Tobende Herzen
Amy Blankenship






Tobende Herzen

Die SchÃ¼tzende Herzkristall-Serie Buch Drei



Geschrieben von Amy Blankenship

Ãbersetzt von Martina Hillbrand



Copyright Â© 2009 Amy Blankenship

Englische Ausgabe VerÃ¶ffentlicht von TekTime

Alle Rechte vorbehalten.











Die Legende vom Herzen der Zeit


Die Welten kÃ¶nnen sich verÃ¤ndern... aber echte Legenden verblassen nie.

Dunkelheit und Licht haben seit Anbeginn der Zeit immer gegeneinander gekÃ¤mpft. Welten werden erschaffen und zerstÃ¶rt unter den FÃ¼Ãen ihrer SchÃ¶pfer, doch der fortwÃ¤hrende Bedarf an Gut und BÃ¶se wurde nie in Frage gestellt. Doch manchmal wird ein neues Element in die Mischung geworfen... die eine Sache, die beide Seiten haben wollen, aber nur eine haben kann.

Paradox in seiner Natur ist der BeschÃ¼tzende Herzkristall die eine Konstante, nach deren Besitz beide Seiten immer strebten. Der Kristall hat die Macht, das bekannte Universum zu erschaffen und zu zerstÃ¶ren, doch kann er im gleichen Atemzug auch jedes Leid und alle Zwietracht beenden. Manche meinen, der Kristall hÃ¤tte einen eigenen Willen... andere sagen, dass die GÃ¶tter hinter allem stecken.

Jedes Mal wenn der Kristall aufgetaucht ist, waren seine BeschÃ¼tzer immer bereit, ihn vor allen zu schÃ¼tzen, die ihn egoistisch verwenden wÃ¼rden. Die IdentitÃ¤t dieser BeschÃ¼tzer verÃ¤ndert sich nicht, und sie lieben mit derselben Grausamkeit unabhÃ¤ngig von der Welt oder der Zeit.

Ein MÃ¤dchen steht im Zentrum dieser uralten BeschÃ¼tzer und ist das Objekt ihrer Liebe. In sich besitzt sie die Macht des Kristalls selbst. Dies ist die TrÃ¤gerin des Kristalls und die Quelle seiner Macht. Die Linien verschwimmen oft und den Kristall zu beschÃ¼tzen wird langsam zu der Aufgabe, die Priesterin vor den anderen BeschÃ¼tzern zu schÃ¼tzen.

Dies ist der Wein, von dem das Herz der Dunkelheit trinkt. Es ist die MÃ¶glichkeit, die BeschÃ¼tzer des Kristalls schwach und angreifbar zu machen. Die Dunkelheit sehnt sich nach der Macht des Kristalls und auch nach dem MÃ¤dchen, wie ein Mann sich nach einer Frau sehnt.

In jeder einzelnen dieser Dimensionen und RealitÃ¤ten wirst du einen geheimen Garten finden, bekannt als das Herz der Zeit. Dort kniet eine Statue einer jungen, menschlichen Priesterin. Sie ist umgeben von einer uralten Magie, die ihren geheimen Schatz verborgen hÃ¤lt und ihn sicher aufbewahrt. Die HÃ¤nde der Jungfer sind ausgestreckt als warteten sie darauf, dass etwas Wertvolles hinein gelegt wÃ¼rde.

Die Legende besagt, dass sie darauf wartet, dass der mÃ¤chtige Stein, bekannt als der BeschÃ¼tzende Herzkristall, zu ihr zurÃ¼ckkommt.

Nur die BeschÃ¼tzer kennen die wahren Geheimnisse hinter der Statue und wie sie entstand. Bevor die fÃ¼nf BrÃ¼der ihre ersten AtemzÃ¼gen taten, hatten ihre Vorfahren, Tadamichi und sein Zwillingsbruder, Hyakuhei, das Herz der Zeit wÃ¤hrend seiner dunkelsten Geschichte bewacht. Jahrhunderte lang bewachten die Zwillinge das Siegel, das die Menschenwelt davon abhielt, sich dem Reich der DÃ¤monen zu Ã¶ffnen. Diese Aufgabe war heilig und die Leben der Menschen sowie der DÃ¤monen mussten vor der anderen geheim gehalten werden, um sicher zu sein.

Unerwarteter Weise drang wÃ¤hrend ihrer Herrschaft eine kleine Gruppe von Menschen wegen dem Kristall unabsichtlich in die Welt der DÃ¤monen ein. In einer Zeit der Unruhen hatte seine Macht zu einem Riss in dem Siegel gefÃ¼hrt, das die beiden Dimensionen voneinander trennte. Der AnfÃ¼hrer der Gruppe der Menschen und Tadamichi waren schnell VerbÃ¼ndete geworden und schlossen einen Pakt, dass der Riss in dem Siegel repariert werden sollte, damit die beiden Welten fÃ¼r alle Zeit voreinander verschlossen sein wÃ¼rden.

Aber in dieser Zeit hatten Hyakuhei und Tadamichi sich beide in die Tochter des AnfÃ¼hrers der Menschen verliebt.

Gegen den Willen von Hyakuhei hatten Tadamichi und der Vater des MÃ¤dchens den Riss geschlossen. Die StÃ¤rke des Siegels war um das Zehnfache erhÃ¶ht worden, wodurch das gefÃ¤hrliche Liebes-Dreieck fÃ¼r immer voneinander getrennt war. Hyakuheis Herz war gebrochen... Selbst sein eigener Blutsbruder, Tadamichi, hatte ihn betrogen, indem er sichergestellt hatte, dass er und die Priesterin auf ewig getrennt waren.

Liebe kann sich in die absurdesten Dinge verÃ¤ndern, wenn sie verloren ist. Hyakuheis gebrochenes Herz verwandelte sich in bÃ¶swilligen Ãrger und Eifersucht, wodurch ein Kampf zwischen den ZwillingsbrÃ¼dern ausgelÃ¶st wurde, der Tadamichis Leben beendete und ihre unsterblichen Seelen zerschnitt. Diese Splitter der Unsterblichkeit erschufen fÃ¼nf neue BeschÃ¼tzer, die die Bewachung des Siegels Ã¼bernahmen und es vor Hyakuhei beschÃ¼tzen mussten, der sich den DÃ¤monen im Reich des BÃ¶sen angeschlossen hatte.

Eingesperrt in der Dunkelheit, zu der er geworden war, hatte Hyakuhei alle Gedanken an den Schutz des Herzens der Zeit weggeworfen... stattdessen richtete er seine Energie darauf, das Siegel vÃ¶llig zu zerstÃ¶ren. Seine langen, nachtschwarzen Locken, die bis Ã¼ber seine Knie reichten und ein Gesicht, das nichts als VerfÃ¼hrung war, verbargen die wirkliche BÃ¶sartigkeit seiner engelsgleichen Erscheinung.

Als der Krieg zwischen den beiden MÃ¤chten von Licht und Dunkelheit beginnt, strahlt die geweihte Statue ein blendend helles, blaues Licht aus, das anzeigt, dass die junge Priesterin wieder geboren wurde und der Kristall auf der anderen Seite aufgetaucht ist.

Als die BeschÃ¼tzer zu ihr hingezogen werden, und ihre WÃ¤chter werden, beginnt der Kampf zwischen Gut und BÃ¶se erst wirklich. Daher das Eintauchen in eine andere Welt, wo Dunkelheit dominiert in dieser Welt des Lichts.



Dieses ist eines ihrer vielen epischen Abenteuer...




Kapitel 1 "GefÃ¤hrliche KÃ¼sse"


âIch muss einfach nur fÃ¼r ein oder zwei Tage nach Hause gehenâ, seufzte Kyoko vor sich hin, wÃ¤hrend sie ihren RÃ¼cken an einen riesigen Baum lehnte. Sie zog ihre Beine an und legte ihr Kinn auf ihre Knie, als sie so zwischen den ausgestreckten Wurzeln des Baumes saÃ. Zu sagen, dass sie sich klÃ¤glich fÃ¼hlte, wÃ¤re eine Untertreibung gewesen.

Sie war mÃ¼de, schmutzig und verÃ¤rgert, weil sie in den letzten Tagen keinen einzigen Talisman gefunden hatten. Durch diese Tatsache war Toya eingeschnappt. Ihre kleine, zusammengewÃ¼rfelte Gruppe hatte entschieden, sich fÃ¼r ein paar Tage zu trennen. Kyoko hob eine Augenbraue, wissend, dass das die letzte Chance war, um zu verhindern, dass sie einander an die Kehlen sprangen. Sie blies ihr Haar aus ihrem Gesicht und stimmte im Stillen zu.

Suki war in eine nahe gelegene, kleine Stadt gegangen, um sich dort mit einem Bekannten zu treffen, der ihr mehr DrachentÃ¶ter-Waffen besorgen wollte. Shinbe war hinter ihr her spaziert, seine Hand leicht erhoben, als wollte er ihren Hintern begrapschen. Die Klatsche, die darauf gefolgt war, war der HÃ¶hepunkt von Kyokos Tag gewesen. Sie grinste, wissend, dass Shinbe einfach nicht gewollt hatte, dass Suki alleine im Land herum spazierte. Er wollte sie nur schÃ¼tzen, aber anstatt das zu sagen, benahm er sich wie der Lustmolch, den sie alle kannten und liebten.

Als sie sich umsah, erkannte sie, dass Kamui wieder mit Kaen unterwegs sein musste. Das hatte er in letzter Zeit oft getan. Kyoko lÃ¤chelte innerlich und wÃ¼nschte sich, dass sie diese Freiheit auch hÃ¤tte. Kaen war ein Feuerkobold und konnte seine menschliche Gestalt wann immer er wollte in einen Drachen verwandeln. Kamui konnte dann auf seinen RÃ¼cken klettern und sie konnten herumfliegen und waren oft mehrere Tage lang weg.

Als sie hinÃ¼ber zu Toya sah, der an den Baum neben ihr gelehnt saÃ, bemerkte Kyoko, dass sein Kopf sich schnell senkte, als er merkte, dass sie in seine Richtung sah. 'Er beobachtet mich schon wieder', dachte Kyoko und fÃ¼hlte, wie Hitze in ihre Wangen stieg. Er hatte sich in den letzten paar Wochen merkwÃ¼rdig benommenâ¦ aber andererseits... wann benahm sich Toya nicht merkwÃ¼rdig? Sie grinste Ã¼ber ihren eigenen Scherz.

Sie sah wieder weg und ihre Hand hob sich zu dem kleinen Beutel, der an dem langen Lederriemen, den sie um ihren Hals trug, befestigt war. Sie konnte die kleinen Kristallsplitter, die in dem dÃ¼nnen Leder verborgen waren, fÃ¼hlen. Ihre Gedanken wanderten sofort zu Hyakuhei, ihrem Feind. Sie konnte nicht verstehen, wie jemand, der so Ã¼bermÃ¤Ãig schÃ¶n war, so unvorhersehbar und grausam sein konnte. Kyoko zog eine Augenbraue hoch, als sie sich selbst darauf aufmerksam machte, dass man Leute nicht nach ihrem ÃuÃeren beurteilen sollteâ¦ und schon gar nicht in einem Land, das von DÃ¤monen Ã¼berschwemmt wurde.

Je mehr BruchstÃ¼cke des Talismans Hyakuhei sammelte, umso mÃ¤chtiger wurde er, obwohl er schon von Anfang an extrem mÃ¤chtig gewesen war. Durch die FÃ¤higkeit, die schwÃ¤cheren DÃ¤monen in sich aufzunehmen, und von ihrer Macht zu trinken, wurde er mit jeder Schlacht gefÃ¤hrlicher. Wenn er je alle Teile des Talismans gewinnen wÃ¼rde, dann kÃ¶nnte er die Barriere zwischen der Welt der DÃ¤monen und der der Menschen durchbrechen. Wenn das passierte, wÃ¼rde er die DÃ¤monen in ihre Welt lassen, und die Menschen hÃ¤tten keine Chance.

Toya lehnte mittlerweile schon seit fast einer Stunde an dem Baum und tat so, als wÃ¼rde er schlafen, wartete ab, was Kyoko machen wÃ¼rde. SchlieÃlich hatte er im Moment nichts zu tun, nachdem er Ã¼berstimmt worden war, in der Frage, ob die Jagd nach den Talismanen fortgefÃ¼hrt werden sollte. Sein Atem blieb in seiner Lunge stecken, als er zusah, wie ihr Gesicht sich zur Sonne hoch hob und er fÃ¼hlte, wie sich sein Magen verkrampfte.

Es schien, dass alles, was sie in letzter Zeit tat, seine Gedanken daranâ¦ sie zu behalten, verstÃ¤rkten. Toya fragte sich insgeheim, ob, wenn all dies vorbei war, sie einfach zurÃ¼ck in ihre Welt gehen wÃ¼rde, und ihn vÃ¶llig vergessen. Manchmal ertappte er sich dabei, wie er sich wÃ¼nschte, dass dieser Krieg nie enden wÃ¼rde, und das war ein weiterer Grund dafÃ¼r, dass er letztendlich zugestimmt hatte, und die Pause erlaubte. Seine goldenen Augen wurden weich und darin versteckt lag eine Sehnsucht, als sie aufstand und ihr langes, seidiges, nussbraunes Haar in der Brise zu flattern begann.

Kyoko war noch nie gut darin gewesen, lange still zu sitzen, und ihre Nerven begannen sie schon fertig zu machen, vor Langeweile. Sie brauchte etwas, was ihre Gedanken von diesem Chaos ablenken wÃ¼rde, das sie in dieser Welt erzeugt hatte, und so stand sie auf und ging zu einem kleinen Weg in der NÃ¤he.

âToya, ich werde ein wenig spazieren gehen, ja?â, rief Kyoko Ã¼ber ihre Schulter, als sie los marschierteâ¦ wohin, das wusste sie nicht. Sie biss sich auf ihre Unterlippe, als sie nicht hÃ¶rte, dass er ihr folgte. Gutâ¦ sie wollte sowieso nicht, dass er mit ihr spazierte. Sie hob eine Augenbraue Ã¼ber die stille LÃ¼ge. Sie waren tagelang immer gegangen, also wieso, um alles in der Welt, tat sie es, wenn sie es nicht musste? Kein Wunder, dass er nicht angeboten hatte, mit ihr zu kommen.

Sie wurde langsamer und schmollte. Toya hatte sich in letzter Zeit so komisch benommen. Sie bekam schon langsam ein Schleudertrauma von seinen plÃ¶tzlichen GemÃ¼tsÃ¤nderungen und war es satt, sich so viele Gedanken darÃ¼ber zu machen. Kyoko entschied, dass sie einfach weiter gehen wÃ¼rde, bis sie so mÃ¼de war, dass sie die nÃ¤chsten paar Tage einfach schlafen wÃ¼rde.

Toya stand auf, wollte nichts mehr, als ihr zu folgen. Er drÃ¼ckte sich krÃ¤ftig von dem Baum ab und machte einen Schritt, um genau das zu tun, dann hielt er mitten im Schritt inne. Er schnaubte und lehnte sich wieder an den Baum. âOh nein, ich bleibe genau hierâ¦ wo ich sicher bin.â Er atmete durch zusammengebissene ZÃ¤hne und zwang sich selbst, ihr nicht wie ein Stalker nachzulaufen.

Sich von ihr fern zu halten, war sowieso das einzige, was er tun konnte. Er fÃ¼hlte keine DÃ¤monen in der NÃ¤he und dachte, dass sie fÃ¼r eine Weile schon sicher sein wÃ¼rde. Der silberne BeschÃ¼tzer holte tief Luft und sank wieder an dem Baum hinunter und lehnte sich zurÃ¼ck. Kyokos Duft hing noch immer Ã¼ber der Lichtung und er machte ihn verrÃ¼ckt.

Es passierte jedes Mal, wenn er zu lange mir ihr alleine war. Er benahm sich merkwÃ¼rdig und sie wurde wÃ¼tend, dann sagte er etwas Dummes, und machte es nur noch schlimmer. Wenn er sicher wÃ¤re, dass sie ihn nicht zurÃ¼ckweisen wÃ¼rde, dann wÃ¼rde er ihr den Hof machen, so wie er es tun wollte, seit dem Moment, wo er sie zum ersten Mal gesehen hatte. Toya starrte hinunter auf seine HÃ¤nde und fragte sich, wieso jedes Mal, wenn er es versuchte, etwas passierte, und es kaputt machte.

Kyoko spazierte eine lange Weile und dachte dunkle Gedanken Ã¼ber die mÃ¤nnliche Population in dieser Welt und in ihrer eigenen. Die plÃ¤tschernden GerÃ¤usche eines Wasserfalls brachten ihre Aufmerksamkeit wieder zurÃ¼ck zu ihrer Umgebung. Als sie sich umsah, sah sie einen Teich mit kristallklarem Wasser und einen kleinen Wasserfall, der ihn fÃ¼llte.

âEs ist erstaunlich, wie in einem Land der Monster, manche Dinge so wunderschÃ¶n sein kÃ¶nnenâ, flÃ¼sterte sie beeindruckt. Ihre smaragdgrÃ¼nen Augen leuchteten auf, als sie es alles ausfÃ¼hrlich betrachtete. Nachdem sie in dem Wasser nichts fÃ¼hlte, was sie verletzten kÃ¶nnte, oder kÃ¤mpfen wollen wÃ¼rde, begann Kyoko, sich auszuziehen, denn sie wusste, sie war weit weg von jeder Art menschlicher Ansiedlung.

Sie konnte ihr GlÃ¼ck kaum fassen, dass sie ganz alleine auf dieses Bad stieÃ, und sie wÃ¼rde die Chance nicht verstreichen lassen. Sie streckte ihre Zehen ins Wasser, um die Temperatur zu fÃ¼hlen, und wÃ¤re vor GlÃ¼ck beinahe dahin geschmolzen, als sie herausfand, dass es schÃ¶n warm war.

Kyoko watete in das Wasser und spritzte sich selbst an, genoss das saubere GefÃ¼hl, dass sie davon bekam. Sie war in ihrer Welt so verwÃ¶hnt gewesen, hatte es immer als selbstverstÃ¤ndlich hingenommen, dass sie eine heiÃe Dusche haben konnte, wann immer sie wollte. Diese Welt war eine ganz andere Sache. Sie ging zu dem Wasserfall und lieÃ ihn Ã¼ber ihr Haar spÃ¼len und fÃ¼hlte sich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder richtig entspannt.

Sie war froh, dass sie fÃ¼r eine Weile etwas Anderes als Toya hatte, worÃ¼ber sie nachdenken konnte. Sie hatte es satt, immer nervÃ¶s zu sein wegen seiner GemÃ¼tswandlungen. In letzter Zeit war die Art, wie er sie manchmal ansah, schon genug, um sie errÃ¶ten zu lassen. Das machte sie wÃ¼tend. Er sollte sich doch darum kÃ¼mmern, dass sie die Talismane fanden, und DÃ¤monen tÃ¶teten.

Wenn Toya den DÃ¤monen gegenÃ¼berstand, konnte er manchmal beÃ¤ngstigender sein, als das BÃ¶se, das er bekÃ¤mpfte. Die Wahrheit war, dass die meisten Leute dachten, dass Toya jeden hassteâ¦ das war einfach seine PersÃ¶nlichkeit. Sie musste sich selbst stÃ¤ndig daran erinnern, dass er bei Weitem kein Mensch war, und nicht nach ihren Regeln lebteâ¦ keiner der BeschÃ¼tzer tat das.

Aber manchmal erhaschte sie einen kurzen Blick auf den Mann hinter dem BeschÃ¼tzer. Es war in diesen seltenen Momenten, dass er anders erschienâ¦ weicher. Er tat manchmal unabsichtlich etwas, was bezeugte, dass er sich mehr um sie sorgte, als er zugab. Er war der einzige der fÃ¼nf BeschÃ¼tzer, der durch das Herz der Zeit in ihre Welt gehen konnte, und sie fragte sich, wieso. Hatte das eine Bedeutung? Hatten sie im Geheimen eine Verbindung, die weiter ging, als die zwischen ihr und den anderen BeschÃ¼tzern?

Kyoko schnaubte, enttÃ¤uscht Ã¼ber sich selbst, weil sie immer noch an Toya dachte, nachdem sie beschlossen hatte, es nicht zu tun. Sie rieb ihre Haut und ihr Haar, bis sie glÃ¤nzten und legte sich dann auf die OberflÃ¤che des Wassers. Sie war noch nicht bereit, einen so wundervollen Ort zu verlassen. Sie konnte nicht wissen, ob sie ihn je wiedersehen wÃ¼rde.

Sie leerte ihre Gedanken und hÃ¶rte dem PlÃ¤tschern des Wassers zu. Ihre Augen geschlossen, entspannte sich Kyoko und lieÃ das Wasser sie streicheln.



*****



Kyou war seinen BrÃ¼dern aus der Ferne gefolgtâ¦ hatte oft die Gegend um sie von DÃ¤monen gesÃ¤ubert, die jede Bewegung des MÃ¤dchens verfolgten. Er war zu dem Schluss gekommen, dass entweder seine BrÃ¼der faul wurden, oder der Feind stÃ¤rker. Die DÃ¤monen, die sie jagten, wurden immer mÃ¤chtiger.

Er konnte fÃ¼hlen, dass sich die Gruppe auftrennte und knurrte missbilligend. Er atmete tief ein und folgte dem Geruch, der ihn rief. Gleich darauf erreichte er sein Ziel. Kyou schaute hinunter auf das kristallklare Wasser, wÃ¤hrend er in der Luft schwebte, und wandte sein engelsgleiches Gesicht dem MÃ¤dchen zu, das im glitzernden Wasser lag.

Keine Emotion wurde in seinem Gesicht sichtbar, als sein Blick sanft Ã¼ber ihren KÃ¶rper glitt. Sein silbernes Haar wehte sanft in der leichten Brise, wÃ¤hrend schimmernde StrÃ¤hnen Ã¼ber seinen RÃ¼cken bis zu seinen Oberschenkeln hingen. Er konnte ihren sÃ¼Ãen Duft bis hinauf in die Baumwipfel riechen, wo er regungslos schwebte.

Kyou war sÃ¼chtig nach dem Geruch dieses MÃ¤dchens, das zu schÃ¼tzen sein Schicksal war. Seine goldenen Augen beobachteten sie, wie sie im Wasser lag, wie eine nackte WassergÃ¶ttin, als locke sie ihn zu ihr. Sie war diejenige, die den SchÃ¼tzenden Herzkristall zurÃ¼ck in seine Welt gebracht hatte, was nichts als Chaos und Gefahr verursacht hatte. Das Zersplittern des Kristalls hatte ihr Schicksal schnell entschieden. Sie gehÃ¶rte nun zu den BeschÃ¼tzern, obwohl er bezweifelte, dass sie diese Tatsache begriff.

Seine Lippen Ã¶ffneten sich leicht, als er die Frau beobachtete, die er anfangs versucht hatte zu tÃ¶ten, aber es nie Ã¼bers Herz gebracht hatte. In Wirklichkeit, hÃ¤tte er sie ernsthaft tot gewolltâ¦ dann wÃ¤re sie tot. Stattdessen beschÃ¼tzte er sie aus der Ferne, wÃ¤hrend seine BrÃ¼der in ihrer NÃ¤he blieben. Eine solche Unschuld sollte nicht alleine und schutzlos gelassen werden. Sein Blick verfinsterte sich Ã¼ber die UnfÃ¤higkeit seiner BrÃ¼der. Vielleicht sollte er derjenige sein, der sie aus der NÃ¤he bewachte.

Kyou lÃ¤chelte; etwas, was er fast nie tat. Ihm gefiel das Katz-und-Maus-Spiel, und die Priesterin musste ihre Lektion lernen, dass sie nicht alleine in einem so gefÃ¤hrlichen Land sein sollte.






