die aber in dem Rufe stand, sehr geschwätzig zu sein und sich vielfach um Sachen zu kümmern, die sie im Grunde nichts angingen.
Der junge Bauer zögerte, um wo möglich ihrer Gesellschaft zu entgehen, doch sie hatte seine Schritte schon gehört und sich umgewendet. Gern oder ungern, ihm blieb nichts übrig, als sich ihr anzuschließen.
»Wie froh bin ich Euch zu treffen, Urban,« sagte sie, »es ist so langweilig, allein über Land zu laufen! Habt Ihr gute Geschäfte gemacht auf dem Markte zu Hal?«
»So ziemlich war die Antwort.
»Habt Ihr auch schon die große Neuigkeit gehört? Schrecklich, nicht wahr?«
Der junge Mann zuckte zweifelnd die Achseln.