Langsam schwebte er hinunter zu ihr und sah, dass ihre Augen geschlossen waren. Kyou lag ausgestreckt Ã¼ber ihr, ohne sie zu berÃ¼hren, schwebte einfach nur in der Luft und lieÃ sein Haar einen Vorhang um sie beide erzeugen. Der weiche FÃ¤cher ihrer dunklen Wimpern Ã¼ber ihren cremigen Wangen lieÃ ihn den Atem anhalten. Sein Blick senkte sich auf ihre vollen, wunderbaren Lippen. Er legte seine eigenen Lippen an ihr Ohr und atmete seinen heiÃen Atem hinein.

Kyokos Augen Ã¶ffneten sich schockiert und sie warf ihren Kopf herum, wodurch Kyous Lippen Ã¼ber ihre Wange streiftenâ¦ und genau an ihren Lippen hielten. Sie sah geradewegs in Kyous goldene Augen. Sie waren hypnotisierend. Es war, als wÃ¼rde sie von einem Engel gekÃ¼sst, aberâ¦ dies war Kyou. Toyas Bruder war kein Engel. Er war der gefÃ¼rchtetste und mÃ¤chtigste BeschÃ¼tzer dieser Welt. Er war auch einer ihrer Bewacher, obwohl sie ihn kaum je zu Gesicht bekam.

Sie verlor ihre FÃ¤higkeit an der OberflÃ¤che zu treiben und begann, ins Wasser zu sinken, aber es war ihr egal, solange es sie weg von diesen hypnotisierenden Augen brachte. Sie unterdrÃ¼ckte einen Schrei, als er plÃ¶tzlich die Arme nach ihr ausstreckte und sie um ihren RÃ¼cken schlang, sie aus dem Wasser hob, bis sie Ã¼ber die gesamte LÃ¤nge an ihn gedrÃ¼ckt war.

Kyou konnte ihre Angst vor ihm riechen und entschied, dass er diese Angst nicht wollte. Alle hatten Angst vor ihmâ¦ sogar seine BrÃ¼der. Seine goldenen Augen glÃ¼hten, als er sie fest an sich presste, bis sie aufhÃ¶rte, sich zu wehren. Der SchÃ¼tzende Herzkristall hatte vor langer Zeit entschieden, dass ihr Schicksal sie zu VerbÃ¼ndeten machte, und er wollte nicht haben, dass diejenige, die er beschÃ¼tzte, vor seinem Schutz Angst hatte. Kyou verwendete seine FÃ¤higkeiten, in ihre Gedanken einzudringen und fand heraus, dass die Priesterin noch nie gekÃ¼sst worden warâ¦ bis jetzt. Seine Augen wurden einen attraktiven Ton dunkler bei diesem Wissen.

Kyoko war so schockiert, dass sie nichts tun konnte, als in die flÃ¼ssig goldenen Teiche seiner Augen zu sehen, und wartenâ¦ Sie wusste nicht, worauf sie wartete, aberâ¦ Oh Gott, er war wunderschÃ¶n. Sie bildete sich ein, dass sie ein leises LÃ¤cheln an seinen Mundwinkel ziehen sah. Sie blinzelte und fragte sich, ob er gerade ihre Gedanken gelesen hatte. Jetzt wusste sie, wieso sie dem goldenen BeschÃ¼tzer noch nie so nahe gewesen warâ¦ er war eine Gefahr fÃ¼r die Sinne.

Als er einen Drang, den er nicht kontrollieren konnte, fÃ¼hlte, presste Kyou in einem krÃ¤ftigen Kuss seine Lippen auf ihre, als wÃ¼rde er einen unbekannten Handel besiegeln. Es dauerte nur einige Sekunden, aber sie fÃ¼hlten sich an wie eine Ewigkeit und als er den Kuss langsam beendete, fragte er sich, welchen Zauber sie ihm auferlegt hatte, dass er solch unbekannte GefÃ¼hle und SehnsÃ¼chte fÃ¼hlte. Kyou hielt sie festerâ¦ wollte sie nicht gehen lassen, noch nicht. Er betrachtete sie mit einem merkwÃ¼rdigen Blickâ¦ fast verwundert, seine goldenen Augen schienen durch die Reflexion des Wassers als wÃ¼rden sie zerbrechen.

Er hatte die Priesterin lehren wollen, was passieren konnte, wenn sie alleine und ohne Schutz erwischt wurde, aber irgendwie war es mehr geworden. Er hÃ¤tte es besser wissen, und sie nicht anfassen sollen. Seine Sinne Ã¶ffneten sich und er fÃ¼hlte, wie sich sein Bruder mit schnellem Schritt nÃ¤herte. Er knurrte still Ã¼ber den Eindringling. Kyou schwebte Ã¼ber das Wasser zum Ufer, richtete sie beide auf und stellte sie sanft auf ihre FÃ¼Ãe.

Als er sah, dass sie noch immer in einer Trance war, streckte er seine Hand aus und stricht mit seinem Daumen sanft Ã¼ber ihre weiche Wange, ihm gefiel die besitzergreifende Hitze, die sein BeschÃ¼tzerblut aufkochen lieÃ. Dem Drang noch einmal nachgebend, hob er ihr Gesicht wieder zu dem seinen hoch um ihr einen letzten glÃ¼henden Kuss zu geben, ehe er verschwand und nur eine einzelne, flatternde, goldene Feder zurÃ¼cklieÃ, die verschwand, als sie auf das Wasser zu ihren FÃ¼Ãen auftraf.

Nachdem Kyou verschwunden war, stand Kyoko noch einen Moment da, versuchte, sich zu erklÃ¤ren, was gerade passiert war. Dann holte sie gerÃ¤uschvoll Luft und sah an sich selbst hinunter. Sie war nackt und er hatte sie berÃ¼hrt, sie festgehalten. Sie konnte nicht verhindern, dass etwas in ihrer Magengrube begannâ¦ Hitze. Etwas, das sie bisherâ¦ nur in diesen seltenen Momenten mit Toya gefÃ¼hlt hatte.

Als ihr Verstand endlich wieder zurÃ¼ckkam, hob sie ihre Kleider auf und hielt sie vor sich hoch. âWie kann Kyou es wagen, das zu tun!â Sie fÃ¼hlte, wie ihr Temperament aufglÃ¼hte und sie sich Ã¼ber den hohen, mÃ¤chtigen Herrn Kyou Ã¤rgerte. âWer zum Teufel meint er, dass er ist?â Ihr Gesicht hob sich Richtung Himmel, als ihre Finger sich hoben, um ihre leicht kitzelnden Lippen zu berÃ¼hren.

Sie spannte sich an, als sie Toyas Stimme hÃ¶rte, die ihren Namen rief. âGroÃartig.â Kyoko schÃ¼ttelte ihr T-Shirt aus und zog es schnell Ã¼ber ihren Kopf. Als es an seinem Platz saÃ, und sie wieder sehen konnte, starrte sie geradewegs auf Toya, keine zwei Meter vor ihr. WÃ¤hrend sie ihr T-Shirt so weit wie mÃ¶glich hinunter zog, lief ihr Gesicht tiefrot an.

âToya, dreh dich um!â, forderte sie und jammerte dann innerlich: 'Mann, hat denn keiner der BeschÃ¼tzer ein wenig Anstand?'

Als Kyoko zu lange weg gewesen war, war Toya durch den Wald gerast und hatte seine eigene Sturheit verflucht, dafÃ¼r, dass er ihr nicht von Beginn an gefolgt war. Er war ihrem Geruch gefolgt, aber nichts hatte ihn auf das vorbereitet, was er fandâ¦ sie stand da wie eine GÃ¶ttin. Ihre Brust erhoben, wÃ¤hrend ihre Arme sich Ã¼ber ihren Kopf hoben um ihr T-Shirt Ã¼ber ihren nackten KÃ¶rper hinunter zu ziehen. Toya war erstarrt.

NatÃ¼rlich hatte er sie sagen gehÃ¶rt 'dreh dich um', aber das bedeutete nicht, dass er dazu fÃ¤hig war. All sein erhitztes Blut war gerade in Flutwellen zu seiner Mitte gestrÃ¶mt und er konnte sich nicht bewegen. Als sein Blick sehr langsam Ã¼ber ihren KÃ¶rper nach oben glitt, kam er endlich an ihrem Gesicht an. Oh verdammt, er hatte diesen Blick schon mal gesehen. Wissend, dass sie den ZÃ¤hmungszauber anwenden wollte, wirbelte Toya herum. Er konnte hÃ¶ren, wie sie hinter ihm etwas murmelte, etwas Ã¼berâ¦ BeschÃ¼tzer ohne Manieren.

WÃ¤hrend er das Bild in sein GedÃ¤chtnis einbrannte, erregte etwas seine Aufmerksamkeit. Er konnte Kyokos Geruch stark riechen, aber ein weiterer Geruch klammerte sich daran. Silberne Flecken erschienen in Toyas goldenen Augen, als er sich langsam herum drehte und sich versicherte, dass sie angezogen war, und er sich bewegen durfte. Er ging auf sie zu und hoffte, dass er falsch lag. Je nÃ¤her er zu Kyoko kam, desto stÃ¤rker wurde der Geruch.

Kyoko stand ganz still, wartete, dass er fertig wurde. Sie wusste, dass er seinen Bruder an ihr roch. Alle BeschÃ¼tzer hatten besonders gut entwickelte Sinne und nach all dieser Zeit hatte sie immer noch Probleme damit, sich an diese gespenstische, kleine Tatsache zu gewÃ¶hnen. Sie spannte sich an, als Toya ihr nÃ¤her kam, fÃ¼hlte sich ein wenig panisch, als er seine Wange an ihre legte und tief einatmete. Dann ergriff er ihr Kinn und drehte ihr Gesicht zu dem seinen, starrte auf ihren Mund.

Toya sah, wie sie zitterte und er konnte noch ein wenig von ihrer Angst fÃ¼hlen. âKyoko, war Kyou hier bei dir?â Als sie nickte, sah er wieder hinunter auf ihren Mund und zog seine Augenbrauen zusammen. âHast du ihn gebissen?â

Kyoko war so Ã¼berrascht von dem, was er sagte, dassâ¦ ihre Knie beinahe nachgaben. Dann, als sie sich in ihrem Kopf die Frage bildlich vorstellte, wie sie den gefÃ¼rchtetsten BeschÃ¼tzer des Landes biss, begann sie zu lachen.

âNein, Toya, ich habe ihn nicht gebissen! Ich habe ein Bad genommen und trieb am Wasser mit geschlossenen Augen. Als ich sie Ã¶ffnete, war er da, lag praktisch auf mir undâ¦â Ihre Stimme wurde ganz leise, nur mehr ein FlÃ¼stern als sie ihre Schultern hob. âEr kÃ¼sste mich.â Kyoko hÃ¶rte auf zu lachen, als sie sah, wie das Silber in Toyas Iris das Gold vertrieb.

Toya ergriff sie an beiden Schultern und schÃ¼ttelte sie, musste wissen, was genau passiert war. âKyoko, hat er sonst noch etwas getan? Sag es mir jetzt!â Er konnte fÃ¼hlen, wie sich Panik in ihm breit machte, bei dem Gedanken an Kyou, wie er Kyoko kÃ¼ssteâ¦ was, zum Teufel, hatte er sich dabei gedacht?

Sie war schockiert darÃ¼ber, wie bÃ¶se Toya plÃ¶tzlich war. Kyoko zuckte mit einem verwirrten Gesichtsausdruck ihre Schultern und nickte. âJa, er hat mich aus dem Wasser gehoben und mich ans Ufer gebracht, hierher gestellt und dannâ¦ verschwand er.â NervÃ¶s hob sie eine Hand und strich durch ihr nasses Haar, wÃ¤hrend sie seinem Blick auswich. Insgeheim fragte sie sich, wo Kyou jetzt war, und ob er sie noch beobachtete. Normalerweise wurde die Gegenwart von Kyou gefÃ¼hlt, nicht gesehen. âEr hat kein Wort gesagtâ, fÃ¼gte sie dann noch hinzu.

âKyoko, hat er dich irgendwo markiert?â, fragte Toya mit einer ruhigen Stimme, wÃ¤hrend er die Tatsache verbarg, dass seine Eingeweide empÃ¶rt aufschrien. Er strich ihr Haar zurÃ¼ck, um ihren Hals sehen zu kÃ¶nnen, noch bevor sie auch nur die MÃ¶glichkeit hatte, zu antworten. Er konnte sein Herz stark schlagen fÃ¼hlen und ein Pulsieren unter seiner Haut, als er nach versteckten Zeichen suchte, die Kyou zurÃ¼ckgelassen haben kÃ¶nnte.

Kyoko versuchte, seine Hand weg zu schlagen, aber er lieÃ es nicht zu, also rief sie: âNein, hat er nicht! Wieso?â Langsam begann sie auszuflippen. Was meinte Toya Ã¼berhaupt mit 'markiert'? Sie fÃ¼hlte, wie ihre Haut kribbelte, als sie sich in ihrem Kopf eine Vampir-Szene aus einem alten Schwarz-WeiÃ-Film vorstellte. Dann verwandelte sich die Szene in einen neueren Film, wo Vampire sexy waren undâ¦ und sie lÃ¶schte den Gedanken schnell wieder.

Toya lieÃ ihr Haar los, nachdem er keine Markierung gefunden hatte, aber betrachtete sie sehr intensiv. Sein Herz hÃ¤mmerte immer noch wie verrÃ¼ckt in seiner Brust. âDas gefÃ¤llt mir nicht.â Er sah zu, wie sie ihre Arme um sich selbst schlang, als wÃ¤re ihr kalt. Toya knurrte leise, tief in seiner Kehle, wie er da vor ihr stand und in ihre smaragdgrÃ¼nen Augen sah.

âVon jetzt an bleibst du in meiner NÃ¤he.â Er beobachtete ihre Lippen lange, ihm gefiel die Tatsache nicht, dass Kyou sie gekÃ¼sst hatte, und er nicht. Es Ã¤rgerte ihn, und die Tatsache, dass es ihn Ã¤rgerte, Ã¤rgerte ihn noch mehr. Er atmete ihren Geruch wieder ein, roch die stÃ¶rende Anwesenheit seines Bruders, und das machte ihn auch nicht glÃ¼cklicher.

âKyoko, geh dich waschenâ, sagte Toya etwas barsch, Ã¼berraschte Kyoko damit und lieÃ ihr Temperament wieder aufkochen.

âDas habe ich gerade getan!â Ihre grÃ¼nen Augen blitzten ihn an.

Toya lÃ¤chelte innerlich. Nichts gefiel ihm mehr, als sie wÃ¼tend zu machen, denn sie sah so sÃ¼Ã aus, wenn sie ihn so ansah. Aber er schnÃ¼ffelte noch einmal und informierte sie: âDu stinkst!â

âToya!â, rief Kyoko wÃ¤hrend sie ihre FÃ¤uste an ihren Seiten ballte.

Toya fÃ¼hlte, wie sein KÃ¶rper schwer wurde, und er stÃ¼rzte zu Boden. Oh Gott, er hasste es, wenn sie den ZÃ¤hmungszauber gegen ihn verwendete. âKyoko, hÃ¶r auf!â Er starrte sie bÃ¶se an. âVerdammt!â

âNunâ¦ du bist ungezogen! Ich stinke nicht!â Kyoko schenkte ihm einen bÃ¶sen Blick und wÃ¼nschte sich, dass er noch stÃ¼nde, damit sie es noch einmal tun konnte.

Als er fÃ¼hlte, wie die Wirkung des Zaubers abnahm, stand Toya langsam wieder auf und hoffte, dass sie den ZÃ¤hmungszauber nicht gleich wieder anwenden wÃ¼rde. âKyoko, hÃ¶r zu, bade noch einmal. Du kannst es nicht riechen, aber ich kann esâ, versuchte er zu erklÃ¤ren, aber sie schnitt ihm das Wort ab.

âToya!â, zischte Kyoko, und er fiel wieder zu Boden. Er konnte froh sein, dass sie ihn nicht auch noch trat.

Er lag eine Minute da und Kyoko starrte bÃ¶se auf ihn hinunter. Langsam wandte er ihr seinen Blick zu und flÃ¼sterte: âDu riechst nach ihm.â Dann stand er auf, seine silbernen Augen verborgen unter seinem dunklen Haar, deren silberne StrÃ¤hnen im Sonnenlicht glitzerten. Verstand sie nicht, dass die Tatsache, dass Kyous Geruch auf ihr lag und nicht seiner, ihn in den Wahnsinn trieb?

Toya drehte sich um und ging zurÃ¼ck in den Wald, weg von ihrâ¦ lieÃ sie verwirrt stehen. Er hatte so traurig ausgesehen, als er das gesagt hatte. Kyoko lieÃ ihren Kopf hÃ¤ngen, fÃ¼hlte sich wie der grÃ¶Ãte Idiot der Welt, beider Welten. Sie wusste, von allen seinen Geschwistern war Kyou derjenige mit dem er am wenigsten auskamâ¦ auch wenn sie beide auf der gleichen Seite kÃ¤mpften. Sie hatten immer Streit wenn sie einander nahe genug waren, um einander zu sehen.

âOh Toya, es tut mir leid.â Sie flÃ¼sterte in die leere Luft, die er zurÃ¼ck gelassen hatte. Sie wandte sich wieder zum Wasser um, zog sich noch einmal aus und ging wieder hinein um Kyous Geruch von sich zu schrubben.

Sie lÃ¤chelte, als sie dachteâ¦ ihm gefÃ¤llt Kyous Geruch nicht. War er vielleicht eifersÃ¼chtig? Sie seufzte, und Ã¼berlegte es sich wieder andersâ¦ Oder war es nur, weil er Kyou nicht leiden konnte? Als sie sich daran erinnerte, was vorhin passiert war, als sie alleine war, beeilte Kyoko sich, wusch sich schnell, wollte nicht noch weitere unwillkommene Besucher, wÃ¤hrend sie sich badete. Sie kam schnell wieder aus dem Wasser, zog sich an und ging zurÃ¼ck zum Lager.

Kyoko trat auf die Lichtung, wo sie wusste, dass Toya auf sie warten wÃ¼rde, und da war er. Sie wollte im Moment wirklich nicht alleine mit ihm sein, nach dem, wie die Dinge an dem Teich gelaufen waren. Sie sah sich schnell nach Kamui um, aber konnte ihn nicht erblicken.

âToya, wo ist Kamui?â, fragte Kyoko nervÃ¶s.

Toya hatte darauf gewartet, dass sie zurÃ¼ckkam, obwohl er nur wenige Minuten vor ihr angekommen war, denn er hatte sie im Auge behaltenâ¦ um sicher zu gehen, dass Kyou nicht wieder auftauchte, um zu Ende zu bringen, was er angefangen hatte.

Er zuckte die Schultern, als wÃ¤re es ihm egal, als er ihre Frage beantwortete: âEr ist Sennin besuchen gegangen. Er wird am Morgen zurÃ¼ckkommen, damit wir los kÃ¶nnen.â

TatsÃ¤chlich hatte er Kamui zu dem alten Mann geschickt, um ihn zu fragen, ob er noch mehr Informationen hatte, wo Talismane zu finden wÃ¤ren. Irgendwo in seinem Hinterkopf wusste Toya, dass es nur eine Ausrede war, um eine Weile mit Kyoko alleine sein zu kÃ¶nnenâ¦ aber das wÃ¼rde er ihr natÃ¼rlich nicht sagen.

Kyoko seufzte, als sie sich wieder hinsetzte, ihre Augen schloss und sich an einen Baum lehnte. Verdammt, sie war wieder in genau derselben Position, die sie vermeiden hatte wollen, als sie spazieren gegangen war. Als sie versuchte, sich abzulenken, war das Erste, was in ihrem Kopf auftauchte, Kyou, seine glÃ¼hend goldenen Augen, die einen Hauch von GefÃ¼hl zeigten. Es war das erste Mal, dass sie gesehen hatte, dass er jegliche Emotion gezeigt hatte, abgesehen von dem ausdruckslosen, gelangweilten Gesicht, dass er sonst zur Schau stellte, oder der Wut, die er in der Schlacht trug. Und er hatte sie gekÃ¼sst.

Wieso hatte er sie so gekÃ¼sst? Und wieso hatte sie nicht versucht, ihn aufzuhalten? Es war, als wÃ¤re sie unfÃ¤hig gewesen, zu denken, nur fÃ¤hig zu fÃ¼hlen. Obwohl sie immer noch viel Angst vor ihm hatte, hatte sie sich gleichzeitig doch sicher gefÃ¼hlt. SchlieÃlich war er einer ihrer BeschÃ¼tzer. Er wÃ¼rde sie nicht verletzenâ¦ oder? Es war ihr erster Kuss gewesen, und sie wÃ¼rde ihn bestimmt nie vergessen. Sie schielte hinÃ¼ber zu Toya und ertappte ihn wieder dabei, wie er sie anstarrte.

Toya hatte die Emotionen beobachtet, die Ã¼ber ihr Gesicht geflimmert waren, und hatte sich gefragt, worÃ¼ber sie nachgedacht hatte. Sie sah aus, als hÃ¤tte sie ein Geheimnis, und dann bemerkte er die leichte RÃ¶te auf ihren Wangen und wusste, dass er recht hatte. Sie dachte an Kyou! Er konnte das Knurren laut in seinem Kopf hÃ¶ren. Als sie den Kopf drehte und zu ihm herÃ¼ber sah, starrte er sie bÃ¶se an. Er wandte sich ab und sah von ihr weg, verschrÃ¤nkte seine Arme vor sich, sodass sie verwirrt seinen RÃ¼cken anstarrte.

Kyoko runzelte die Stirn und rief zu ihm hinÃ¼ber. âWas habe ich getan?â Er zuckte, aber drehte sich nicht um, um ihr zu antworten. WorÃ¼ber regte er sich jetzt auf? PlÃ¶tzlich lief ihr ein kalter Schauer Ã¼ber den RÃ¼cken und ihr Herz pochte laut in ihrer Brustâ¦ das BÃ¶se. Sie hob ihr Gesicht und schloss ihre Augen, fÃ¼hlte die Dunkelheit, die auf sie zukam. Es war bÃ¶se, ja, und es hatte ein BruchstÃ¼ck des zerbrochenen SchÃ¼tzenden Herzkristalls in sich.

Toya hÃ¶rte, wie Kyokos Herzschlag schneller ging und drehte sich schnell um, um sie anzusehen. âKyoko, was ist los?â Seine Stimme war voller Sorge, als er sofort vergaÃ, dass er sauer auf sie war.

âEin Talisman, sehr stark und durch das BÃ¶se verdorben. Er bewegt sich schnellâ¦ auf uns zu.â Sie zeigte nach links und sie beide sprangen auf und rannten in diese Richtung. Sie waren noch nicht weit gekommen, als sie etwas durch die BÃ¤ume stÃ¼rmen hÃ¶rten, geradewegs auf sie zu.

Toyas KÃ¶rper bewegte sich von selbst, seine Unterarme pulsierten an seiner Seite, als wollten sie seine Aufmerksamkeit auf die Macht richten, die dort verborgen lag. Mit einer schnellen Handbewegung glitt der Feuerdolch aus seinem Fleisch und er sprang vor Kyoko, schob sie mit der anderen Hand hinter sich. Er stemmte sich fest in den Boden als der Wald vor ihnen zum Leben erwachte. Die BÃ¤ume und BlÃ¤tter fielen um sie zu Boden, als ein riesiger DÃ¤mon auf sie zu donnerte.

Kyoko schluckte den Klumpen in ihrer Kehle hinunter, als sie zu dem DÃ¤mon hoch sah. Er war etwa zehnmal grÃ¶Ãer als sie beide und sah sehr unsympathisch aus. Sie konnte den schÃ¶nen Himmel darÃ¼ber sehen und fragte sich, ob sie sich je daran gewÃ¶hnen wÃ¼rde, dass hier DÃ¤monen lebten. Sie duckte sich, als sich seine schrecklichen, roten Augen auf sie und Toya richteten.

Toya schnÃ¼ffelte an der Luft und verzog das Gesicht. Das Ding roch, als wÃ¤re es vergraben worden und viel zu lange verrottet, ehe es aus seinem Grab herausgekrochen kam. Er wÃ¼rde sein Leben darauf verwetten, dass Hyakuhei dieses Ding kontrollierte, denn er hatte schon lange nicht mehr so viel Macht in einem DÃ¤mon gespÃ¼rt.

âNoch eine seiner verdammten Ausgeburtenâ, knurrte Toya, dann hÃ¶rte er das hÃ¤mische Lachen, das tief aus der Brust des DÃ¤mons kam.

Er sprach mit einer drÃ¶hnenden, tiefen, zitternden Stimme, die an den Nerven rieb. âTÃ¶te Toya!â Der DÃ¤mon grunzte und machte einen Schritt nach vorne, mit einer verrottenden Hand mit langen Klauen ausgestreckt.

Mit unmenschlicher Geschwindigkeit hob Toya Kyoko in seine Arme und sprang aus dem Weg. Als er auf einem nahe gelegenen Felsen landete, der aus der Erde ragte, wÃ¼nschte er sich sofort, dass Kyoko im Lager geblieben wÃ¤re, auÃerhalb der Reichweite der Gefahr. Seine Lippen waren gleich neben ihrem Ohr, als er hastig fragte: âDieses hÃ¤ssliche Ding ist viel zu groÃ um keinen Talisman zu haben. Siehst du ihn?â

Sie wirbelte ihren Kopf herum, um den DÃ¤mon zu betrachten, aber er bewegte sich so schnell, dass sie alles nur verschwommen sah. Er sprang und landete genau vor ihnen, warf Toya mit einem schrecklichen Krachen zu Boden. Kyoko schrie, als sich das Monster ihr zuwandte und sie von dem Felsen hob. Seine riesige, fleischige Hand drÃ¼ckte ihre Lungen zusammen und brach ihren Schrei sofort ab.

Sie hob ihre HÃ¤nde gegen die Fessel, versuchte, sich gegen den Griff zu wehren, aber sie hatte keine Chance. Ein glÃ¼hendes Licht erregte ihre Aufmerksamkeit. Sie war gefangen und konnte nicht mehr atmen wodurch ihr schwindlig wurde, also schrie sie mit dem letzten Bisschen Atem, das sie noch herausbrachte: âDer Talismanâ¦ Hals!â

Toya sah, wie der DÃ¤mon Kyoko ergriff und sie in der Luft hielt, sodass sie kaum noch Luft bekam. Er drÃ¼ckte sich vom Boden hoch und fÃ¼hlte, wie das Adrenalin durch seinen KÃ¶rper strÃ¶mte und in den Feuerdolch, der noch in seiner Hand pulsierte.

âLass sie los, du MiststÃ¼ck!â, brÃ¼llte er und versuchte, seine Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken. âDu wirst noch bereuen, dass du sie angefasst hastâ, knurrte Toya, wÃ¤hrend seine Augen zu geschmolzenem Silber wurden.

Er schwang seinen zweiten Arm nach auÃen und hielt nun in jeder Hand einen Dolch als er das hÃ¤ssliche Biest herausforderte. Der DÃ¤mon lieÃ ein schreckliches Lachen hÃ¶ren, als er Kyoko hoch hielt, als wollte er sie als Schutzschild verwenden. âVerdammt!â, fluchte Toya. Er konnte die Macht der Dolche nicht verwenden, ohne Kyoko dabei zu verletzen. Das Biest war nicht so dumm, wie es aussah. âDu dreckiger Hurensohnâ, knurrte Toya, der fÃ¼hlte, dass sein Blut sich auf ein gefÃ¤hrliches Niveau erhitzte.

Kyoko versuchte, zu ihrem Bogen zu kommen, aber der DÃ¤mon hatte ihn zwischen ihr und seiner HandflÃ¤che eingezwÃ¤ngt. Das Licht um sie wurde schwÃ¤cher, warnte sie davor, dass sie bewusstlos wurde. Sie suchte mit ihrem Blick nach Toyas Gestalt, fand ihn dort unten stehend den DÃ¤mon anschauen. Sie wusste, dass er wÃ¼tend war, denn sie hatte ihn fluchen gehÃ¶rt. Seine zornigen, silbernen Augen richteten sich auf sie und das Letzte, was sie sah, ehe sie bewusstlos wurde, war Toya, der in die Luft sprang, als wollte er geradewegs zu ihr.

Toya hatte genug gehabt. Wie konnte dieses grÃ¤ssliche Monster es wagen, Kyoko anzufassen? Er fÃ¼hlte, wie sein verfluchtes DÃ¤monenblut an die OberflÃ¤che trat und das BeschÃ¼tzerblut verdrÃ¤ngte, als sein Zorn wuchs. Er sprang in die Luft und mit einem Schwung seiner messerscharfen Klauen, durchschnitt er den Arm des DÃ¤mons. Als der Arm zu Boden fiel, stieÃ sich Toya von dem DÃ¤mon ab und fing Kyoko in der Luft auf, als sie aus dessen nun schlaffen Fingern fiel.

Sie schÃ¼tzend an sich haltend, sprang Toya aus dem Weg, als das Monster seine andere Hand nach ihm ausschlug. Er landete hart, gÃ¶nnte sich nur einen Moment um sicher zu gehen, dass Kyoko wieder atmete, obwohl sie bewusstlos war. Er legte sie auf den Boden und wirbelte herum. Die Zwillingsdolche erschienen wieder aus seiner Haut und glitten mÃ¼helos in seine HÃ¤nde.

âWie kannst du es wagen!â Toyas Stimme hob sich auf ein gefÃ¤hrliches Niveau. Rasend vor Zorn ging er auf den DÃ¤mon los und mit einem einzigen Schlag kÃ¶pfte er ihn. Er sah mit morbider Faszination zu, als der Kopf gut fÃ¼nf Meter von dem noch zuckenden KÃ¶rper entfernt landete.

Bevor der Staub wieder zu Boden gesunken war, wandte sich Toya wieder zurÃ¼ck zu Kyoko, um sich um sie zu kÃ¼mmern, und bemerkte, nicht, dass der DÃ¤mon noch nicht tot war. Er hatte vergessen, den Talisman aus seinem Hals zu holen und er sah die riesigen Klauen nicht, die ihn von hinten angriffen. Als er ein BrÃ¼llen hÃ¶rte, fÃ¼hlte Toya, wie die tÃ¶dlichen Klauen durch seinen RÃ¼cken schnitten und ihn in einen nahen Felsen schmetterten, wobei er seine Dolche verlor.

Kyoko kÃ¤mpfte gegen die Dunkelheit. Sie Ã¶ffnete ihre Augen und ihr Blick klÃ¤rte sich schnell, aber der Anblick, den sie dafÃ¼r erhielt, lieÃ sie erschrocken aufschreien. Toyas Blut spritzte durch die Luft hinter ihm, als er durch die Luft geschleudert wurde, und mit einem riesigen Felsen kollidierte. Als sie ihren Blick ruckartig auf den DÃ¤mon richtete, sah sie schockiert zu, wie er seinen Kopf aus dem Staub aufhob und ihn wieder dorthin setzte, wo er hingehÃ¶rte. Der DÃ¤mon wandte sich ihr zu und ein rumpelndes GerÃ¤usch erklang aus seiner Brust, wie ein verrÃ¼cktes Knurren, wÃ¤hrend er mehrere Reihen scharfer ZÃ¤hne zur Schau stellte.

Der Geruch von Kyokos Angst holte Toya aus seinem Delirium und er Ã¶ffnete seine Augen, sein Blick verschwommen vor Schmerzen. Den Schmerz ignorierend stand er auf, gerade rechtzeitig um zu sehen, wie der DÃ¤mon auf sie losging. Er konnte fÃ¼hlen, wie sein DÃ¤monenblut Ã¼bernahmâ¦ und diesmalâ¦ lieÃ er es zu. Toyas KÃ¶rper begann mit einer eigenen Kraft zu summen. Der einzige rationale Gedanke in seinem Kopf war, dass niemand sie anfassen durfteâ¦ und wenn er es tat, wÃ¼rde er sterben.

Kyoko griff nach ihrem Bogen aber sie wusste, es wÃ¼rde zu spÃ¤t sein, denn das Biest war schon fast bei ihr. So nah, dass sie seinen stinkenden Atem riechen konnte, der auf sie zu strÃ¶mte. Sie schrie, hob einen Arm, um ihr Gesicht abzuschirmen, dachte, dass das Ende gekommen warâ¦ aber nichts passierte. Sie hÃ¶rte ein Grunzen und der Boden erzitterte. Kyoko Ã¶ffnete ihre Augen, aber konnte nichts sehen, hinter all dem Staub und Dreck, der aufgewirbelt worden war, wo der DÃ¤mon zu Boden gestÃ¼rzt war.

Als die Luft sich wieder klÃ¤rte, sah sie Toyas RÃ¼cken, wie er vor dem DÃ¤mon stand. Sie atmete zischend ein, als sie drei lange, ausgefranste Schnitte in seinem RÃ¼cken sah. Sein nachtschwarzes Haar mit silbernen StrÃ¤hnen wehte noch in dem Luftzug, den der Sturz des gefallenen DÃ¤mons erzeugt hatte. Sie schielte zu dem DÃ¤monen, um zu sehen, dass sein Kopf wieder verletzt war, und seine Arme ein gutes StÃ¼ck von seinem KÃ¶rper entfernt lagen.

Sie runzelte die Stirn, als er wieder seine blutroten Augen Ã¶ffnete, versuchte, die Macht des Talismans zu verwenden, um sich selbst zu heilen. In dem Versuch, dies zu verhindern, griff Kyoko nach ihrem kleinen Bogen, ein Gedankenpfeil formte sich schnell aus ihrer Priesterinnenmacht. Sie legte ihn in die Sehne ein, spannte sie und flÃ¼sterte âTriffâ, als sie die Sehne loslieÃ und den Gedankenpfeil geradewegs auf den Talisman schoss und ihn aus dem KÃ¶rper des DÃ¤mons riss.

Der DÃ¤mon fiel langsam in sich selbst zusammen, wurde zu Staub und vom Wind verweht. Nur vergilbte Knochen blieben zurÃ¼ck. Nachdem sie immer noch das BÃ¶se in der NÃ¤he fÃ¼hlte, sah Kyoko hoch und erkannte einen von Hyakuheis dÃ¤monischen Verwandlern. Er schlÃ¤ngelte sich vom Himmel, wie eine gespenstische Schlange, hob den Talisman mit seinen spitzen ZÃ¤hnen auf, ehe er so schnell davon raste, dass Kyoko nicht einmal sagen konnte, in welche Richtung er gegangen war.

Sie wollte aufstÃ¶hnen, wissend, dass sie den DÃ¤mon gerade umsonst bekÃ¤mpft hatten, nachdem der Talisman gestohlen worden war. Kyoko drÃ¼ckte sich langsam vom Boden hoch um aufzustehen, aber hielt plÃ¶tzlich inne, als sie erkannte, dass Toya sich noch nicht umgedreht hatte, seine Klauen besetzte Hand noch immer wÃ¼tend an seiner Seite geballt.

Sie spannte sich an, als sie erkannte, was los warâ¦ er war in seiner verfluchten Gestalt. Ein Fluch, den Hyakuhei ihm auferlegt hatte, lange bevor sie in diese Welt gekommen war. In diesem Zustand war er unvorhersehbar, auÃer Kontrolleâ¦ und sehr gefÃ¤hrlich.

Mit zitternder Stimme flÃ¼sterte Kyoko: âToya?â

Sie richtete sich ganz auf, als er sich herumdrehte, seine blutroten Augen sie anstarrten. Seine Brust hob und senkte sich noch immer schnell, durch sein schweres Atmen, das durch die Macht kam, die er gebraucht hatte, um den DÃ¤mon zu tÃ¶ten. 'Die Dolche', dachte Kyoko und versuchte, ruhig zu bleiben. 'Sie musste ihm die Dolche zurÃ¼ckgeben.' Sie sah zu dem Felsen, gegen den er geschmettert worden war und sah einen der Dolche dort liegen. Langsam begann sie, sich in die Richtung der Klinge zu schleichen, ohne Toya aus den Augen zu lassen.

Toya machte einen Schritt vorwÃ¤rts und knurrte. Er fÃ¼hlte einen verblendenden Zorn fÃ¼r den DÃ¤mon, den er gerade getÃ¶tet hatte, und wartete, um zu sehen, ob es mehr geben wÃ¼rde, die er umbringen konnte, oder ob der DÃ¤mon wieder aufstehen wÃ¼rde. Dann hÃ¶rte er jemanden hinter sich seinen Namen flÃ¼stern. Er drehte sich zu dem GerÃ¤usch und sah das MÃ¤dchen dort, wie es langsam aufstand. Er roch die Angst, die sie ausstrahlte, als sie sich langsam von ihm weg stahl.

Er lieÃ ein leises Knurren hÃ¶ren, um sie zu warnen, sich nicht zu bewegen, und machte einen Schritt auf sie zu. Sie stand einen Moment lang still und starrte ihn an, als kÃ¶nnte sie sich nicht entscheiden, ob er ein Freund oder Feind war. Er konnte fÃ¼hlen, wie ihre Angst zunahm, und das machte ihn wÃ¼tend. Er knurrte wieder, und sie rannte los.

Kyokos Herz hÃ¤mmerte. Er hatte sie angeknurrt. Wollte er sie umbringen? Die Dolche, sie musste zumindest einen davon erreichen. Sie waren ein Teil von ihm und halfen ihm, das DÃ¤monenblut, mit dem Hyakuhei ihn verflucht hatte, wegzusperren. Kyoko rannte so schnell, wie nie zuvor in ihrem Leben.

Sie musste ihm den Dolch bringen. Ihr Haar flog hinter ihr und sie wusste, er war ihr auf den Fersen. Das Haar in ihrem Nacken stand zu Berge, als hÃ¤tte er sie schon gefangen. Noch zwei Meterâ¦ beinahe da. Ein Schatten schob sich vor sie, zwischen sie, und das, was sie so verzweifelt versuchte, zu erreichen.

Nein. Sie wÃ¼rde nicht vor ihm weglaufen. Sie gehÃ¶rte ihm. Er blieb vor ihr stehen, um ihre Flucht aufzuhalten, und sie rannte mit einem erschrockenen Ausruf direkt in ihn hinein. Als sie ihn berÃ¼hrte, konnte er fÃ¼hlen, wie sein Blut sich beruhigte und er knurrte weicher, damit sie wusste, dass sie dieses Mal bleiben sollte. Als sie immer noch versuchte, von ihm los zu kommen, drÃ¼ckte er sie fest an sich, wollte, dass diese Frau wusste, dass er alles zerstÃ¶ren wÃ¼rde, was ihr zu nahe kam.

Er sah hinunter in die groÃen smaragdgrÃ¼nen Augen, die seinen Blick erwiderten. Toya konnte fÃ¼hlen, wie sie versuchte, unter seinen Armen hindurch zu schlÃ¼pfen. Nein, er wÃ¼rde sie nie gehen lassenâ¦ das DÃ¤monenblut in ihm hatte sie schon fÃ¼r sich beansprucht. Er beobachtete, wie eine TrÃ¤ne von ihren Wimpern auf ihre cremig weiÃe Wange tropfte. Er beugte sich nach vorne und leckte die TrÃ¤ne mit seiner Zungenspitze ab, ein erschrockener Ausruf erklang von dem MÃ¤dchen.

Sie wehrte sich wieder, wand sich aus seinem Griff und sank zu Boden, warf sich an ihm vorbei und griff nach etwas, was dort lag. Er knurrte Ã¼ber ihren Trotz, als er sich umdrehte und auf sie fallen lieÃ, sie zu Boden drÃ¼ckte. Er hielt ihre Hand Ã¼ber ihrem Kopf und das Gewicht seines KÃ¶rpers machte den Rest von ihr unbeweglich. Sie versuchte, ihn abzuwerfen, aber er wollte, dass sie wusste, wo sie hingehÃ¶rte.

Er senkte seinen Mund auf ihren und knurrte tief in seiner Brust. Das MÃ¤dchen hielt still, als seine Lippen sich mit einem besitzergreifenden Kuss auf ihre pressten. Mit seiner Zunge drÃ¼ckte er ihre Lippen auseinander und wurde noch besitzergreifender. Er wollte sie, und sie wÃ¼rde ihm gehÃ¶ren. Seine HÃ¤nde glitten hoch von ihren Handgelenken und er nahm ihre Finger in seine, als er fÃ¼hlte, wie seine Hand das berÃ¼hrte, was sie vom Boden aufgehoben hatte.

Er leckte das Innere ihres Mundes, wollte alles schmecken, was sie war. Er konnte fÃ¼hlen, wie seine Gedanken langsam zurÃ¼ck zu ihm kamen, Dinge, die er vergessen haben sollte. Er beruhigte sich, aber der Kuss nicht. Seine Gedanken flimmerten. Er konnte die Hitze in seinen tieferen Regionen fÃ¼hlen und er rieb hungrig seine HÃ¼ften an ihr. Dann machte etwas in ihm klick und der rote Nebel in seinem Kopf verschwand.

Toya wurde sich allem wieder bewusst, des weichen KÃ¶rpers unter ihm, des Geschmacks von Honig und des verblendenden Verlangens, das durch seine Adern strÃ¶mte. Wie sehr er es auch nicht wollte, er lieÃ ihre Lippen los und hob seinen Kopf ein paar Zentimeter hoch, um in Kyokos Augen zu starren. Er hatte sie soeben gekÃ¼sst und er wollte wirklich weitermachen.

Kyoko konnte nicht verhindern, dass feurige Blitze durch ihren KÃ¶rper schossen. Sie hatte aufgehÃ¶rt, sich zu wehren, als er seinen Kuss vertieft hatte. Das GefÃ¼hl seiner Lippen, die ihre mit solch einer Leidenschaft beherrschten, war fast zu viel fÃ¼r sie. Dann fÃ¼hlte sie den Beweis seiner Erregung hart gegen ihren Oberschenkel drÃ¼cken und eine weitere Hitzewelle schoss durch sie.

Sie fÃ¼hlte, wie er sein Gewicht langsam verlagerte und seinen Kuss beendete. Was sie sah, lieÃ ihr Herz aussetzen. Seine Augen waren golden, alle Spuren dÃ¤monischen Blutdurstes waren weg. Sie schielte auf den Dolch, den sie noch mit ihren Fingern umklammerte, und erkannte, dass er ihn berÃ¼hrte. Sie seufzte erleichtert, als ihr klar wurde, dass Toya zurÃ¼ck war.

Toya beobachtete Kyoko, wie sie zu der Klinge schielte und sein Blick folgte dem ihren. Also das war passiert. Er hatte sich verwandelt, und dann hatte er versuchtâ¦ Er wusste, sie wÃ¼rde wÃ¼tend auf ihn sein, fÃ¼r das, was er beinahe getan hatte. Sogar die Seite von ihm, die auÃer Kontrolle war, hatte sie als seine Partnerin gewÃ¤hlt.

Er setzte sich auf und versuchte, sie nicht anzusehen, als er von ihrem KÃ¶rper rollte. Erst als er ganz von ihr unten war, wagte er es, sie wieder anzusehen. Das erste, was seine Aufmerksamkeit erregte, waren ihre Lippen, die durch den Kuss angeschwollen waren. Er fÃ¼hlte, dass seine Wangen rot wurden, als er sich an den Kuss erinnerte, das GefÃ¼hl ihrer Lippen auf den seinen.

'Also so fÃ¼hlt sich der Himmel an', Ã¼berlegte er innerlich und rieb sich seine Augen mit einer Hand, nur um seine Reaktion vor ihr zu verstecken.

Kyoko drehte sich von ihm weg, als sie langsam aufstand. Sie wusste, dass er sie nicht hatte kÃ¼ssen wollen, und dass es ihm jetzt wohl leid tat. Sie suchte die andere Klinge und gab ihm beide Dolche zurÃ¼ck.

Toya stand auch auf, sagte kein Wort. Die Stille war ohrenbetÃ¤ubend.




Kapitel 2 "Flamme der Eifersucht"


Kyoko biss ihre ZÃ¤hne zusammen, die Spannung zwischen ihnen war fast greifbar und es begann sie richtig nervÃ¶s zu machen. Toya saÃ auf einem Ast in dem Baum nahe am Feuer und Kyoko saÃ alleine am Feuer. Sie hatten immer noch kein Wort zueinander gesagt und jetzt sah er sie nicht einmal an.

Sie runzelte die Stirn, fÃ¼hlte sich etwas beleidigt. War es wirklich so schrecklich, sie zu kÃ¼ssen?

Toya saÃ in dem Baum und schmollte. Er hatte ihr Stirnrunzeln gesehen. War es wirklich so schlimm gewesen, wie er sie gekÃ¼sst hatte? Sie hatte kein Wort darÃ¼ber verloren, was er getan hatte. Es wÃ¤re ihm lieber, wenn sie ihn anschreien wÃ¼rde, oder irgendwas, aber er wusste nicht, was er davon halten sollte, dass sie gar nichts sagte. War sie so wÃ¼tend auf ihn? Sollte er sich entschuldigen?

Seine Lippen wurden schmal vor Trotz. Er wÃ¼rde sich nicht fÃ¼r etwas entschuldigen, das er nicht tun hatte wollen. Sollte er es einfach ignorieren und so tun, als wÃ¤re es nie passiert? In diesem Moment wÃ¼nschte er sich nur, dass alles wieder so wÃ¤re, wie es gewesen war, obwohl er selbst den Kuss nicht vergessen wÃ¼rde. Toya schielte wieder zu ihr hinunter und fragte sich, was durch ihren Kopf ging.

Kyoko beobachtete den Himmel als es langsam dunkel wurde. Sie wÃ¼nschte sich, dass Kamui hier wÃ¤re, aber wusste, dass er erst am Morgen zurÃ¼ckkommen wÃ¼rde. Die Gesellschaft wÃ¤re ihr sehr willkommen gewesen. Im Moment wÃ¼rde sie sich sogar schon mit Shinbe und Suki zufrieden geben, wenn sie wieder einmal stritten. Sie grinsteâ¦ das war immer unterhaltsam.

Sie spielte mit dem Gedanken, nach Hause zu gehen, aber es war schon spÃ¤t und es wÃ¼rde Stunden dauern, um zurÃ¼ck zum Herzen der Zeit zu kommen, auÃer Toya brachte sie. Daran denkend, wie er immer reagierte, wenn sie nach Hause gehen wollte, wollte sie ihn lieber nicht bitten, sie hin zu bringen. Er schien zu meinen, dass es eine SÃ¼nde war, diese Welt auch nur fÃ¼r einen Tag zu verlassen. Das Allerletzte, was sie im Moment wollte, war, einen Streit mit ihm zu beginnen.

Sie griff in ihre UmhÃ¤ngetasche und zog ihre dÃ¼nne Decke heraus, wusste nicht, was sie sonst tun sollte. Vielleicht, wenn sie sich beeilte und schlief, wÃ¼rde jemand anders hier sein, wenn sie aufwachteâ¦ jemand auÃer ihm. Er benahm sich als hÃ¤tte er schon vergessen, dass er sie gekÃ¼sst hatte, und das nervte sie. Er sagte nicht, dass es ihm gefallen hatte. Und er entschuldigte sich nicht. Er sagte einfach gar nichts, als wÃ¤re es nie passiert.

Kyoko warf die Decke zu Boden und legte sich darauf, entschied sich, einfach hinauf in die Sterne zu sehen, die langsam auftauchten. Sie konnte nichts dagegen tun, sie war in den letzten vierundzwanzig Stunden zweimal gekÃ¼sst worden und nachdem sie davor noch nie gekÃ¼sst worden war, war das alles, woran sie denken konnte. Sie begann, die beiden KÃ¼sse zu vergleichen.

Kyous Kuss war kraftvoll und aufregend gewesen, obwohl er ihr auch Angst gemacht hatte, wegen dem, wer er war. Trotzdem, seine Lippen waren warm, wo sie gedacht hatte, dass sie kalt sein wÃ¼rde. Seine HÃ¤nde auf ihrem KÃ¶rper waren heiÃ gewesen statt der kÃ¼hlen BerÃ¼hrung, die sie erwartet hÃ¤tte. Sie stÃ¶hnte, als die Erinnerung eine Hitzewelle durch ihren KÃ¶rper schoss.

Toya zuckte, als er ein leises StÃ¶hnen von Kyoko kommen hÃ¶rte. Als er auf sie hinunter sah, erkannte er, dass sie in Gedanken verloren schien. Seine Augen wurden dunkler, zu geschmolzenem Gold. Ihr Geruch verÃ¤nderte sich und das zog ihn zu ihr. Er atmete den sÃ¼Ãen Duft ein. Dachte sie an ihn?

Seine Gedanken wanderten zurÃ¼ck zu dem Moment, wo er wieder zu Sinnen gekommen war, nachdem er sich aus seiner verfluchten Gestalt zurÃ¼ck verwandelt hatte. Ihre Lippen waren weich gewesen und sie hatte nicht gegen ihn gekÃ¤mpft. Er konnte sie immer noch schmecken. Nichts hatte ihn je so sehr mitgenommen wie das. Kyoko war eine andere Geschichte. Wenn sie ihn nicht gerade anschrie, war sie einer der frÃ¶hlichsten Menschen, die er je gekannt hatte. Nicht, dass er viele Menschen kannte, aber doch, sie war wie sein Licht in der Dunkelheit.

Insgeheim liebte er es, sie zu schÃ¼tzen und sie in seiner NÃ¤he zu haben. Das war es fast wert, dass der SchÃ¼tzende Herzkristall zersplittert warâ¦ fast. Nun musste er sie vor Hyakuhei und allen DÃ¤monen um sie beschÃ¼tzen. Er schielte wieder auf sie hinunter und spÃ¼rte, dass sie eingeschlafen war. Er wusste, wenn sie sich nicht darauf konzentrierten, den Talisman zu versammeln, dann konnte es sehr tÃ¶dlich werdenâ¦ zu tÃ¶dlich, als dass sie in der Mitte von allem sein sollte. Darum drÃ¤ngte er immer darauf, dass die Gruppe weitersuchte.

Toya sprang leichtfÃ¼Ãig vom Baum und landete still neben ihr. Er schlich sich neben sie und setzte sich in ihre Reichweite. Das machte er oft, nachdem sie eingeschlafen war, damit er nahe bei ihr sein konnte, wenn etwas passierte, das, und die Tatsache, dass er einfach gerne nahe bei ihr war. Er entspannte sich und dÃ¶ste leicht. Das leiseste GerÃ¤usch wÃ¼rde ihn aufwecken und er wÃ¤re bereit.

Kyoko warf sich im Schlaf herumâ¦ trÃ¤umte. Toya hatte gerade Hyakuhei getÃ¶tet und lÃ¤chelte, als er auf sie zukam, sie an sich drÃ¼ckte. Er sah groÃartig aus. Mit einem gebannten Blick in ihre Augen nÃ¤herten sich seine Lippen den ihren und seine Augen wurden weich. Sie konnte die Liebe in ihnen leuchten sehen. Sie zÃ¶gerte, plÃ¶tzlich nicht sicher, was passierte.

âUnd das Zeitportalâ¦ muss ich nicht den SchÃ¼tzenden Herzkristall zurÃ¼ck in meine Welt bringen?â, flÃ¼sterte sie besorgt.

Toya lÃ¤chelte nur und schÃ¼ttelte seinen Kopf. âWeiÃt du nicht, dass ich dich liebe und dich nie gehen lassen wÃ¼rde?â Er senkte seine Lippen auf die ihren und der Kuss raubte ihr den Atem. Er war tief und leidenschaftlich. Er fÃ¼hlte sich so wirklich an. Sie schloss ihre Augen und der Kuss verÃ¤nderte sich.

Der Kuss war hungrig und gefÃ¼hlvoll gleichzeitig. Als sie den Unterschied bemerkte, Ã¶ffnete sie ihre Augen und starrte in die goldenen Augen von Kyou. Sie konnte seine HÃ¤nde auf ihrem KÃ¶rper fÃ¼hlen, die sich langsam bewegten und sie herausforderten, zu reagieren. Sie ergab sich dem GefÃ¼hl und schloss ihre Augen wieder.

In diesem Moment verÃ¤nderte sich alles und Kyoko fÃ¼hlte, wie ein kalter Schauer Ã¼ber ihren RÃ¼cken lief. Die warmen Lippen wurden glÃ¼hend heiÃ und sie spÃ¼rte das BÃ¶se, das von ihnen abstrahlte. Die HÃ¤nde, die ihren KÃ¶rper streichelten, waren wie Feuer und die Klauen rissen blutige Spuren Ã¼berall, wo sie sie berÃ¼hrten. Ihre Augen Ã¶ffneten sich schlagartig um in nachtschwarze Augen zu sehenâ¦ Hyakuhei.

Sie hÃ¶rte ihn mit einer weichen, verfÃ¼hrerischen Stimme mit bÃ¶sem Unterton flÃ¼stern: âNiemand kann dich retten.â

Kyoko begann, sich zu wehren und konnte sich selbst schreien hÃ¶ren, aber er war zu stark. Er hielt sie mit einem eisernen Griff fest. Sie schrie wieder, versuchte, ihn abzuschÃ¼tteln. Die HÃ¤nde, die sie nach unten drÃ¼ckten, verschwanden und sie konnte fÃ¼hlen, wie sie gegen etwas Hartes gedrÃ¼ckt wurde.

âKyoko, wach aufâ¦ Kyoko.â Warteâ¦ das war nicht Hyakuheiâ¦ sie hÃ¶rte auf, sich zu wehren. Sie fÃ¼hlte, wie eine Hand Ã¼ber ihr Haar strich, sie streichelte und sie fÃ¼hlte sich sicher.

Langsam Ã¶ffnete sie ihre Augen und konnte dunkles Haar mit silbernen StrÃ¤hnen sehen. Sie war an Toyas Brust gedrÃ¼ckt und er hielt sieâ¦ wiegte sie langsam hin und her. In dem Glauben, dass sie immer noch trÃ¤umte, kuschelte Kyoko sich an ihn und schloss ihre Augen wieder, wollte nicht, dass dieser Traum aufhÃ¶rte.

Solange Toya sie hielt, wÃ¼rde Hyakuhei nicht in ihre TrÃ¤ume zurÃ¼ckkommen, um sie heimzusuchen. Sie lag praktisch in seinem SchoÃ und sie konnte ihn hÃ¶ren. âEs ist alles gut, Kyoko. Ich habe dich. Es ist jetzt wieder gut. Schhhâ¦â Sie konnte fÃ¼hlen, wie ihr KÃ¶rper noch zitterte von dem Traum, aber Toyas sanfte Stimme beruhigte sie. Das GerÃ¤usch seines Herzschlages sang sie sicher in einen traumlosen Schlaf.

Toya konnte fÃ¼hlen, dass sie sich wieder beruhigte. Er hÃ¤tte beinahe einen Herzinfarkt bekommen, wie sie im Schlaf so um sich geschlagen und geschrien hatte. Was auch immer es gewesen war, es hatte sie zu Tode erschreckt und sie hatte ihn zu Tode erschreckt. Er zog sie so fest an sich, dass sie praktisch in seinem SchoÃ lag. Er hielt sie fest an sich gedrÃ¼ckt, als ihr Zittern langsam verging. Ihre Wange lag an seiner Brust und er hielt seine Arme schÃ¼tzend um ihren KÃ¶rper. Sie war fÃ¼r ihn leicht wie eine Feder und Toya liebte das GefÃ¼hl, sie so festzuhalten.

âSchhhâ¦ Ich habe dich. Dir wird nichts passieren. Ich werde es nicht zulassen. Schlaf jetzt wieder, Kyoko.â Er wiegte sie sanft, wÃ¤hrend seine Fingerspitzen ihr Haar aus ihrem Gesicht strichen. Ihr Gesicht war von dem Traum gerÃ¶tet und ihre Augen waren geschlossenâ¦ aber er spÃ¼rte, dass sie wusste, dass er derjenige war, der sie hielt. Sein Herz setzte kurz aus als er daran dachte, dass Kyoko wusste, dass er sie festhielt und sich nicht darÃ¼ber beschwerte.

Sie war gerade wieder am Einschlafen, als er sanft ihre Wange berÃ¼hrte, sie streichelte, ihre seidige Haut fÃ¼hlte. In ihrem Schlaf sah sie aus wie ein Engel in seinen Armenâ¦ sein Engel. Das war es, was er wollte. Er wÃ¼rde nie zulassen, dass jemand sie ihm wegnahm, nicht die DÃ¤monen und schon gar nicht seine BrÃ¼der.

Langsam, damit sie nicht aufwachte, lehnte sich Toya zurÃ¼ck auf die Decke und legte sie beide wieder hin, zog die Decke Ã¼ber sie. Er hielt sie weiterhin fest,drÃ¼ckte ihren KÃ¶rper an den seinen und rollte sich um sie zusammen in einer schÃ¼tzenden Umarmung. In seinem ganzen Leben hatte er es noch nie so gemÃ¼tlich gehabt und es dauerte nur eine Minute, bis er in den ersten tiefen Schlaf fiel, seitâ¦ ewig.

Mehrere Stunden spÃ¤ter fÃ¼hlte Kyoko WÃ¤rme und griff danach. Sie erstarrte. Langsam, als hÃ¤tte sie Angst, die Wahrheit zu erfahren, drehte sie ihren Kopf zur Seite, gerade als Toya sich aufsetzte.

Als er fÃ¼hlte, wie sie sich bewegte, runzelte er die Stirn, wusste, er hÃ¤tte schon vor Stunden aufstehen und von ihr weggehen sollen.

Kyoko sah neugierig zu ihm hoch, versuchte, seine Augen zu sehen, aber sein Kopf war gesenkt, und sein Haar fiel in sein Gesicht, verdeckte seinen Ausdruck. Er stand auf, ohne etwas zu sagen, und ging weg in das GebÃ¼sch, das das Lager umgab.

Kyokos Augenbrauen senkten sich verwirrt. Er hatte in der Nacht hier mit ihr geschlafen? Dann kam eine Erinnerung zurÃ¼ck. Sie erinnerte sich an einen Traum und Toyaâ¦ Sie zog scharf die Luft ein. Es war kein Traum gewesen. Er hatte sie in der Nacht gehalten. Sie sah auf die Decke hinunter, die seinen Abdruck noch behalten hatte. Er musste neben ihr eingeschlafen sein. Sie lÃ¤chelte ein geheimes LÃ¤cheln, griff hinÃ¼ber und fuhr mit ihren Fingern den Abdruck nach, den er hinterlassen hatte.

Sie sah hoch als Kamui auf die Lichtung kam. âHallo, Kamui. SchÃ¶n, dass du zurÃ¼ck bist.â Sein zerzaustes Haar glÃ¤nzte mit den violetten StrÃ¤hnen in der Morgensonne und seine Augen zeigten die schÃ¶nsten Farben. Diejenigen, die nahe genug waren, es zu sehen, wussten, dass sie vielfarbigen Glitter in den Iris hatten, aber fÃ¼r Kyoko war es sein LÃ¤cheln, das ihn unwiderstehlich machte.

Kamui sah sich um, erkannte, dass sie alleine war und fragte sie wieso. âWo sind alle? Sind Suki und Shinbe noch nicht zurÃ¼ck? Und wo ist Toya?â Kamui zog einen Beutel von seiner Schulter und stellte ihn mit erhobenen Augenbrauen vor Kyoko.

âNein, noch nicht, aber Toya sollte gleich zurÃ¼ck sein. Was hast du da?â Kyoko sah zu, wie Kamui begann, Essen aus dem Beutel zu ziehen.

âSennin schickt dies hier und sagt, dass wir es genieÃen sollen, nachdem wir kaum einmal ein wirklich gutes Mahl bekommen, auÃer, wenn du etwas aus deiner Zeit mitbringst.â Kamui sah zu ihr hoch, seine groÃen Augen funkelnd in allen Farben des Regenbogens und freute sich sichtlich Ã¼ber ihren Gesichtsausdruck, als sie die SÃ¼Ãigkeiten sah, die mit dem kleinen Festmahl geliefert wurden. âKomm schon, lass uns reinhauenâ, beschloss Kamui.

âNun, du bist heute frÃ¼h zurÃ¼ck, Kamuiâ, sagte Toya gelangweilt als er zurÃ¼ck auf die Lichtung spazierte. Er schielte zu Kyoko, einige unleserliche Emotionen standen in seinen goldenen Augen geschrieben, dann sah er schnell wieder weg.

Kamui schaute zu Toya hoch. Sie stritten sich oft, aber in Wirklichkeit hatte Kamui sehr viel Respekt vor Toya. Er hatte sich sehr verÃ¤ndert, seit er so viel Zeit mit Kyoko verbrachte. Nach Kamuis Meinung machte Kyoko Toya zu einer besseren Person.

âSennin sagte, dass der Wald im Osten in der letzten Woche von einem DÃ¤monenaufstand terrorisiert wurde. Talismane kÃ¶nnten damit zu tun haben, also sollten wir gehen und nachsehen.â WÃ¤hrend er die letzten Worte sagte, stopfte Kamui ein wÃ¼rziges StÃ¼ck Brot in seinen Mund.

âHey, du lÃ¤sst mir auch etwas davon Ã¼brig, nicht wahr, Kamui?â Toya setzte sich neben sie und begann auch selbst zuzulangen.

Kyoko grinste, als sie zusah, wie sie sich um einen Erdbeer-Reis-KloÃ stritten, den Sennin geschickt hatte. Das GefÃ¼hl der NormalitÃ¤t, das damit kam, dauerte allerdings nicht lange an.

Toya spannte sich an, als er einen Geruch in der schwachen Brise spÃ¼rte. âVerdammt!â Er sprang auf seine FÃ¼Ãe und seine Augen wurden zu dÃ¼nnen Schlitzen. âWas, zum Teufel, will er?â

Ehe Kyoko auch nur fragen konnte wer, blies ein WindstoÃ Ã¼ber die Lichtung und hielt nur einen halben Meter vor ihr an, brachte Toya aus dem Gleichgewicht. Kyoko starrte plÃ¶tzlich in die eisblauen Augen von Kotaro, einem der fÃ¼nf BeschÃ¼tzer. Ebenso wie Kyou jagte er die Talismane alleine, suchte nach Hinweisen darauf, wo Hyakuhei sich versteckte.

Er war Perfektion, mit schlanken Muskeln und vom Wind zerzaustem, ebenholzschwarzem Haar, das am RÃ¼cken lÃ¤nger war, und eisblauen Augen. Er war ganz in Schwarz gekleidet, ein violettes Unterhemd schimmerte durch. Er und Toya konnten einander nicht ausstehen, aber das war hauptsÃ¤chlich deshalb, weil Kotaro jedem erzÃ¤hlt hatte, dass Kyoko ihm gehÃ¶rte.

âGuten Morgen, Kyokoâ, sagte Kotaro mit einer weichen, mÃ¤nnlichen Stimme, nahm ihre HÃ¤nde in die seinen und hob sie vor sich hoch. âWie geht es meiner zukÃ¼nftigen Braut heute Morgen?â Er starrte tief in ihre Augen, sodass sie errÃ¶tete.

Egal wie oft Kyoko ihm sagte, dass sie nicht ihm gehÃ¶rte, und auch sonst niemandem, nannte er sie immer noch mit solchem Selbstvertrauen und so viel Charme seine zukÃ¼nftige Braut.

âKotaro, verdammt! Lass Kyoko los, und wieso passt du nie auf, was du tust?â, knurrte Toya ihn an, als er sich von dem Baum wegdrÃ¼ckte, in den er von Kotaros BeschÃ¼tzer-Wind praktisch geschleudert worden war.

Kotaro rÃ¼mpfte seine Nase und machte sich nicht einmal die MÃ¼he, Toya anzusehen als er einfach nur einen bÃ¶sen Blick in die ungefÃ¤hre Richtung seines Bruders warf. âIch wusste, dass ich dich irgendwo rochâ, sagte er beleidigend.

Kamui beobachtete verwundert, wie Toya scheinbar unter Strom zu stehen schien, und er wusste, dass er mit jeder Sekunde wÃ¼tender wurde. Er rutschte nÃ¤her zu Kyoko und flÃ¼sterte: âÃh, Kyoko, du solltest das vielleicht beenden, bevor es anfÃ¤ngt.â Wissend, dass Kyoko das einzige war, was sie davon abhielt, einander in StÃ¼cke zu reiÃen, machte Kamui sicherheitshalber einen Schritt von dem Trio weg.

Kyoko wusste, dass Kotaro harmlos warâ¦ nun, zumindest fÃ¼r sie. Sie nahm ihre HÃ¤nde aus den seinenâ¦ immer noch rot weil er sie auf diese Art anschaute. Sie konnte tatsÃ¤chlich die Liebe und FÃ¼rsorge in seinen eisblauen Augen leuchten sehen.

âKotaro, was bringt dich hierher?â, fragte sie, um seine Aufmerksamkeit von Toya abzulenken.

Kotaro lÃ¤chelte, vergaÃ Toya sofort und beantwortete ihre Frage: âIch habe gehÃ¶rt, dass es im Osten, nahe dem Wald Unruhen gibt. Ich hatte gehofft, Hyakuhei zu finden und ihn fÃ¼r dich umzubringen, sodass du schneller meine Braut werden kannst, meine sÃ¼Ãe Kyoko.â Oh, er liebte Kyoko wirklich, aber er liebte es auch, an Toyas KÃ¤fig zu rÃ¼tteln.

Kyoko wurde noch ein paar TÃ¶ne rÃ¶ter, als sie seine Worte hÃ¶rte. Ihre Lippen Ã¶ffneten sich, um etwas zu sagen, aber als sie den Faden wieder verlor, gab sie einfach auf.

Toya hatte genug Unsinn von dem dummen Lufthirn gehÃ¶rt. Indem er sich vor Kyoko stellte, blockierte er Kotaros Blick und knurrte tief in seiner Kehle: âHau ab!â Er zog seine goldenen Augen zusammen und schenkte ihm einen bÃ¶sen Blick. âWir brauchen deine Hilfe nicht, um Hyakuhei loszuwerden. Also wieso versuchst du nicht einfach, uns aus dem Weg zu gehen, und lÃ¤sst Kyoko, verdammt noch mal, in Ruhe?â

Kotaro tat als wÃ¤re Toya gar nicht da. So schnell, dass sie nur Schatten sehen konnte, rauschte er an Toya vorbei, um einen liebevollen Kuss auf Kyokos Wange zu setzten. Dann zwinkerte er ihr zu und war genauso schnell verschwunden, wie er aufgetaucht war.

Toya ballte seine FÃ¤uste an seinen Seiten. Er war so wÃ¼tend, dass er das GefÃ¼hl hatte, zu explodieren. Wieso wollten plÃ¶tzlich alle Kyoko kÃ¼ssen? Sie gehÃ¶rte ihm, verdammt!

âKotaro, komm zurÃ¼ck und kÃ¤mpfe, du MiststÃ¼ck!â, schrie er, so laut er konnte.

Kyoko wandte sich Kamui zu als wÃ¤re nichts geschehen. âAlso ich nehme an, Sennins Information stimmt.â

Toya gab auf und drehte sich um. âKommt, lasst uns unsere Sachen packen. Wir kÃ¶nnen Suki und Shinbe unterwegs abholen. Wir mÃ¼ssen sowieso dort vorbei, wo sie sind, um zum Ã¶stlichen Wald zu gelangen.â Er war immer noch wÃ¼tend auf seinen lÃ¼sternen Bruder, dafÃ¼r, dass er LÃ¼gen Ã¼ber Kyoko verbreitete. Er wÃ¼rde sie Kotaro nie Ã¼berlassen und er konnte es nicht erwarten, ihn wieder zu treffen und ihn zusammenzuschlagen, damit er das auch wusste.

Kyoko wusste, dass Toya eifersÃ¼chtig auf Kotaro war. Aber so wie sie das sah, konnte Kotaro ihr wenigstens seine wahren GefÃ¼hle sagen, wÃ¤hrend Toya sie immer noch im Unklaren lieÃ. Sie bÃ¼ckte sich hinunter und begann, das Ã¼brig gebliebene Essen aufzusammeln, sodass sie es spÃ¤ter mit den anderen teilen konnten.

Toya kniete sich vor ihr nieder, wartete darauf, dass sie auf seinen RÃ¼cken kletterte. Sie wÃ¼rden so schneller sein, und das war die einzige MÃ¶glichkeit, wo er sie halten konnte, ohne dass jemand sie dafÃ¼r schief ansah.

Kyoko hielt ihren Atem eine Sekunde lang an und lieÃ ihn dann langsam aus, wollte nicht, dass dies irgendwie anders war, als die anderen Male, wo sie es getan hatteâ¦ aber das war es. Sie schlang ihre Arme um seine Brust wÃ¤hrend seine HÃ¤nde sich unter ihre Knie legten, um sie fest an seinen RÃ¼cken zu drÃ¼cken. Sie schielte hinauf zum Himmel und fragte sich, ob das Schicksal sie schon auslachte.

Kamui lachte innerlich Ã¼ber Toyas Verhalten, jedes Mal, wenn jemand anders um Kyokos Aufmerksamkeit warb. Nachdem sie verschwunden waren, hob er den Beutel mit dem Essen auf als durchsichtige FlÃ¼gel in Erscheinung flimmerten und einen Regen vielfarbigen Sternenstaubs Ã¼ber die Lagerstelle niederregnen lieÃen, die auf magische Weise jeden Hinweis darauf, dass hier je jemand gewesen war, auslÃ¶schten.

Als er Kaens Anwesenheit hinter sich fÃ¼hlte, bemerkte er: âEs scheint, dies wird ein interessanter Tag werden. Wollen wir ihnen nach?â Seine FÃ¼Ãe verlieÃen den Boden, als er ungesehen hinter ihnen her schwebte.

Insgeheim liebte Kyoko es, auf Toyas RÃ¼cken zu reiten, wenn sie in Eile waren. Sie konnte die Muskeln fÃ¼hlen, wie sie sich unter ihr zusammenzogen und streckten. Sie legte ihre Wange auf seine starke Schulter und hielt sich fest wÃ¤hrend sein langes Haar um sie floss, ihr Gesicht kitzelte. So wie er sich bewegte, schien es, als wÃ¼rde sie gar nichts wiegen, wÃ¤hrend er von Ast zu Ast sprang, manchmal am Boden landete nur um dann wieder hoch in die BÃ¤ume hinauf zu schieÃen. Er schien die HÃ¶hen zu lieben.

Toya liebte es, wenn Kyoko auf seinem RÃ¼cken ritt, aber das wÃ¼rde er ihr nie erzÃ¤hlen. Es gab ihm ein gutes GefÃ¼hl, wenn sie sich an ihn klammerte, um sich festzuhalten. Manchmal rannte er schneller, nur damit sie sich noch fester halten musste, mit ihren Beinen an seinen Seiten und ihren Armen um ihn geschlungen. Darum hatte er in ihrer Gegenwart nie seine FlÃ¼gel gezeigt.

Manchmal legte sie ihre Wange an seinen RÃ¼cken und er konnte fÃ¼hlen, dass sie es genauso sehr genoss wie er. Seine Gedanken wanderten wieder zu dem Wald im Osten. Der SchÃ¼tzende Herzkristall war schon halb aufgesammelt und Hyakuhei hatte mittlerweile das meiste davon. Die Lage wurde sehr gefÃ¤hrlich und er wÃ¼rde wachsam sein mÃ¼ssen.

Er fÃ¼hlte, dass er Kyoko mit seinem Leben beschÃ¼tzen musste, besonders wenn die Gefahr Ã¼berall war, wo sie hingingen. Der DÃ¤mon, den er gestern bekÃ¤mpft hatte, war nur eine Vorwarnung gewesen. Toya legte einen Zahn zu, hoffte, dass sie Suki und Shinbe auf deren Weg zurÃ¼ck zum Lager treffen wÃ¼rden, damit sie sich beeilen konnten und den Osten erreichten, bevor Kotaro und Kyou ankamen.

Hoch Ã¼ber ihnen flog Kyou durch den Himmel, ausdruckslos, wie die Erscheinung eines Gottes. Seine Kleider flossen um ihn, als er den Osten in der Ferne mit seinem Blick absuchte. Also der Ã¶stliche Wald war es, wo die Anwesenheit von Hyakuhei verschwunden war. Das war auch die Richtung, in die Toya und die Priesterin unterwegs waren. Seine Lippen bogen sich aufwÃ¤rts zu der leisesten Andeutung eines LÃ¤chelns.

âHo!â, rief Toya, als er eine Bewegung in der Ferne sah. Von Baum zu Baum und Ast zu Ast hinunter springend, landete er elegant vor Shinbe und Suki.

Kyoko rutschte von Toyas RÃ¼cken und ging schnell zu ihnen, lÃ¤chelte ihre Freunde an. âWir haben gerade erfahren, dass es der Ã¶stliche Wald ist, wo wir hin solltenâ, berichtete Kyoko.

Shinbes Kopf hob sich ruckartig und er sah hinÃ¼ber zu Toya. âOh ja? Was geschieht in der Gegend?â, fragte er und ging auf Toya zu, um die Sache zu besprechen. Kamui trat aus dem Waldrand, um sich zu den BeschÃ¼tzern zu gesellen, fÃ¼r die Besprechung. Er nickte als Kaen aus dem Nichts auftauchte, wie er es oft machte, wenn die Zeit reif war.

Kyoko flÃ¼sterte zu Suki, zog sie zur Seite, weg von den anderen: âAber erzÃ¤hl, wie war dein Besuch?â Sie legte ihren Kopf zur Seite und grinste.

Suki verdrehte ihre Augen in die Richtung von Shinbe. âKannst du dir vorstellen, dass dieser Idiot versuchte, mich zu kÃ¼ssen?â Sie verschrÃ¤nkte ihre Arme vor ihrer Brust und schoss scharfe Blicke auf den RÃ¼cken des missratenen, violetten BeschÃ¼tzers.

Toya zuckte durch sein auÃerordentliches GehÃ¶r. Er hatte Sukis Bemerkung gehÃ¶rt und als Kyoko sie hÃ¶rte, sah sie genau zu ihm und ihre Blicke trafen sich. Sie drehte ihr Gesicht weg, um die RÃ¶te zu verstecken, die Ã¼ber ihre Wangen kroch, aber nicht ehe Suki und Shinbe beide sie bemerkten.

Shinbe beugte sich zu seinem Bruder und sprach leise. âWas ist zwischen euch vorgefallen, wÃ¤hrend wir weg waren, Toya?â Er fÃ¼hlte einen Blitz der Eifersucht durch ihn schieÃen, aber versuchte, ihn zu ignorieren, da er wusste, dass es hoffnungslos war. Kamui kam auch einen Schritt nÃ¤her und wartete darauf, die Antwort zu hÃ¶ren.

Toyas Augen wurden groÃ und die feinen Haare in seinem Nacken stellten sich auf, sodass er mit einem schuldbewussten Blick einen Schritt von ihnen weg machte. âHe, nichts ist vorgefallen.â Er verschrÃ¤nkte seine Arme und schaute sie bÃ¶se an, niemand sollte es wagen, seine LÃ¼ge anzuzweifeln.

Suki ergriff Kyokos Arm und zog sie diesmal ein gutes StÃ¼ck von den MÃ¤nnern weg. âOkay, raus damit. Was habe ich verpasst?â, fragte sie, ihre Lippen zuckend vor kaum unterdrÃ¼ckter Freude. Schon seit Suki Kyoko kennengelernt hatte, hatte sie das GefÃ¼hl, sie schon immer gekannt zu haben. Sie liebte sie wie eine Schwester und in diesem Moment spÃ¼rte sie, dass etwas geschehen war.

Kyoko konnte Suki nicht in die Augen sehen und ihr Gesicht war noch immer stark gefÃ¤rbt.

âKyoko, losâ, flehte Suki.

Kyoko sah zu ihrer besten Freundin hoch, die zumindest fÃ¼nf Zentimeter grÃ¶Ãer war, und zuckte die Schultern. âGut, ich bin gekÃ¼sst worden, das ist alles.â Sie verdrehte schnell ihre Augen und versuchte, die Sache herunter zu spielen.

Suki schielte zu Toya hinÃ¼ber. âAlso hat er dich endlich gekÃ¼sst, ja?â Als sie ihren Blick wieder Kyoko zuwandte, lÃ¤chelte sie wissend bis sie Kyokos KopfschÃ¼tteln sah. Suki runzelte die Stirn. âEs war Toya, der dich gekÃ¼sst hat? Nicht wahr, Kyoko?â Sie hob verwirrt eine Augenbraue.

Kyoko stÃ¶hnte. âEs ist eine lange Geschichte, also mache ich es sehr kurz. Drei verschiedene MÃ¤nner haben mich nun gekÃ¼sst und alle in der Zeit, wÃ¤hrend du weg warst. Und nein, ich habe keinen von ihnen gebeten, mich zu kÃ¼ssen. Also noch einmal, es ist Keine GroÃe Sache!â Sie betonte die letzten drei Worte.

Sukis Mund Ã¶ffnete sich als sie auf ihre Freundin starrte. Inzwischen spannte Toya sich an, als er hÃ¶rte, wie Kyoko sagte, dass es keine groÃe Sache war. 'Nun, jetzt weiÃ ich, was sie denkt', dachte Toya innerlich mit einem Stirnrunzeln als er sich wieder seinen BrÃ¼dern zuwandte und sich darauf konzentrierte, ihnen zu erzÃ¤hlen, was er Ã¼ber die Gegend des Ã¶stlichen Waldes wusste.

Suki fand endlich ihre Stimme wieder, aber sprach leise: âKyoko, wer hat dich gekÃ¼sst?â Als sie sah, wie Kyokos Lippen sich aufeinander pressten, seufzte Suki. âGut, ich will wissen, wer dich als erstes gekÃ¼sst hat.â

Kyoko drÃ¼ckte ihre Augenlider aufeinander. âKyou war der erste.â

âKyou!â, rief Suki und schlug sich dann schnell ihre Hand vor den Mund und zog ihren Kopf ein.

Toyas Hand ballte sich zur Faust als er sich bemÃ¼hte, seine Wut zu unterdrÃ¼cken. Er drehte sich um und schickte einen bÃ¶sen Blick in Kyokos Richtung ehe er schnell die Entfernung zwischen ihnen Ã¼berbrÃ¼ckte, denn die Unterhaltung gefiel ihm gar nicht. âWir haben keine Zeit fÃ¼r diesen Unsinn!â, schnaubte er und starrte bÃ¶se auf die Frauen. âWir mÃ¼ssen los und die Talismane finden, bevor der Feind sie alle in die HÃ¤nde bekommt.

Kamui nickte: âJa, Kotaro kam zum Lager und sagte, dass er auf dem Weg in dieselbe Richtung war, gerade bevor er Kyoko auf die Wange kÃ¼sste und abhaute.â

Toyas FingerknÃ¶chel trafen Kamuis Hinterkopf und er knurrte.

âAuu, wofÃ¼r war das jetzt? Ich habe nichts getan.â Kamui rieb die Beule, die sich auf seinem Kopf formte, seine groÃen Sternenstaub-Augen trÃ¤nten. Es war offensichtlich nur zur Show, denn innerlich konnte er sich kaum halten vor Lachen Ã¼ber den Ausdruck, der auf Toyas Gesicht erschienen war.

Sukis Augen wurden groÃ. âKotaro auch!â Sie riss ihren Kopf herum, sah in Kyokos Richtung und fragte sich, was, um alles in der Welt, vor sich ging.

Shinbe stellte sich neben Toya. âUnd, was ist schon dabei?â

Toya starrte ihn nur bÃ¶se an, als wollte er ihn davor warnen, noch ein weiteres Wort zu sagen.

Suki ergriff Shinbes Arm und zog ihn von Toya weg, ehe er wie Kamui mit einer Beule auf seinem Kopf endete.

Toya wandte seinen bÃ¶sen Blick Kyoko zu.

Sie richtete sich auf und starrte zurÃ¼ck. âWas ist dein Problem? Und schlag Kamui nicht!â, rief sie, wÃ¤hrend sie sich vor den BeschÃ¼tzer stellte, wie um ihn zu schÃ¼tzen. Sie hatte keine Ahnung davon, dass Kamui nun hinter ihr stand und Toya angrinste als hÃ¤tte er gerade einen Punkt gegen ihn gewonnen.

Suki wusste, dass es Streit geben wÃ¼rde. Kyoko an der Hand ergreifend, zog sie sie hinter sich her, den Pfad hinauf. âKomm, Kyoko, lass uns schon mal gehen.â Suki gab ihr keine Zeit zu widersprechen, als sie sie hinter sich her zog.

Sich nicht so sicher fÃ¼hlend, alleine zurÃ¼ckgelassen in Toyas Reichweite, rannte Kamui den Frauen nach und Ã¼berlieÃ Toya, der ihre RÃ¼cken anstarrte, sich selbst.

Als sie einmal weit genug von Toya weg waren, wandte sich Suki zu Kyoko. âAlso, wÃ¼rdest du mir jetzt bitte erzÃ¤hlen, was, zum Teufel, vorgefallen ist? Wieso hat Kyou dich gekÃ¼sst?â Suki schrie beinahe, sah besorgt auf ihre Freundin. Der Gedanke, dass Kyou jemanden kÃ¼sste, war einfachâ¦ verstÃ¶rend.

Kyoko zuckte die Schultern. âIch habe nicht die geringste Ahnung, wieso er es getan hat. Ich schwamm. Er schwebte herunter und erschreckte mich zu Tode. Ehe ich wusste, was er tat, kÃ¼sste er mich, dann verschwand er, ohne ein Wort gesagt zu haben.â

Kamui fÃ¼hlte sich, als hÃ¤tte ihn jemand in den Magen getreten. Er stellte sich schnell hinter Kyoko und legte eine feste Hand auf ihre Schulter. âKyoko, hat er dich markiert?â, fragte er mit angespannter Stimme.

Kyoko runzelte die Stirn. Sie wirbelte herum und hielt Kamui mit einem verwirrten Blick fest. âToya hat dasselbe gefragt. Was bedeutet das? Mich markieren? Wie?â

Kamuis Lippen wurden schmal. âWenn Kyou dich kÃ¼sst, so aus dem Blauen heraus, das bedeutet, dass er vor hat, dich zu seiner Lebenspartnerin zu machen.â

âWas!â, rief Kyoko und stemmte ihre HÃ¤nde in ihre HÃ¼ften. âDu machst Scherze.â

âKein Scherzâ¦ mit diesem Kuss hat Kyou schon begonnen, dich fÃ¼r sich zu beanspruchen.â Schatten traten in Kamuis Augen als wollten sie die Worte unterstreichen. âNun wird er dich verfolgen, Schritt fÃ¼r Schritt, bis er dich markiert und dich in Besitz nimmt.â Er lieÃ seine Hand von ihrer Schulter fallen. âIch nehme an, du wÃ¼rdest es sehen wie Dates.â

Als er plÃ¶tzlich mehr verstand, als er wollte, pfiff Kamui zwischen seinen ZÃ¤hnen. âDarum ist Toya so aufgebracht, und dann kommt Kotaro angeweht und kÃ¼sst deine Wange. Das ist dasselbe. Auch er ist nun dein Date.â

Kyoko wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie stand eine Minute lang einfach nur da. Dann sah sie Ã¼ber Kamuis Schulter und bemerkte Toya und Shinbe, die hinter ihnen kamen, immer noch beschÃ¤ftigt damit, ihre nÃ¤chsten Aktionen zu planen, wenn sie nach Osten gingen.

Suki riss Kyokos Aufmerksamkeit wieder zurÃ¼ck. âGut, du sagtest drei, Kyoko. Also hat Toya dich auch gekÃ¼sst, nicht wahr?â

Sie nickte, dann schÃ¼ttelte sie ihren Kopf. âAber Toya wollte mich nicht wirklich kÃ¼ssen. Es war mehrâ¦ ein Unfall.â

Kyoko schielte noch einmal Ã¼ber ihre Schulter und sah, dass die anderen nÃ¤herkamen. âWir wurden in einen Kampf mit einem DÃ¤mon verwickelt und Toya hat seine Dolche verloren und sein DÃ¤monenblut kam zum Vorschein. Er tÃ¶tete den DÃ¤mon und ich rannte zu einem der Dolche, aber er fing mich ab, gerade, als ich ihn erreichte. Ich dachte, er wÃ¼rde mich umbringen, aber stattdessenâ¦ kÃ¼sste er mich. Dann berÃ¼hrte er den Dolch und der Fluch wurde versiegelt und er verwandelte sich wieder.

Suki sah Ã¼ber ihre Schulter auf Toya, dann zurÃ¼ck zu Kyoko. âWarte, du meinst, er verwandelte sich zurÃ¼ck, wÃ¤hrend er dich kÃ¼sste?â Sie hob eine Augenbraue als Kyoko nickte.

Kamui lÃ¤chelte. âIch wusste es! Er mag dich wirklich. Darum hat er dich in seiner anderen Gestalt gekÃ¼sst anstatt dich zu tÃ¶ten. Er tat es, weil es fÃ¼r ihn das Richtige war.â Kamui machte ein paar Schritte zurÃ¼ck, wissend, dass Toya in HÃ¶rweite war.

âNun, lass uns gemeinsam gehen.â Suki entschied, Kamuis Beispiel zu folgen und die Sache erst einmal ruhen zu lassenâ¦ zu dumm, dass Shinbe nicht so klug war.

Shinbe drehte sich zu Kyoko nachdem er Kamuis letzte Aussage gehÃ¶rt hatte. âAlso deshalb ist er so gereizt!â Er grinste und fragte sich, ob er seinen Kuss zu Kyokos Date-Liste hinzufÃ¼gen sollte, ehe sie zu lang wurde.

Toya baute sich vor ihnen auf und kratzte seinen Nacken. âWollt ihr endlich aufhÃ¶ren, ScheiÃe Ã¼ber mich zu erzÃ¤hlen, verdammt!â

Sein Nacken war schon rot und Kyoko kicherte. Sie wusste, wenn Toyas Nacken so zu jucken begann, dann dachte er, dass jemand hinter seinem RÃ¼cken Ã¼ber ihn sprach und das nervte ihn unglaublich.

Toyas Finger zuckten, als er Kyoko kichern hÃ¶rte. Es sandte einen wohligen Schauer durch seinen KÃ¶rper und er wÃ¼nschte, dass sie es Ã¶fter tÃ¤te. Er sah sich um und erkannte, dass inzwischen alle aufgehÃ¶rt hatten zu reden. Zufrieden, dass niemand mehr Ã¼ber ihn sprach, lieÃ er seine Hand sinken.

âKommt. Wir haben keine Zeit fÃ¼r Spielchen. Wir mÃ¼ssen Hyakuhei aufhalten und die Talismane sammeln, bevor er es tut.â Toya bÃ¼ckte sich zu Kyoko hinunter. âKomm, lass die anderen selbst gehen und reite du auf mir. So sind wir schneller.â Er wartete, dass Kyoko auf seinen RÃ¼cken kletterte. Wenigstens brauchte er so nichts von seinen Rivalen zu hÃ¶ren.

Kyoko lÃ¤chelte und stieg auf. Dann schlang sie ihre Arme um ihn und drÃ¼ckte ihn kurz, um zu zeigen, dass sie bereit war.

Sein Blick von allen abgewandt, damit niemand es sehen konnte, schloss Toya seine Augen und genoss die Umarmung, die er gerade bekommen hatte. Als er seine Augen wieder Ã¶ffnete, glitzerten silberne Lichter in seinen goldenen Iris und er schoss mit einer Geschwindigkeit los, die selbst seinem Windbruder Kotaro alle Ehre gemacht hÃ¤tte.




Kapitel 3 âGemeine KÃ¼sseâ


Der Wind wurde immer kÃ¤lter und Toya wurde langsamer, als er eine bÃ¶se Aura in der Ferne spÃ¼rte. Kyokos Blut gefror beinahe als das unnatÃ¼rliche GefÃ¼hl sie Ã¼berwÃ¤ltigte. Toya sprang von den hohen Ãsten hinunter und schlitterte auf einer AnhÃ¶he zum Halt. Sie rutsche hinunter auf den Boden wÃ¤hrend die anderen schnell hinter ihnen auftauchten und in die Ferne sahen.

Kyoko beobachtete eine Unheil verkÃ¼ndende, dunkle Wolke, die Ã¼ber der Gegend hing. âIch fÃ¼hle einen Talisman.â Sie schÃ¼ttelte ihren Kopf. âNicht nur einen, da sind mehrâ, sagte sie atemlos. âDas BÃ¶se, das die Splitter umgibt ist erdrÃ¼ckend.â

Suki trat hinter Kyoko, wÃ¤hrend sie die Waffe Ã¼ber ihrer Schulter zurecht rÃ¼ckte, damit sie sie im Fall eines Kampfes leichter erreichen konnte. âIch mÃ¶chte wissen, ob es Hyakuhei ist, den du spÃ¼rst?â Sie schielte zu Shinbe, als dieser zu ihnen aufschloss, sein Mantel und sein dunkelblaues Haar im Wind wehend, der nun stÃ¤rker wurde.

Toyas Augen wurden schmal und verfÃ¤rbten sich zu geschmolzenem Silber. Nachdem er eine Gefahr dicht bei ihnen fÃ¼hlte, schielte er nach links und schÃ¼ttelte dann seinen Arm nach unten. Die Metallklinge eines Dolches blitzte auf, als er in seiner Hand erschien. âKomm heraus, du Mistkerl, ich kann dich riechen!â, knurrte Toya und stellte sich vor Kyoko und die anderen um sie zu beschÃ¼tzen. Der HÃ¼gel und das Tal darunter stanken nach dem BÃ¶sen.

Eine Gestalt, die einen langen, sich aufblÃ¤henden, schwarzen Mantel trug, erschien mit einer gemeinen WÃ¶lbung in seinen Lippen aus dem Nichts. âAlso habt ihr meinen Ruf erhÃ¶rt.â

Kyoko erzitterte als ihr Blick die dunklen Augen traf. Die Erinnerung an den Traum, den sie in der letzten Nacht gehabt hatte, stÃ¼rzte Ã¼ber sie herein und sie bekam eine GÃ¤nsehaut. Sie machte einen Schritt zurÃ¼ck, versteckte sich hinter Toya und schielte an ihm vorbei auf Hyakuhei. Sie hatte das ungute GefÃ¼hl, dass die einzigen GrÃ¼nde, wieso er hier war, sie und die Talismane, die sie trug, waren.

Toya bemerkte, dass Hyakuheis Aufmerksamkeit sich auf Kyoko richtete und fÃ¼hlte, wie bei ihm die Sicherungen durchbrannten. Er knurrte, hielt seinen Dolch fest in der Hand und warf sich nach vorne, um den Feind aufzuschlitzen. Der schwarze Mantel flatterte wie erwartet zu Boden. Er hatte sowieso gewusst, dass es nur eine von Hyakuheis Puppen gewesen war.

âWirst du je den Mut haben, mir selbst gegenÃ¼ber zu treten?â, brÃ¼llte Toya wÃ¼tend.

âDie MÃ¤chte der Priesterin werden meine sein, alsoâ¦ komm zu mirâ¦â Hyakuheis Stimme wurde langsam vom Wind verblasen.

Kyoko fÃ¼hlte einen kalten Schauer Ã¼ber ihren RÃ¼cken laufen, von den Worten, die Hyakuhei gesprochen hatte. âZu ihm kommen? Ist er verrÃ¼ckt?â, flÃ¼sterte sie und fÃ¼hlte, wie der Feigling in ihr seinen verÃ¤ngstigten Kopf einzog.

Toya trat neben sie. Er wusste, dass die BeschÃ¼tzer den Auftrag hatten, den Kristall von den HÃ¤nden des Feindes fern zu halten, aber ihm gefiel die Tatsache nicht, dass dadurch Kyoko in Gefahr gebracht wurde. Hyakuhei hatte so viele Unschuldige ermordet, um zu den Talismanen zu kommen. Er wollte eher in der HÃ¶lle schmoren, als zulassen, dass Kyoko zu einem der Opfer in diesem Krieg wurde.

Er wÃ¼rde sie beschÃ¼tzen. Sein BedÃ¼rfnis, Kyoko zu schÃ¼tzen war so stark, dass es zu dem einzigen Sinn in seinem Leben geworden war, und in diesem Moment hatte er ein sehr schlechtes GefÃ¼hl. Er konnte hÃ¶ren, wie Kyokos Herzschlag schneller wurde, und er konnte die Angst, die in Wellen von ihr ausstrahlte, fÃ¼hlen. Toya sah beeindruckt zu, wie sie sich mit einem eingefrorenen LÃ¤cheln zu ihm umwandte.

âAlso, sollen wir wieder einmal einen Talisman aufsammeln?â Kyoko hob ihr Kinn, trotzte der Angst, die sie fÃ¼hlte und stand hoch aufgerichtet.

Toya schaute hinter sie und konnte sehen, dass auch die anderen bereit waren. Die anderenâ¦ die einzigen Leute, denen er je vertraut hatte.



*****



Hyakuhei starrte in den Spiegel, den sein Untertan Yuuhi fÃ¼r ihn hochhielt. Der Spiegel der Seelen, der es ihm ermÃ¶glichte, jede von Kyokos Bewegungen zu verfolgen. Dieses MÃ¤dchen war es im Moment, worauf er sich konzentrierte. Sie alleine hatte die Macht, den SchÃ¼tzenden Herzkristall zu kontrollieren, und er brauchte diese Macht.

Aberâ¦ er brauchte auch ihre Hilfe um die Talismane wieder zusammenzufÃ¼gen. Um das zu tun, musste er einen Weg finden, sie dazu zu bringen, dass sie zu ihm kamâ¦ freiwillig. Er wollte sieâ¦ nicht totâ¦ stattdessen wollte er sie an seiner Seite.

Als wÃ¼rde er die Gedanken seines Meisters lesen, sprach Yuuhi mit der leisen, emotionslosen Stimme, die einem Kind gehÃ¶rte: âDu willst die Macht, die das MÃ¤dchen besitzt, aber sie ist rein und wird nicht freiwillig zu dir kommen.â Die geisterhafte, bleiche Gestalt des Jungen schielte mit schwarzen Augen auf Hyakuhei, Augen, die das Wissen von Tausenden von Jahren in sich trugen.

âSie zu fangen bedeutet, ein reines Herz zu fangen. Um das zu tun, wirst du sie in einem Netz der TÃ¤uschungen fangen mÃ¼ssen.â Der gespenstische Junge sah in den Spiegel und beobachtete Kyoko mit Augen, die die Farbe des Todes trugen.

Hyakuhei lÃ¤chelte ein verdorbenes LÃ¤cheln. Sein makelloser, perfekter KÃ¶rper und sein Gesicht verbargen seine BÃ¶sartigkeit. Sein langes, dunkles Haar floss wie ein Wasserfall in funkelnden Wellen um ihn. Er war sehr sinnlich, mit schlanken Muskeln, die sich bei jeder Bewegung unter seiner Haut abzeichneten. Diese Priesterin, die die BeschÃ¼tzer schÃ¼tzten, Ã¤hnelte so sehr der einzigen Frau, die er je geliebt hatte.

Er wusste, Kyoko war die Reinkarnation derjenigen, die er vor so langer Zeit verloren hatteâ¦ der einen, die ihm gnadenlos weggenommen worden war.

Seine Hand ballte sich zur Faust, als die Erinnerungen von einer anderen Zeit zurÃ¼ckkommen wollten. Er schob sie mit einem Knurren weg und konzentrierte sich wieder auf die Priesterin vor ihm. Wie konnte er ein unbeflecktes Herz dazu bringen, sich in ihn zu verlieben, wenn er das reine BÃ¶se war? Sie hatte die Macht, die er vor so langer Zeit ihrer VorgÃ¤ngerin gegeben hatte. Das war es, was ihn zu ihr hinzog, der Gedanke, diese Reinheit zu erobern. Erst wÃ¼rde er sie in eine Falle verwickeln mÃ¼ssen.

âIch werde die Magie der Tenshi verwenden, um der Priesterin einen Zauber aufzuerlegen, der sie dazu bringen wird, sich in mich zu verlieben.â Hyakuhei begann zu lachen, aber es lag kein Humor in dem GerÃ¤usch. Mit geschlossenen Augen, rief er die engelsgleiche Gestalt von einem der DÃ¤monen, die er in seinen KÃ¶rper aufgenommen hatte, und nun kontrollierte.

Dieser DÃ¤mon, ein Tenshi, konnte einen Zauber um das MÃ¤dchen schlingen, sodass sie sich unbewusst in den verliebte, der sie in seinem Besitz hielt. Nachdem er auch einen DÃ¤mon mit unaussprechlicher Macht gerufen hatte und eine Horde von fliegenden, bÃ¶sen Geistern, um Toya und die anderen in Schach zu halten, schickte Hyakuhei sie alle los, um auf die Gruppe zu treffen, wÃ¤hrend er alles im Spiegel der Seelen beobachtete.



*****



Als Toya und die Gruppe sich der unheilvollen Aura in dem Tal nÃ¤herten, blieb Kyoko stehen. BÃ¶sartigkeitâ¦ sie konnte sie Ã¼berall um sie fÃ¼hlen, aber sie konnte sie nicht sehen. âEtwas ist hier bei unsâ, flÃ¼sterte Kyoko und machte einen verÃ¤ngstigten Schritt zurÃ¼ck. Ihre groÃen, smaragdgrÃ¼nen Augen hoben sich zu einem HÃ¼gel vor ihnen gerade als ein riesiger DÃ¤mon aus dem Boden stieg, als wÃ¼rde er aus einem nicht gekennzeichneten Grab klettern.

Toya knurrte Ã¼ber die kleinen DÃ¤monen, die auch aus dem Boden traten. Die Zwillingsdolche erschienen schnell in seinen HÃ¤nden wÃ¤hrend Shinbe und Suki sich an seine Seiten gesellten. Kaen fletschte seine ZÃ¤hne als Kamui zu Kyoko hinÃ¼ber huschte, um sich vor sie zu stellen, fÃ¼r den Fall, dass einige der DÃ¤monen an den anderen vorbei kamen.

Toya sprang nach vorne und rief: âKyoko! Siehst du den Talisman in dem groÃen DÃ¤mon?â

Kyoko schaute konzentriert auf den DÃ¤mon und sah ein leises Leuchten in seiner Stirn. âStirn!â, rief sie zurÃ¼ck zu Toya wÃ¤hrend Suki begann, die Geister, die vor dem groÃen DÃ¤mon auf sie zuflogen, abzumetzeln.

Kyoko beobachtete, wie Shinbe begann, die violetten Perlen von seiner Hand abzuwickeln, um die verfluchte Leere, die Hyakuhei ihm als Kind geschenkt hatte, zu Ã¶ffnen. Dieselbe Leere, die ihn als Ganzes verschlucken konnte, wenn ihre KrÃ¤fte auÃer Kontrolle gerieten. Das Vakuum der Leere wÃ¼rde die DÃ¤monen in Wellen in seine Tiefen saugen, wodurch sie eine der besten und gefÃ¤hrlichsten Waffen im Kampf gegen Hyakuhei und seine Armee war.

Kyoko sah einen Schatten an ihr vorbeifliegen und sah hoch. âShinbe! Tu es nicht! Ein Verwandler.â Sie zeigte darauf und Shinbe hob seinen Blick und verschloss die verfluchte Leere schnell wieder, nickte ihr ein Danke fÃ¼r die Warnung zu, gerade als ein Schwarm von DÃ¤monen auf sie losging. Die Verwandler waren die eine Sache, die die Leere nicht verkraftete.

Shinbe wÃ¤re beinahe gestorben, das letzte Mal, als er unabsichtlich einen von Hyakuheis Verwandlern eingesaugt hatte. Ihre Macht reflektierte sich in der Leere, wodurch diese auÃer Kontrolle geriet und Shinbes eigenes Leben in die Gefahr brachte, selbst von dem verfluchten Vakuum gefressen zu werden.

Sukis Bajonett zischte im letzten Moment durch die Luft und tÃ¶tete einige der niedrigen DÃ¤monen, die sich nÃ¤herten. Shinbe warf FlÃ¼che und kÃ¤mpfte mit Zaubern gegen den Rest, der sie angriff.

In diesem Moment passierte alles auf einmal. Kyoko sah zu, wie die Gruppe einen groÃen Schwarm von Bodenkriegern abwehrte. Fliegende DÃ¤monen griffen Toya mit Bewegungen an, die zu schnell waren, um sie zu sehen, sodass der Mammut-DÃ¤mon freie Bahn hatte. Toya wurde Ã¼ber das Schlachtfeld geworfen, nur um sofort wieder aufzustehen und ihn wieder anzugreifen.

Kyoko hob ihren Bogen, wollte helfen, soviel sie konnte, als etwas ihre Aufmerksamkeit ablenkteâ¦ ihre Bewegungen erstarren lieÃ. Ein Licht senkte sich auf sie herab, stieÃ Kamui weg, als wÃ¤re er von ihr weggeschleudert worden. Es war so hell, dass Kyoko ihre Augen fest zudrÃ¼ckte und ihren Arm vor ihr Gesicht hob, um nicht geblendet zu werden.

Toya sah die Lichtgestalt, die auf Kyoko herab schwebte. Sein Herz hÃ¤mmerte in seiner Brustâ¦ seine Aufmerksamkeit war auf sie gerichtet, statt auf den Kampf mit dem DÃ¤mon, als er sich wieder einmal vom Boden erhob.

Als sie schlieÃlich ihre Augen Ã¶ffnete, schrie Kyoko auf, als sie einen Mann genau vor ihr sah. Er war schÃ¶nâ¦ mit FlÃ¼geln aus Lichtâ¦ wie in ihren LiteraturbÃ¼chern in der Schule. Diese hÃ¤tten geschrieben, dass er ein Engel war. Dieser Mann war bestimmt kein Engelâ¦ das fÃ¼hlte sie. Sie zog die Sehne ihres Bogens zurÃ¼ck und ein Gedankenpfeil erschien wÃ¤hrend sie sich an die Geschichte erinnerte, dass der schÃ¶nste Engel aus dem Himmel verstoÃen worden war, weil er bÃ¶se war.

Kyoko hielt ihren Arm ruhig wÃ¤hrend sie in die Kristalle sah, die seine Augen darstellten, aber sie konnte nicht schieÃen. Wie konnte sie etwas so Wunderbares verletzen? Mit seinem langen, weiÃen Haar, das um ihn floss, sie hatte in ihrem ganzen Leben noch nichts so LiebenswÃ¼rdiges gesehen. Er kam langsam auf sie zu, flÃ¼sterte Worte, die sie nicht verstehen konnte.

Suki und Shinbe hatten gemeinsam die meisten der fliegenden Geister ausradiert und sie drehten sich um, um Toya mit dem wÃ¼tenden DÃ¤mon zu helfen, der den BeschÃ¼tzer in den Boden hÃ¤mmerte, weil er sich nicht auf den Kampf konzentrierte. Er war zu sehr beschÃ¤ftigt damit, zu sehen, was mit Kyoko geschah.

Suki warf ihre Waffe und sie schnitt durch die Wange des DÃ¤mons, sodass er seine Aufmerksamkeit auf sie richtete. Shinbe riss sie aus der Schusslinie, gerade als der DÃ¤mon angriff und Staub und BlÃ¤tter aufwirbelte, als seine Klauen Suki verfehlten und dafÃ¼r den Boden aufritzten. Er rief zu Toya: âGeh und hilf Kyoko. Wir kÃ¼mmern uns um den hier!â

Toya rannte zu dem strahlenden Licht, sah das Bild eines Mannes mit FlÃ¼geln, der innerhalb der Sperre auf Kyoko zu schwebte. Er rannte darauf zu, aber das Lichtfeld hielt ihn ab, ebenso, wie es Kamui weggeschleudert hatte. Kleine Blitze schwarzen Lichts verbrannten seine Haut. Er flog rÃ¼ckwÃ¤rts und krachte mit einem lauten Plumpsen in den Boden. Er lag da eine Minute, benommen, versuchte, wieder zu Atem zu kommen.

Kamui stand auf der anderen Seite der Lichtkugel und warf panisch jeden einzelnen Zauber, der ihm einfiel, um die Barriere zu durchbrechen, aber es half nichts. Er knurrte frustriert, als er wieder versuchte, den Schild zu zerstÃ¶ren und zu Kyoko zu kommen. Er faltete seine HÃ¤nde vor sich, sang seinen mÃ¤chtigsten Zauber und lieÃ ihn los, nur damit der Zauber an dem Schild reflektiert wurde, und ihn selbst traf und ihn wild Ã¼ber das Gras davonschleuderte.

Kyoko versuchte, der Anziehungskraft der engelhaften Gestalt vor ihr zu widerstehen. Sie konnte hÃ¶ren, wie sie einen Zauber flÃ¼sterte und sie spÃ¼rte ein komisches GefÃ¼hl, das von ihrer Brust aus durch ihren KÃ¶rper strÃ¶mte. Es war nicht schmerzhaftâ¦ aber dennochâ¦ es fÃ¼hlte sich an als wÃ¼rde es explodieren. Nicht vor Schmerzâ¦ sondern mit einem GefÃ¼hl der Liebe. Sie war trotzdem noch genug sie selbst, um gleichzeitig Angst zu empfinden.

Sie versuchte, vor ihm zurÃ¼ckzuweichen, als er immer nÃ¤her kam, und in diesem Moment wurde ihr klar, was genau er machte. Dieser hinterhÃ¤ltige DÃ¤mon verzauberte sieâ¦ und jetzt war es zu spÃ¤t. Kyoko blinzelte langsam. Sie fÃ¼hlte das Ã¼berwÃ¤ltigende GefÃ¼hl, verliebt zu sein. Sie wÃ¼rde alles fÃ¼r diese Person tun, aber sie wusste nicht einmal, wer diese Person war. Wer war derjenige, den sie so sehr liebte, dass es schmerzte?

Sie fÃ¼hlte, wie der Boden sich unter ihren FÃ¼Ãen bewegte und sie begann, in einem Loch zu versinken, gerade als der verfÃ¼hrerische DÃ¤mon schlieÃlich nur noch Zentimeter vor ihr stand. Seine seidigen Lippen streiften Ã¼ber ihre und ihre Welt wurde schwarz.



*****



Hyakuhei sah in den Spiegel und beobachtete, wie Kyoko der Zauber auferlegt wurde. Er wusste, wenn sie aufwachte, wÃ¼rde die Person vor ihr, derjenige sein, den sie liebte. Seine Augen glÃ¼hten in einem schwachen, roten Licht als er ein Portal unter dem Schild, in dem sie gefangen war, Ã¶ffnete, und sie zu sich zog.

âJa, komm zu mir. Ich bin derjenige, den du wirklich liebst.â Seine Gedanken verwirrten sich und er hatte das GefÃ¼hl, dass sie endlich zu ihm nach Hause kam. âWie es sein sollteâ, flÃ¼sterte er.

Yuuhi beobachtete Hyakuhei ohne jedes Anzeichen einer Emotion auf seinem bleichen, kindlichen Gesicht. âSie wird nicht kommen, denn Toya wird sie aufhalten.â

Hyakuheis Augen richteten sich wÃ¼tend auf den Jungen vor ihm ehe er seinen Blick wieder auf den Spiegel konzentrierte.



*****



Toya stand Ã¼ber der Lichtkugel, die Kyoko von ihm fern hielt. Sein gesamter KÃ¶rper vor Angst und Zorn zitternd, sammelte er seine BeschÃ¼tzerkrÃ¤fte und lieÃ sie in seine Zwillingsdolche flieÃen.

âDu wirst sie mir nicht wegnehmen!â Seine Augen wurden sofort zu geschmolzenem Silber als seine Macht an die OberflÃ¤che kam und eine Schockwelle von ihm ausstrÃ¶mte, sodass sein Haar und seine Kleider im Wind wild flatterten. Er Ã¼berkreuzte seine Zwillingsdolche, sodass die Klingen blau aufleuchtenden als der Tenshi Kyokos Lippen kÃ¼sste.

Der DÃ¤mon sah hoch, gerade als Toya sich herunter stÃ¼rzte. Mit einem Blitz verschwand der Schild und die Klingen trafen auf den Tenshi, tÃ¶teten in sofort.

Toya bÃ¼ckte sich hinunter und ergriff Kyoko um die Taille, zog sie hoch und aus dem Loch heraus, das sich unter ihr geformt hatte. Er sprang von dem Loch weg, gerade als der riesige DÃ¤mon, den Suki und Shinbe bekÃ¤mpften, wieder versuchte, ihn anzugreifen.

Nachdem er sah, dass Kyoko bewusstlos war, und er nicht wusste, was der geflÃ¼gelte DÃ¤mon mit ihr gemacht hatte, sah Toya rot. Er hob seinen Feuerdolch mit einem wÃ¼tenden Knurren, fÃ¼hlte, wie sich Hitze in seinem BeschÃ¼tzerblut aufstaute und lieÃ sie auf die sich nÃ¤hernden DÃ¤monen los, zerfetzte sie alle.



*****



Yuuhi senkte den Spiegel der Seelen vor Hyakuhei, der enttÃ¤uscht wegschaute.

Hyakuheis Stimme blieb ruhig. âEgal, der Zauber wird nur ein paar Stunden anhalten, nachdem der Tenshi zerstÃ¶rt wurde.â Er bereute es nicht, denn er wÃ¼rde noch viele weitere Chancen bekommen und er wÃ¼rde die Priesterin gefangen nehmen. Er Ã¶ffnete seine Faust, sodass die kleinen Kristallsplitter sichtbar wurden, die sie letztendlich in seine HÃ¤nde befÃ¶rdern wÃ¼rden.

âSie wird trotzdem zu mir kommenâ, sagte er mit verfÃ¼hrerischer Stimme, wÃ¤hrend Yuuhi zurÃ¼ck in den Spiegel sah.



*****



Toya fÃ¼hlte sich durch die Ereignisse so gebrochen, dass er nicht einmal bemerkte, dass die dunklen Wolken verflogen waren und die Sonne wieder ihre spÃ¤ten Strahlen Ã¼ber die Lichtung schickte. Er zog Kyoko noch nÃ¤her an sich, sodass ihr Kopf auf seinem Oberschenkel lag, wÃ¤hrend er kniete. Er konnte keine Wunden sehen, aber die Tatsache, dass sie bewusstlos war, lieÃ ihn TodesÃ¤ngste ausstehen. Er achtete nicht auf die anderen, als sie sich um ihn versammelten.

Kamui kniete sich neben Toya nieder. âGeht es ihr gut?â Er sah auf Kyoko hinunter und seine Stimme brach beinahe. âIch sollte sie beschÃ¼tzenâ, flÃ¼sterte er, als er seine Hand ausstreckte und ihre Wange mit seinen Fingerspitzen berÃ¼hrte. âKyoko, bitte wach aufâ¦ fÃ¼r michâ¦ komm schonâ¦ wieso wachst du nicht auf?â Das Zittern in Kamuis Stimme zeigte die SchuldgefÃ¼hle, die an ihm nagten, weil er sie nicht gerettet hatte.

Shinbe war derjenige, der antwortete: âIch erkannte den lieben DÃ¤mon, der bei ihr war. Ich habe vor einiger Zeit ihre Geheimnisse studiert. Sie heiÃen Tenshi. Er ist sehr schwach bei physischen Angriffen und kann leicht zerstÃ¶rt werden. Seine eigentliche Macht ist ein betrÃ¼gerischer Liebeszauber.â Er richtete seine nÃ¤chste Frage an Toya: âEr hat sie nicht gekÃ¼sst, oder?â

Toya nickte, erinnerte sich an den Blitz der Eifersucht, der durch ihn geschossen war, als die schÃ¶ne, mÃ¤nnliches Gestalt es gewagt hatte, Kyoko zu kÃ¼ssen.

Shinbe seufzte und schlug seine Hand vor sein Gesicht, ehe er zwischen seinen Fingern durch blinzelte. âDann haben wir vielleicht ein Problem, wenn sie aufwacht.â

Toya fÃ¼hlte, wie sein Magen sich schmerzhaft zusammenzog, bei dem Gedanken, dass Kyoko irgendwie verletzt sein kÃ¶nnte. âShinbe, was ist mit ihr los? Welche Art von Zauber hat dieser Mistkerl ihr auferlegt? KÃ¶nnen wir ihr irgendwie helfen? Gibt es ein Gegenmittel oder so?â Er sprach ruhig, lieÃ sie nie aus den Augen, aus Angst, dass sie aufhÃ¶ren kÃ¶nnte, zu atmen. Er hatte sich in seinem ganzen zeitlosen Leben noch nie so benommen gefÃ¼hlt.

âNun, der Tenshi hat ihr einen Liebeszauber auferlegt, als er sie kÃ¼sste. Soviel weiÃ ich. Er wollte sie wohl zu Hyakuhei bringen, als sie hinunter in das Loch gingen, das sich geÃ¶ffnet hatte. Aber nachdem du den DÃ¤mon umgebracht hast, sollte der Zauber nicht sehr lange andauern.â Shinbe warf einen besorgten Blick auf Toya, hoffte, dass seine Studien zu dem richtigen Ergebnis gefÃ¼hrt hattenâ¦ um ihrer aller Willen.

Toya runzelte die Stirn, als er sich ein paar Zentimeter von ihr entfernte und aufstand. Sein Herz schlug schneller, als er fragte: âWas fÃ¼r eine Art Zauber ist ein Liebeszauber, und wieso will Hyakuhei ihn auf Kyoko legen?â Dann dÃ¤mmerte ihm, was Hyakuheis Ziel gewesen war. Seine HÃ¤nde ballten sich zu FÃ¤usten und seine Augen wurden sehr schmal. âVerdammt sei der Mistkerl! Ich werde ihn umbringen!â

Er lieÃ sich schwer zu Boden fallen und setzte sich neben Kyoko. âUnd, was wird passieren, wenn sie aufwacht und Hyakuhei ist nicht hier?â Toya versuchte, die Wut zu verbergen, die er bei dem Gedanken fÃ¼hlte, dass Hyakuhei Kyoko wollte.

Shinbe beugte sich Ã¼ber sie. âLass es uns herausfinden.â Er tÃ¤tschelte sanft Kyokos Wange. âKyoko, Liebling. Wach auf.â Er lÃ¤chelte, als ihre Augenlider zu zittern begannen. Suki setzte sich neben ihn und wartete darauf, dass Kyokos Blick klar wurde, wollte sehen, ob es ihr gut ging.

Kyoko sah alles verschwommen, als sie ihre Augen Ã¶ffnete. Ihre Brust schmerzte. Sie hob ihre Hand und legte sie auf ihr Herz und drÃ¼ckte ihre Augen einen Moment lang fest zu. Dann hÃ¶rte sie Shinbe.

âKyoko, geht es dir gut?â Shinbe lehnte sich Ã¼ber sie und sie konnte ihn langsam scharf sehen, als sie zu ihm hochsah.

Kyoko starrte ihn eine Sekunde lang an und fÃ¼hlte, wie jeder Nerv in ihrem KÃ¶rper zum Leben erwachte. Oh Gott, Shinbe war wunderschÃ¶n mit seinem langen, dunkelblauen Haar, das um sein perfektes Gesicht hing. Seine Augen sahen aus wie Amethyst-Kristalle, als er sie beobachtete. âMir geht es gut.â Kyoko drÃ¼ckte sich hoch in eine sitzende Position und schlang ihre Arme um seinen Hals, wollte ihm nÃ¤her sein. âOh Shinbe. Ich liebe dich so sehr.â

Shinbes Augen blitzten mit reinster Freude auf, als Kyoko sich selbst an ihn drÃ¼ckte. Vergessend, dass alle zusahen, erwiderte er ihr LÃ¤cheln und fragte: âKyoko, Liebling. Willst du ein Kind von mir haben?â

Kyoko lÃ¤chelte breit: âSehr gerne.â Sie wartete wÃ¤hrend Shinbe sich mit seinem violetten Blick auf ihre Lippen senkte. Das war ungefÃ¤hr zu der Zeit, als Sukis Waffe so fest auf Shinbes Kopf landete, dass ihm schwindlig wurde. Er keuchte vor Schmerzen als er bewusstlos wurde.

Kyoko runzelte die Stirn, als Shinbe in einem HÃ¤ufchen neben ihr landete. Etwas verwirrt richtete sie ihren Blick auf Suki, die mit einem arroganten Gesichtsausdruck ihre Waffe zurÃ¼ck auf den Boden legte. âAah, Suki.â Kyoko krabbelte zu ihr, die ganze Zeit gefÃ¼hlvoll lÃ¤chelnd. Sie streckte ihre Hand aus, und legte ihre HandflÃ¤che auf Sukis Wange. âDu bist so wunderschÃ¶n.â

Sukis Augen wurden riesig wÃ¤hrend sie rÃ¼ckwÃ¤rts krabbelte und versuchte, von Kyoko wegzukommen, aber diese krabbelte vorwÃ¤rts und folgte ihr, immer noch lÃ¤chelnd.

Toya saÃ da, zu benommen um etwas zu unternehmen. Er sah einfach zu, wie Kyoko Suki voller Verliebtheit verfolgte.

âToya, kannst du sie bitte zurÃ¼ckrufen!â Suki klang, als hÃ¤tte sie mehr Angst vor Kyoko als vor jedem DÃ¤mon, der sie im Kampf je erschreckt hatte.

Toya grinste, als er seine Arme ausstreckte und Kyoko von hinten ergriff, seine HÃ¤nde um ihre Taille schlang und sie von Suki weg und in seinen SchoÃ zog. Er grinste Suki an, bis Kyoko sich in seinem SchoÃ umdrehte, sodass sie ihm ins Gesicht sah.

Seine Welt blieb ruckartig stehen, als er in Kyokos Augen blickte. Durch die Liebe fÃ¼r ihn, die aus ihren smaragdgrÃ¼nen Augen leuchtete, schmerzte seine Lunge und sein Herz fÃ¼hlte sich an, als wÃ¤re es getreten worden. Toya konnte nicht atmen. Es war der Blick, den er so ersehnt hatte, und von dem er oft getrÃ¤umt hatte. Und jetzt war sie hier, starrte ihm geradewegs ins Gesicht. Kyokoâ¦ liebte ihn.

âToya...â, flÃ¼sterte sie sanft. âBitte, kÃ¼ss mich.â Ehe er ihren sÃ¼Ã ausgesprochenen Wunsch erfÃ¼llen konnte, hatte Kyoko sich schon zu ihm vor gelehnt und schlang ihre Arme um seinen Hals. Sie murmelte die Worte: âIch liebe dichâ, gerade als ihre Lippen sich auf seine drÃ¼ckten.

Toya fÃ¼hlte einen glÃ¼cklichen Ruck durch seinen KÃ¶rper gehen, als ob er gerade gestorben und wieder zum Leben erwacht wÃ¤re. Als sie ihre Lippen fÃ¼r ihn Ã¶ffnete, konnte er nicht verhindern, dass seine Zunge herausschoss und tief in sie hinein, sich dem Kuss seines Lebens ergebend suchte er all ihre verborgenen Stellen, die er schon so lange entdecken wollte. Er sog ihren heiÃen Atem in sich, als ihr Kuss versuchte, den seinen zu dominieren.

Seine Arme schlangen sich um ihren RÃ¼cken, drÃ¼ckten sie fester an ihn, als eine Welle des besitzen Wollens durch seine Adern strÃ¶mte. Ihre kleine Hand hatte sich hoch in sein Haar geschoben, wo sie sich verkrallte, ihn gefangen hielt.

Shinbe kam wieder zu Bewusstsein. Als er sich aufsetzte, folgten seine Augen den erschrockenen Blicken von Kamui und Suki. Seine Kinnlade fiel bei dem Anblick hinunter. Sie sahen aus wie zwei Liebhaber, die es voll aufeinander abgesehen hatten, und nicht wussten, dass sie beobachtet wurden. Shinbe streckte seine Hand aus und ergriff Sukis Arm, rÃ¼ttelte ihn, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, auch wenn sein Blick immer noch auf dem Paar haftete.

Suki drehte ihren Kopf halb, um ihm zu zeigen, dass sie ihn spÃ¼rte, aber ihre Augen hingen immer noch fest auf Toya und Kyoko. Keiner von ihnen konnte glauben, was sie sahen.

Shinbe versuchte, wieder zu Sinnen zu kommen, indem er seinen Kopf fest schÃ¼ttelte, um die schmutzigen Gedanken, die sich dort nach vorne drÃ¤ngten, wegzuwischen. Seinen Verstand wiederfindend, lehnte er sich zu Suki. âMeinst du nicht, wir sollten sie aufhalten, ehe es zu weit geht?â, flÃ¼sterte er und fÃ¼hlte sich ernsthaft wie ein Spanner. âIch meine, wenn der Zauber nachlÃ¤sst und Kyoko wieder normal ist, wird sie wÃ¼tend sein, wenn sie nicht mehr ganz ist.â Shinbe wusste, dass Suki die doppelte Bedeutung nicht entgehen wÃ¼rde.

Suki errÃ¶tete, als sie zu ihm hinÃ¼ber schielte. âJa, ich bin nur froh, dass er sie aufgehalten hat, bevor sie das mit mir tat.â Sie grinste.

Shinbe hob eine Augenbraue und wollte gerne wissen, was zum Teufel er verpasst hatte.

Kamui, der in stiller Verwunderung zugesehen hatte, hÃ¶rte Sukis Bemerkung. Er konnte nicht andersâ¦ der Gedanke, wie Kyoko Sukis Lippen derart in Beschlag nahm. Er brachte ihm einen Lachkrampf, den er still zu halten versuchte, aber es nicht schaffte.

Shinbe und Suki kicherten als Kamui seinen leichtsinnigen Kopf vor Lachen schÃ¼ttelte, aber dann schielte Suki zurÃ¼ck zu Toya und sah, wie sein KÃ¶rper schon begonnen hatte, sich in einem verfÃ¼hrerischen Rhythmus an Kyokos zu reiben. Sie wusste, sie mussten irgendwie einschreiten.

Toya war im Himmel, nahm alles was er konnte von dem Kuss. Er vertiefte den Kuss sogar noch, als seine Leidenschaft aufflackerte. Der Wille, Kyoko sein zu machen, kochte durch sein BeschÃ¼tzerblut. Er knurrte tief, als seine Hand ihren Kopf ergriff. Seine Finger verwickelten sich in ihrem Haar als er sie tiefer in seinen nun fordernden Kuss zog.

So wie sie auf ihm saÃ, mit ihren Beinen zu seinen Seiten, konnte er ihre Hitze auf seinem sich aufrichtenden, besten StÃ¼ck fÃ¼hlen. Toya lieÃ seinen Arm tiefer in ihren RÃ¼cken sinken, wÃ¤hrend er sich selbst an ihr rieb. Das GefÃ¼hl lieÃ ihn die Kontrolle verlieren. Er nahm nichts um sich wahr, auÃer seinem BedÃ¼rfnis, alles von ihr zu haben.

Der aufreizende Geruch der Lust, den sie ausstieÃ, zeigte ihm, dass sie bereit war, sein zu werdenâ¦ fÃ¼r immer. Alles, was er brauchte, war, in ihr zu seinâ¦ tief in ihr.

Shinbe und Suki erkannten, dass es schon zu weit gegangen war, und ihnen war klar, dass keiner der beiden sich noch unter Kontrolle hatte. Shinbe stand auf und Suki stellte sich neben ihn, ihr LÃ¤cheln nun verschwunden. Beide hatten zu viel Angst, sich zu nÃ¤hern. Es war nicht mehr lustig.

âToya, bitte hÃ¶r sofort damit auf. Denk daranâ¦ Kyoko ist verzaubert und weiÃ nicht, was sie tut. Toya!â, rief Shinbe und hoffte, dass es nicht zu spÃ¤t war. Er machte einen Schritt zurÃ¼ck als Toyas Kopf hoch schoss.

Toyas Augen wurden silbern und verfÃ¤rbten sich dann rot als er warnend knurrte, um sie zum RÃ¼ckzug zu bewegen.

Shinbe machte einen schÃ¼tzenden Schritt vor Suki. âDas ist nicht Toyaâ, zischte er, wÃ¤hrend er seinen Stab so fest umklammerte, dass seine KnÃ¶chel weiÃ hervor traten. Er musste eine MÃ¶glichkeit finden, Toya aus seinem momentanen Geisteszustand wach zu rÃ¼tteln, bevor die Sache zu weit ging.

âIch habe keine Angst vor Toyas DÃ¤monen-Seite.â Kamui runzelte die Stirn und ging auf die beiden zu, fest entschlossen, Kyoko von seinem Bruder weg zu nehmen. Er wurde aufgehalten, als Suki einen seiner Arme ergriff und Shinbe den anderen.

âNein, Kamuiâ, riefen sie im Chor.

Sukis Herz raste aus Angst fÃ¼r beide ihrer Freunde. âVerdammter Hyakuhei und seine FlÃ¼che!â Sie versuchte noch einmal, ihn dazu zu bringen, zu verstehen: âToya, sie wird dich hassen, wenn du sie nimmst, wÃ¤hrend sie nicht weiÃ, was sie tut. Bitte, versuche, dich selbst wieder unter Kontrolle zu bringen.â Ihre Stimme wurde rauer: âDu musst sie gehen lassen.â

Toyas Blick richtete sich wÃ¼tend auf Suki, wÃ¤hrend die Worte langsam durch den Nebel der Lust strÃ¶mten und sein Unterbewusstsein erreichten. Die gefÃ¤hrliche Farbe zog sich aus seinen Augen zurÃ¼ck und sie wurden wieder zu flÃ¼ssigem Gold. ZÃ¶gernd wandte er seine Aufmerksamkeit wieder Kyoko zu, sein Herz zerbrochen. Seine Sicherungen wÃ¤ren beinahe wieder durchgebrannt, als sie sich nach unten drÃ¼ckte und eine glÃ¼hend Hitze durch seine steinharte Erektion sandte.

Kyokos Augen waren vernebelt mit ungezÃ¼gelter Leidenschaft und er konnte ihre Lust riechen. Toyas Blick wurde weich, als er sie verstand. Sie wartete darauf, dass er sie nahm. Sie wollte ihn so sehr, wie er sie wollte.

Es kostete ihn all seine Kraft, sie nicht einfach aufzuheben und mit ihr abzuhauen. Aber mit aller Macht, die er noch in sich hatte, verstand er die Wahrheit in Sukis Worten. Kyoko wÃ¼rde ihn hassen. Er hatte sie schon gegen ihren Willen gekÃ¼sst, und jetzt das? Toya drÃ¼ckte sie sanft von sich und stand auf, verschloss seine Augen vor dem abweisenden Blick, den sie ihm nun gab.

Kyoko verstand nicht, wieso er sie verlieÃ. Sie streckte ihre Hand aus, um sein Hemd zu ergreifen, wollte dass er blieb. Es fÃ¼hlte sich an, als wÃ¼rde ihre Welt zersplittern, wenn er sie verlieÃ. âToya, bitte, ich liebe dich.â Ihre Augen wurden wÃ¤ssrig, als sie versuchte, ihn dazu zu bringen, sie anzusehen. Sie flÃ¼sterte mit verwirrter Stimme: âVerlass mich nicht.â

Toya war auf der Stelle angewurzelt stehen geblieben, konnte sich nicht von ihrer Hand losreiÃen. Er versuchte, sich selbst darauf aufmerksam zu machen, dass sie dasselbe zu Hyakuhei gesagt hÃ¤tte, wenn er den Schild nicht durchbrochen hÃ¤tte, ehe sie in das Loch verschwunden war. Seine Krallen bohrten sich tief in seine HandflÃ¤chen, sodass sie zu bluten begannen und er versuchte, sich auf den Schmerz zu konzentrieren, um seine Willenskraft wiederherzustellen.

Suki kam zu Kyoko und hielt sie fest, wÃ¤hrend sie zu Toya hoch sah. âVielleicht solltest du einige Zeit weggehen, bis der Zauber verfliegt und ihr beide euch wieder unter Kontrolle habt.â Sie nickte mit dem Kopf Richtung des Waldes und hoffte, dass er einmal auf sie hÃ¶ren wÃ¼rde.

Toya lieÃ seinen Kopf hÃ¤ngenâ¦ sein dunkles Haar konnte nur dÃ¼rftig die Sehnsucht in seinen Augen vor allen, die zusahen, verbergen. Oh Gott, er wollte sie so sehr, wollte sie genau hier und jetzt markierenâ¦ aber Suki hatte recht, Kyoko war im Moment nicht sie selbst. Sie wÃ¼rde ihn spÃ¤ter dafÃ¼r nur hassen und das wollte er nicht. Er biss seine ZÃ¤hne vor ZurÃ¼ckhaltung aufeinander. Wenn er Kyoko jemals nehmen wÃ¼rde, dann wÃ¼rde er sie nie zurÃ¼ckgeben. Sie wÃ¼rde sein seinâ¦ fÃ¼r immer.

Suki keuchte, als sie den Ausdruck in Toyas Gesicht sah, als er endlich seinen Kopf hob um Kyoko anzusehen. Es war ein Blick voll Erleuchtung und kaum unterdrÃ¼cktem Hungerâ¦ das Silber in seinen Augen der gleiche Ton wie die silbernen StrÃ¤hnen in seinem ebenholzschwarzen Haar.

Er kam einen Schritt auf sie zu, hatte nur Augen fÃ¼r Kyoko, als er sich hinunter beugte, sie sanft auf die Lippen kÃ¼sste, ehe er die Worte: âEs tut mir leidâ, flÃ¼sterte. Dann, mit aller Selbstkontrolle, die er in seinem KÃ¶rper finden konnte, drehte er sich um und verschwand im Wald.

Suki seufzte als Kyoko zu weinen begann. Ihr kleiner KÃ¶rper zitterte als sie schluchzte. Sie legte ihre Hand auf Kyokos Schulter und sah hinÃ¼ber zu Shinbe, wusste nicht, was tun. Ihre eigene Unterlippe begann zu zittern, als sie bemerkte, dass Shinbe ihnen nun den RÃ¼cken zugewandt hatte, und seine Schultern angespannt schienen.

Kamui war auch sehr still geworden, dachte nicht mehr, dass es lustig war. Es war zu viel Wahrheit in der Situation, und das brach sein Herz.



*****



Kyou atmete die Luft ein, die bis vor einer Sekunde noch den Gestank der Ausgeburten des Feindes enthalten hatte. Der Geruch hatte sich schnell verÃ¤ndert, als die Sonne wieder zurÃ¼ckkehrte und er konnte die Priesterin riechen. Ihr Duft schwebte auf ihn zu, getragen von dem leichten Wind, aber er konnte auch den unverwechselbaren Geruch ihrer TrÃ¤nen fÃ¼hlen. Ihrem sÃ¼Ã-sauren Geruch folgend, suchte er sie.

Er wollte nicht, dass irgendjemand, aus welchem Grund auch immer, ihre GefÃ¼hle verletzte und der Gedanke, dass sie weinte, lieÃ seine Wut aufkochen. Was war geschehen, dass TrÃ¤nen in ihre grÃ¼nen Augen traten? Sein ruhiges Gesicht zeigte keinerlei Emotion, aber sein SchÃ¼tzerinstinkt Ã¼bernahm die Kontrolle, als er in die Richtung flog, aus der Kyokos Geruch kam.

Toya war noch nicht weit gegangen, als er fÃ¼hlte, wie sich jemand nÃ¤herte. Er zischte wÃ¼tendâ¦ seine NervositÃ¤t nahm zu. Kyous Geruch kam immer nÃ¤her. Er war ruhig und nicht in Eile, als er Ã¼ber ihn hinweg schwebte, in Kyokos Richtung flog. Mit einem Knurren drehte Toya sich um und eilte zurÃ¼ck dorthin, wo er Kyoko und die anderen zurÃ¼ckgelassen hatte.

Innerhalb nur weniger Sekunden sah Kyou kalt auf die Gruppe hinunter, aus einer HÃ¶he, wo er wusste, dass er nicht bemerkt werden wÃ¼rde. Das Menschen-MÃ¤dchen kniete und weinte wÃ¤hrend die Kriegerin eine Hand auf ihre Schulter legte und versuchte, sie zu beruhigen. Shinbe und Kamui schienen ruhig, standen etwas entfernt und beobachteten die Frauen.

Er konnte Toyas Geruch noch riechen, aber konnte ihn nirgendwo sehen. Er konnte auch den Geruch von Toyas Begierde noch immer dick in der Luft wahrnehmen.

Sein dummer Bruder hatte doch bestimmt nicht versucht, das MÃ¤dchen zu verletzen? Kyou wollte, dass Kyoko zu ihm hoch sah und sandte stumme Gedanken in ihren Kopf wÃ¤hrend er still auf sie hinunter blickte, wobei nach auÃen hin keine Emotionen sichtbar waren. Sein Herz schlug schneller, als sie ihr verweintes Gesicht hob und ihm in die Augen sah.

Kyou starrte bÃ¶se hinunter auf diejenigen, die um sie standen. Alle Augen richteten sich auf ihn, als seine Stimme aus der Luft herunter sank. âWer hat es gewagt, dieses MÃ¤dchen zu verletzen?â Seine ruhige Stimme verschwieg die Gefahr, in der sie alle warenâ¦ denn wer auch immer sie verletzt hatte, wÃ¼rde dafÃ¼r bezahlen.




Kapitel 4 "GefÃ¤hrliche GefÃ¼hle"


Kyoko sah nach oben, als sie eine Stimme in ihrem Kopf hÃ¶rte, die sie sanft dazu aufforderte. Ihre TrÃ¤nen reflektierten das Licht wie glitzernde Diamanten als sie Kyou beobachtete, wie er Ã¼ber ihr schwebte und ihr ein liebevolles LÃ¤cheln schickte.

Suki spannte sich bei Kyous tÃ¶dlicher Frage an und starrte bÃ¶se nach oben. Sie schÃ¼ttelte ihren Kopf: âEs war keiner der BeschÃ¼tzer, der sie verletzt hat. Es war dein Onkel Hyakuhei. Er hat sie verzaubern lassen.â Suki richtete sich auf, wÃ¼tend auf ihn, dafÃ¼r, dass er sie beschuldigte, Kyoko verletzt zu haben. âWir haben den DÃ¤mon, der den Zauber gesprochen hat, getÃ¶tet, also wird Kyoko in ein paar Stunden wieder in Ordnung sein.â

Sie trat vor Kyoko, versuchte ihre Freundin vor Kyous Blick zu schÃ¼tzen. Nachdem Kyoko ihr vorhin erzÃ¤hlte hatte, dass Kyou sie gekÃ¼sst hatteâ¦ Nun, sie wollte nicht, dass Kyoko im Moment auf irgendwelche Ideen kam. Sie wÃ¼rde sie noch eher Shinbe kÃ¼ssen lassen, wenn es dazu kam, also versperrte sie seine Sicht und verschrÃ¤nkte ihre Arme vor der Brust, als wÃ¼rde sie Wache halten.

Sein mÃ¤chtiger Bruder lÃ¤chelte kalt auf Suki hinunter, aber seine Augen wurden schmal, was eine Warnung zu Shinbes Herzen sandte. Er kam nÃ¤her und stellte sich neben Suki, verstÃ¤rkte noch die Sperre gegen Kyous Sicht auf Kyoko, aber auch um seine Aufmerksamkeit von Suki abzuwenden und auf ihn zu richten.

Kamui stand still hinter allem und begann, nach vorne zu gehen, um sich zu ihnen zu gesellen, aber Kaen trat aus dem Nichts warnend vor ihn. Er starrte bÃ¶se auf den RÃ¼cken des Feuerkobolds ehe er seinen wÃ¼tenden Blick auf seinen Ã¤ltesten Bruder richtete.

Kyou war insgeheim beeindruckt von dem Mut, den sie vor ihm zeigtenâ¦ obwohl er ihnen nichts helfen wÃ¼rde. Wieder schickte er Gedanken zu der Priesterin, dass sie ihn ansehen sollte.

Kyoko stand auf und ging um die beiden MÃ¶chtegern-Wachen herum, um Kyou sehen zu kÃ¶nnen. Suki ergriff sie am Arm und versuchte, sie aufzuhalten, aber lieÃ ihre Hand wieder sinken, als Kyou warnend knurrte.

Kyoko sah voller Liebe zu Kyou hoch. FÃ¼r sie war er der perfekteste Engel, den sie je gesehen hatte, wie er dort schwebte, sein seidenes, weiÃes Hemd, um ihn wehend. Sein silbriges Haar floss um sein Gesicht und verlieh seiner unaussprechlichen SchÃ¶nheit einen Hauch von Sinnlichkeit. Und seine goldenen Augenâ¦ Oh Gott, sie liebte ihn.

Und das war es, was Kyou sah und in ihren Gedanken hÃ¶rteâ¦ Liebeâ¦ und sie war nur fÃ¼r ihn bestimmt. Sein Atem ging pfeifend als er einatmete wÃ¤hrend er sie aufmerksam anstarrte, sein Blick verdunkelte sich vor Begierde.

âSie will zu mir kommen, also lasst sie.â Kyou sah genervt hinunter auf Suki und Shinbe. Der Ton in seiner Stimme war genug, um ihnen zu zeigen, dass sie sich auf dÃ¼nnem Eis bewegten als er seinen Blick wieder auf die Priesterin richtete, die ihn so verliebt anstarrte. Sie hob ihre Arme zu ihm hoch und winkte, sodass er kommen und sie holen wÃ¼rde. In ihrem Kopf, wo nur Kyou sie hÃ¶ren konnte, flÃ¼sterte sie seinen Namen sehnsÃ¼chtig.

Suki und Shinbe handelten, ehe der Herr der BeschÃ¼tzer es tun konnte. Sie beide ergriffen je einen der erhobenen Arme und drÃ¼ckten sie wieder nach unten. Kyoko drehte ihren Kopf und sah sie beide anâ¦ immer noch mit einem Ausdruck voller Liebe, zu dem der Zauber sie zwang.

Kyou runzelte leicht die Stirn und sah sie aus zusammengezogenen Augen an. âWelche Art von Zauber wurde ihr auferlegt?â, wollte er mit strenger Stimme wissen.

Shinbe schenkte ihm einen bÃ¶sen Blick. âEin Tenshi hat sie gekÃ¼sst, gerade bevor wir ihn zerstÃ¶rt haben.â Er wusste, dass er nicht mehr sagen musste, denn Kyous Wissen Ã¼ber DÃ¤monen und Zauber Ã¼berstieg die Kenntnisse von ihnen allen bei Weitem.

Kyous Lippen trugen den Hauch eines LÃ¤chelns, jetzt wo er verstand. âLasst sie losâ, trug er mit tÃ¶dlicher Stimme auf, als er zu ihr hinab schwebte. Kyoko beobachtete, wie er sich nÃ¤herte, und schenkte Kyou ein liebevolles LÃ¤cheln, das das Herz des bÃ¶sesten DÃ¤mons geschmolzen hÃ¤tte.

Suki und Shinbe lieÃen Kyokos HÃ¤nde los und machten einen Schritt zurÃ¼ck, wissend, dass sie gegen ihn keine Chance hatten. Er war zu mÃ¤chtig. Sie sahen erschrocken zu, wie er eine Hand auf ihren RÃ¼cken legte, und Kyokos KÃ¶rper fest an den seinen drÃ¼ckte, sie in die Luft hoch hob um dort zu schweben.

Einen Moment lang bemerkte sie die Kraft des harten Oberschenkels, der ihre Beine auseinander drÃ¼ckte und fÃ¼hlte die Hitze seiner Haut durch seine seidenen Kleider. Kyoko schlang ihre Arme um ihn, drÃ¼ckte ihren KÃ¶rper nur noch fester an ihn und genoss das GefÃ¼hl seines wunderbaren Beines zwischen ihren.

Kyou sah zu, wie sich ihre Lippen Ã¶ffneten, als sie sich an ihn drÃ¼ckte. Es gab eine andere MÃ¶glichkeit, den DÃ¤monenzauber zu beschreiben, wie Shinbe bestimmt wusste. Der Zauber hatte sie lÃ¤ufig gemacht. Er erwiderte ihren Druck und hÃ¶rte sie als Antwort seufzen, wodurch ein brennend heiÃer Lichtblitz in seinen Mittelteil schoss, wÃ¤hrend er sie verwundert beobachtete. Niemand hatte ihn je auf diese Art beeinflusstâ¦ niemand kÃ¶nnte das je. Er wÃ¼rde es nicht zulassen.

Er berÃ¼hrte ihr gerÃ¶tetes Gesicht, als sie sich anspannte, auf der Suche nach mehr. Er wusste, dass sie nicht wusste, was sie tat, denn er erkannte den Zauber, unter dem sie stand und ihre Unschuld. Unschuldig oder nicht, ihre Lust wÃ¼rde eine riesige Macht sein, wenn sie einmal freigelassen wurde.

Kyou wusste, dass sie sich an alles, was passierte, erinnern wÃ¼rde, wenn der Zauber verblasste, also rieb er seinen Oberschenkel fest an ihr, schenkte ihr die Lust, die sie ersehnte. Er klatschte seine Lippen auf die ihren in einem fordernden, hungrigen Kuss. Er wÃ¼rde das Feuer der Begierde in ihr entfachenâ¦ Begierde, die auch nach dem Zauber noch erhalten bleiben wÃ¼rde.

Er fÃ¼hlte, wie ihre kleine Hand in sein Haar glitt und ihre Finger ihn ergriffen. Die GefÃ¼hle, die sie bei ihm weckte, lieÃen ihn beinahe die Kontrolle verlieren, als er ihren Mund verzehrte und sich an ihr bewegteâ¦ ihr den Rhythmus zeigte, den er sie eines Tages lehren wÃ¼rde. In dem Versuch, die Kontrolle zu behalten, erinnerte er sich selbst noch einmal daran, dass er sie so nicht nehmen wÃ¼rde. Nicht, wenn der Zauber im Spiel war.

Die anderen fuhren beinahe aus ihrer Haut vor Schreck, als Toya aus dem Wald brach und genau unter Kyou und Kyoko landete. Seine Augen waren nun blutrot vor Zorn, als er zusah, wie Kyou die Frau, die er mehr als das Leben selbst liebte, leidenschaftlich kÃ¼sste. Und er wollte ihn dafÃ¼r umbringen.

âKyou! Lass Kyoko losâ, knurrte Toya und fÃ¼hlte, wie sein DÃ¤monenblut gefÃ¤hrlich nahe an der OberflÃ¤che floss. âSofort!â

Kyou unterbrach den Kuss und sein goldener Blick betrachtete Toya mit wenig Mitleid. âIhr seid diejenigen, die zulieÃen, dass dies mit ihr geschahâ¦ oder nicht?â Er wandte sich wieder dem MÃ¤dchen zu, ihre Augen beobachteten ihn sehnsÃ¼chtig, ihre Lippen waren von seinem Kuss angeschwollen. Dies war nicht der richtige Ort oder die richtige Zeit. Er konnte fÃ¼hlen, dass der Zauber schon begann, zu verblassen, und wusste, dass er sie nun beruhigt bei den anderen lassen konnte.

Kyoko runzelte die Stirn Ã¼ber die unleserlichen Emotionen, die sich in seinen goldenen Augen widerspiegelten. Sie hob eine Hand um sanft seine Lippen zu berÃ¼hren, erinnerte sich an den Kuss. Er streifte seine Lippen Ã¼ber ihre Fingerspitzen, dann flÃ¼sterte sein heiÃer Atem in ihr Ohr, sodass sie zitterte: âBald, Kyoko. Wir werden zu Ende bringen, was wir begonnen haben. Ich werde in dir sein.â

Er lieÃ sie dort stehen und ihn beobachten, wie er rÃ¼ckwÃ¤rts flog und dann verschwand. Kyoko fÃ¼hlte, wie jemand von hinten auf sie zukam, und sie fest an sich zog. Sie drehte ihren Kopf, um hoch zu sehen und erkannte, dass es Toya war. Er hielt sie besitzergreifend fest und sie lehnte sich an ihn, ihr Blick immer noch auf den Himmel gerichtet, wo Kyou verschwunden war.

âKyouâ, flÃ¼sterte sie vertrÃ¤umt. Sie fÃ¼hlte, wie Toyas KÃ¶rper sich um ihren anspannte und schloss verwirrt ihre Augen. Ihre Brust schmerzte. Sie legte ihre Hand Ã¼ber ihr Herz und fÃ¼hlte, wie sie fiel, sie begrÃ¼Ãte das Verschwinden des Schmerzes, als ihre Welt schwarz wurde.

Toya fÃ¼hlte, wie sich Kyoko an ihm entspannte, aber er hielt sie dennoch fester an sich, ihm gefiel nicht, was er gerade gesehen hatte. Dann zerschmolz sie in seinen Armen. Er fing sie auf und hob sie vorsichtig hoch, trug sie zurÃ¼ck zu den anderen.

âHier, nehmt sie.â Seine heisere Stimme zitterte vor Emotionen, als er sie an Shinbe Ã¼bergab, der sie auf eine Decke legte, die Kamui fÃ¼r sie ausgebreitet hatte.

Shinbe drehte sich wieder um und sah, dass Toya ihnen nun den RÃ¼cken zuwandte. Er sah zum ersten Mal, wie sein Bruder sein wahres Herz zeigte, und das machte ihn in seinen Augen irgendwie menschlicher.

Toya seufzte, wÃ¤hrend sein Magen sich schmerzhaft verknotete. âShinbe, wird sie sich an irgendetwas erinnern kÃ¶nnen?â Er drehte sich halb zu Shinbe herum und schielte Ã¼ber seine Schulter, dann zog er den Kopf ein, als er sah, wie sein Bruder zÃ¶gernd nickte.

Shinbe war sich sehr gut bewusst, dass das nicht war, was Toya hÃ¶ren wollte, aber er musste auf die Wahrheit vorbereitet sein. âAlles, sie wird sich an alles erinnern.â Er hatte Mitleid mit Toya, als er sah, wie dieser seine Schultern geschlagen hÃ¤ngen lieÃ.

âWas wirst du tun?â, fragte Shinbe, der wusste, dass Kyoko sich nicht Ã¼ber die Situation freuen wÃ¼rde. Er wollte wirklich nicht in Toyas Haut stecken, wenn Kyoko klar wurde, was beinahe passiert wÃ¤re. Shinbe berÃ¼hrte sanft ihre Wange, fragte sich insgeheim, wie es sein wÃ¼rde, sie so zu kÃ¼ssen. Seine violetten Augen wurden weich. Auch er war im Geheimen in sie verliebtâ¦ aber leider sollte es nicht sein.

Toya hatte keine Ahnung, was er tun wollte, aber verstecken kam bestimmt nicht in Frage. Er setzte sich neben Kyoko und schenkte Shinbe einen warnenden Blick, der seine Hand schnell von dem verbotenen Gebiet ihrer Wange wegzog. Es war schon schlimm genug, dass er schon fast aus der Haut fahren wollte, wÃ¤hrend er dort saÃâ¦ wartete, dass sie aufwachte. Seine Finger zuckten. âShinbe, wie lange wird es dauern, bis sie aufwacht?â

Shinbe hob eine Augenbraue, wÃ¤hrend er wegging, um sich zwischen Suki und Kamui zu setzen. âWieso weckst du sie nicht jetzt auf? Mehr braucht es gar nicht.â

Ehe Toya es sich anders Ã¼berlegen konnte, beugte er sich Ã¼ber Kyoko und rÃ¼ttelte sanft an ihrer Schulter. âKyokoâ, flÃ¼sterte er, dann zog er seine Hand schnell zurÃ¼ck, als ihre dunklen Wimpern zu zucken begannen. âGeht es dir wieder gut?â, fragte er sie leise. Ihre Augen Ã¶ffneten sich weit und Toya hielt seinen Atem an.

âMir geht es gutâ, flÃ¼sterte Kyoko und verzog dann das Gesicht, als ihr klar wurde, dass sie dasselbe gesagt hatte, als sie das letzte Mal aufgewacht war. Beide Male hatte sie gelogen. Sie weigerte sich, Toya anzusehen und ihr Blick wanderte stattdessen zu Suki und Shinbe, wÃ¤hrend sie fÃ¼hlte, wie ihr Gesicht sich schnell verfÃ¤rbte. Sie hatte das GefÃ¼hl, dass sie vor Scham sterben musste.

Kyoko schloss schnell ihre Augen und zog ihre Knie an sich, schlang ihre Arme um ihre Beine und versteckte ihr Gesicht. âEs tut mir leid, Leute. Es tut mir so leidâ, murmelte sie aus ihrem Versteck.

Toya streckte seine Hand aus und legte sie auf ihre Schulter, um sie zu beruhigen. Als sie zusammenzuckte, zog er sie schnell wieder weg und ballte die Hand zur Faust wÃ¤hrend er sie wieder zurÃ¼ck an seine Seite senkte. Der Schmerz der ZurÃ¼ckweisung flackerte in seinen goldenen Augen, als er zurÃ¼ck zu den anderen schielte.

âEs ist schon gut, Kyoko. Das ist alles nicht deine Schuld. Es war Hyakuhei. Dieses verdammte Arschloch.â Die Worte waren ruhig geflÃ¼stert worden, aber es war die Ruhe vor dem Sturm und das hÃ¶rten sie alle laut und deutlich. Toya stand auf und starrte hinunter auf den Vorhang aus Haaren, der sie vor ihm versteckte. Ohne ein weiteres Wort drehte er sich wieder um, um in dem dichten Blattwerk der BÃ¤ume zu verschwinden.

Kyoko wÃ¼nschte sich, dass ein Loch entstehen wÃ¼rde, in dem sie einfach versinken konnte, und wo sie bleiben konnte, wo niemand sie je finden wÃ¼rde. Wie konnte sie ihnen noch ins Gesicht sehen? Dann rief sie laut: âOh Gott, ich will nach Hause.â

Suki stand auf, wollte den Schmerz ihrer Freundin lindern. âKaen und ich kÃ¶nnen dich zur Jungfernstatue bringen, wenn du das willst.â Suki kam auf sie zu, wÃ¤hrend Kaen aus den Schatten trat, schon in seiner Drachengestalt. Sie kletterte auf ihn und streckte ihre Hand zu Kyoko hinunter. âKomm.â

Kyoko stand langsam auf, unfÃ¤hig irgendjemanden anzusehen und flÃ¼sterte voller SchuldgefÃ¼hle: âIch werde in ein paar Tagen zurÃ¼ckkommen.â Sie rannte zu Kaen und sie flogen davon zum Schrein des Herzens der Zeit und ihrem Weg nach Hause.

Toya trat wieder hinaus auf die Lichtung, als er zusah, wie Kaen aus seiner Sicht verschwand. Er wollte nicht, dass sie nach Hause ging. Sein Herz sank ein paar Zentimeter hinab. Was, wenn sie nicht zurÃ¼ckkam? Schnell entschlossen sprintete Toya davon so schnell er konnte, hoffte, dass er sie vor dem Zeitportal einholen konnte, das sie aus seiner Welt wegnehmen wÃ¼rde.



*****



Am Weg zurÃ¼ck zur Jungfernstatue sagte Kyoko kein Wort, also versuchte Suki, etwas aus ihr herauszulocken. âKyoko, du solltest dir wirklich keine Gedanken darÃ¼ber machen. Wir alle wissen, dass es der Zauber war, und nicht du. Also ist es wirklich nicht so schlimm, wie du meinst.â Suki schielte zurÃ¼ck Ã¼ber ihre Schulter und schenkte Kyoko ein LÃ¤cheln.

Kyoko versuchte schwach, das LÃ¤cheln zu erwidern, aber trug nichts zur Unterhaltung bei. Sie war zu sehr damit beschÃ¤ftigt, tausend Tode zu sterben, bei jedem Gedanken daran, was sie getan hatte, vor allem Ã¼ber die Art, wie sie Toya und Kyou gekÃ¼sst hatte. Kyoko schlug ihre HÃ¤nde vor ihr Gesicht, wÃ¼nschte sich wieder, sich verstecken zu kÃ¶nnen. Sie wollte einfach nur nach Hause gehen und soweit sie nur konnte, unter ihre Decke kriechen, und eine ganze Weile nicht mehr hervorkommen.

Sie erinnerte sich daran, wie es sich angefÃ¼hlt hatte, Kyou zu kÃ¼ssen, und seufzte. 'Was muss er von mir denken?' Sie konnte keinem der beiden einen Vorwurf machen, denn sie hatte sich praktisch auf sie geworfen. Sie war auch verwundert Ã¼ber die Reaktion, die sie von Toya bekommen hatte. Er hatte ihren Kuss erwidertâ¦ neinâ¦ mehr noch. Sie zuckte zusammen, als sie sich an das GefÃ¼hl seiner Erektion unter ihr erinnerte.

Kyoko schÃ¼ttelte ihren Kopf. Wenn sie im Moment jemanden wÃ¤hlen mÃ¼sste, wÃ¼rde sie Kotaro nehmen. Wenigstens hatte sie sich nicht auf ihn geworfen!

Sie drÃ¼ckte ihre Stirn gegen Sukis RÃ¼cken, wusste, dass sie den Kuss von Toya genossen hatte, und ja, auch den von Kyou. Aber was mussten sie nun von ihr denken? Kyoko sah hinunter, als der Boden unter ihr verschwamm. Sie waren schon eine Weile unterwegs und nÃ¤herten sich dem Herzen der Zeit. âSuki, kannst du mich hier runter lassen? Ich wÃ¼rde gerne den restlichen Weg alleine gehen.â

Suki klopfte Kaen sanft auf den RÃ¼cken und er sank tiefer und landete. Kyoko stieg ab und Suki folgte ihr. âBist du sicher, dass wir nicht mit dir gehen sollen?â, fragte Suki besorgt.

Kyoko schÃ¼ttelte ihren Kopf und machte dann einen Schritt auf Suki zu und umarmte sie. âIch habe meinen Bogen, falls etwas passiert, und es ist nicht mehr weit. Ich werde in ein paar Tagen zurÃ¼ckkommen. GrÃ¼Ãe die anderen von mir. Ich werde jedem etwas Leckeres mitbringen.â Kyoko versuchte zu lÃ¤cheln, aber ihre Mundwinkel wollten nicht mitspielen, also gab sie auf. Sie drehte sich um und machte sich auf den Weg in Richtung der Jungfernstatueâ¦ und ihrem Weg aus dieser Welt hinaus.

Sie entspannte sich ein wenig, als sie hÃ¶rte, wie Kaen wieder startete und ihr die Einsamkeit schenkte, die sie brauchte. Je weiter Kyoko ging, umso mehr fÃ¼hlte sie sich wieder wie sie selbst, und anstatt sich zu schÃ¤menâ¦ begann sie, wÃ¼tend zu werden. Nicht so sehr auf sich selbst, sondern auf Toya und Kyou, dass sie sie ausgenutzt hatten, wÃ¤hrend sie wussten, dass sie verzaubert gewesen war.

âDas reicht, der nÃ¤chste, der versucht, mich zu kÃ¼ssen, wird niedergemetzelt werden und es ist mir vÃ¶llig egal, wer es ist! Ich habe keinen Freund und im Moment will ich garantiert auch keinen!â Gut, nachdem sie das laut ausgesprochen hatte, fÃ¼hlte sie sich gleich viel besser. Sie wÃ¼rde nach Hause gehen, sich ein paar Tage entspannen und so gut wie neu zurÃ¼ckkommen.

Kyoko entschied, dass sie mit der grÃ¶Ãten Freude Hyakuhei einen Arschtritt verpassen wÃ¼rde, der ihn auf die andere Seite dieser Welt befÃ¶rderte, wenn sie zurÃ¼ckkam. Sie schuldete ihm etwas.



*****



Toya landete auf der Lichtung und hoffte, dass er Kyoko erreichen konnte, bevor sie nach Hause ging. Seine silbernen FlÃ¼gel flimmerten und verschwanden dann spurlos. Sein Herz begann nervÃ¶s zu hÃ¤mmern, als er fÃ¼hlte, wie ihr Geruch nÃ¤herkam. Hoch aufgerichtet stehend beobachtete er, wie sie auf die Lichtung trat. Sie hatte noch nicht hochgesehen, also stand er einfach daâ¦ zwischen ihr und ihrem einzigen Weg nach Hause.

Kyoko hatte schon fast den ganzen Weg zurÃ¼ckgelegt, ehe sie hochsah und mitten im Schritt erstarrte. âToyaâ, brachte sie gerade noch heraus, ehe ihr Blick wider zu Boden sank. Sie war nicht in der Stimmung, um schon mit ihm zu reden. Nicht mit diesen merkwÃ¼rdigen GefÃ¼hlen frisch in ihren Erinnerungen. Dieser Zauber hatte sie lÃ¤ufig gemacht, wenn es keinen besseren Ausdruck dafÃ¼r gab, und obwohl der Zauber weg war, sie spÃ¼rte die GefÃ¼hle immer noch.

'Verdammt, sie nimmt das zu schwer.' Er wusste, dass er etwas tun musste, um die Spannung zu durchbrechen, ehe dies alles vor seinem Gesicht explodierte. âKyoko, hÃ¶r zu, du brauchst jetzt nicht nach Hause zu gehen, nicht, wenn wir so dicht dran sind, Hyakuhei zu finden. Lass eine kleine Sache wie einen Kuss uns nicht im Wege stehen.â

Na also, er hatte es gesagt. Es war keine groÃe Sache und sie sollte einfach mit ihm zurÃ¼ckkommenâ¦ wo sie hingehÃ¶rte. Ja, das wÃ¤re besser. Er begann zu zappeln, als er bemerkte, dass sie genau vor ihm stehengeblieben war.

Kyoko hÃ¶rte seine Worte. Lass eine Kleinigkeit wie einen Kuss uns nicht im Weg stehen? Sie knurrte innerlich. Also dachte er, es war keine groÃe Sache, ja? Er meinte, er konnte das einfach jederzeit tun und sie sollte dem keine Aufmerksamkeit widmen. Ha! Ihre Wut kochte hoch und jetzt hatte sie ein Ziel dafÃ¼r.

âToyaâ, sagte sie mit der sÃ¼Ãesten Stimme, die sie herausbrachte.

âJa, Kyoko?â Toya musste sich selbst zwingen, nicht vor ihr zurÃ¼ck zu weichen, als alle seine Instinkte ihm befahlen, verdammt noch mal hier abzuhauen.

Kyoko beugte sich nach vor, als wollte sie ihm etwas zuflÃ¼stern und er beugte sich ein wenig nach unten, damit er sie hÃ¶ren konnte. Kyoko lÃ¤chelte. âNEIN!â

Toya konnte nicht gegen die Kraft des ZÃ¤hmungszaubers ankÃ¤mpfen, als sein KÃ¶rper schwer wurde, und in den Boden krachte. Er begann sich sofort zu wehren, um wieder aufzustehen, aber sie stand da und hielt den Zauber aufrecht bis er meinte, er wÃ¼rde seinen RÃ¼cken brechen, wenn er dagegen ankÃ¤mpfte.

âKyoko, ich flehe dich an, hÃ¶r auf!â, schrie Toya.

Kyoko stampfte mit ihrem FuÃ auf, aber benutzte den Zauber nicht mehr. Sie biss sich sehr fest auf ihre Zunge, um sich davon abzuhalten. Dann lieÃ sie es alles heraus, aber es war nicht der ZÃ¤hmungszauber. Es waren all die GefÃ¼hle, die sie im Moment empfand.

âWie konntest du nur, Toya? Dass Kyou mich so kÃ¼sst, kann ich noch verstehen, aber du? Du solltest mich doch beschÃ¼tzen! Das heiÃt auch meine GefÃ¼hle! Du hÃ¤ttest mir das nicht antun sollen! Nicht wo du doch wusstest, dass ich nichts dagegen tun konnte! Das Allerletzte, was du tun hÃ¤ttest sollen, war, mich zu kÃ¼ssenâ¦ auf diese Art!â

Toya fÃ¼hlte, wie der Zauber nachlieÃ und er kÃ¤mpfte, um sich von dem harten Boden zu erheben. âKyoko, lass es mich erklÃ¤ren.â

âNein!â, schrie Kyoko. âIch kann das Problem lÃ¶sen. Ich habe keinen Freund in dieser Welt und ich will keinen Freund in dieser Welt! Wenn ich mir je einen Freund suche, dann von meiner eigenen Welt. Und folge mir nicht! Ich werde in ein paar Tagen zurÃ¼ck sein und wenn ich zurÃ¼ck bin, will ich, dass niemand dies je wieder erwÃ¤hnt! Verstanden? Es! Ist! Nie! Passiert!â Sie schrie die letzten Worte gerade als sie die HÃ¤nde der Jungfer berÃ¼hrte und verschwand.

Als Toya sich endlich vom Boden lÃ¶sen und aufstehen konnte, kochte er vor Wut. âVerdammt!â Sie hatte ihn kein Wort sagen lassen. Sie hatte ihn nicht sagen lassen, dass er nicht wollte, dass sie nach Hause ging, oder dass er sie zur Frau nehmen wollte, oder sonst etwas. 'Also will sie keinen Freund in dieser Welt.'

Toyas Augenbrauen zuckten. âWas meinte sie damit? Sie wollte keinen Freund in dieser Weltâ¦ also wÃ¼rde sie sich einen in ihrer eigenen suchen?â Er drehte sich zur Jungfernstatue um und starrte sie an, schrie so laut er konnte: âWas meinst du damit, Kyoko? Komm sofort hierher zurÃ¼ck, verdammt!â

Toya seufzte, wusste, dass sie viel zu weit weg war, um ihn zu hÃ¶ren. Er war nie auf die Idee gekommen, dass jemand aus ihrer Welt sie zur Frau nehmen wollen kÃ¶nnte. Ein kalter Schauer lief Ã¼ber seinen RÃ¼cken, als er nur daran dachte. Nein, sie bluffte nur. Sie musste bluffen, und wenn sie es nicht tat, dann wusste er, wie er das Problem lÃ¶sen wÃ¼rde. Er wÃ¼rde den Mann einfach beseitigen. Nein, dann wÃ¼rde Kyoko ihn ihr ganzes Leben lang hassen. Sie wÃ¼rde ihm nie verzeihen, wenn er einen Menschen verletzte.

âEin Mensch kÃ¶nnte dich nie beschÃ¼tzenâ, knurrte Toya frustriert, dann fÃ¼hlte er Gesellschaft und sah hoch zu der Jungfernstatue. Kyous ruhige Gestalt erschien auf der Lichtung vor ihm. 'Verdammt! Das brauchte er gerade ungefÃ¤hr so sehr wie ein Loch im Kopf.'

âDie Priesterin ist vor dir weggelaufen und in ihre Welt zurÃ¼ckgekehrt.â Sein emotionsloser Ton machte aus der Frage mehr eine Aussage.

âDas geht dich Ã¼berhaupt nichts an, Kyou, also wiesoâ¦ gehst du nicht und kÃ¼sst eine andere Frau und lÃ¤sst Kyoko in Ruhe.â Obwohl sie BrÃ¼der waren, beide Kyokos BeschÃ¼tzer und Bewacher des SchÃ¼tzenden Herzkristalls, vertraute ihm Toya immer noch nichtâ¦ besonders was Kyoko betraf. âKyoko gehÃ¶rt mir, verstanden. Lass sie einfach in Ruhe.â

âSie gehÃ¶rt dir, sagst du?â Kyous Stimme klang fast gelangweilt. âSie ist rein und hat keinen Partner. Sie gehÃ¶rt nicht dir.â Der Wind begann durch die Lichtung zu wehen und Kyou verschwand mit ihm, lieÃ Toya mit einem unguten GefÃ¼hl alleine dort stehen wÃ¤hrend er beobachtete, wie eine von Kyous goldenen Federn in den ausgestreckten HÃ¤nden der Statue landete und verschwand.

Toya lehnte sich zurÃ¼ck gegen die Seite der Jungfernstatue und rutschte langsam daran herunter, bis er saÃâ¦ wartete. Minuten wurden zu Stunden und Toya blinzelte in den Himmel. Wann war die Sonne untergegangen? Er wusste, dass die anderen auf dem Weg waren. Er konnte ihre GerÃ¼che mit dem Wind kommen riechen. Er blieb einfach da, wartete, bis sie sich selbst zeigten.

Suki stieÃ Shinbe vorwÃ¤rts auf die Lichtung und flÃ¼sterte: âGeh und rede mit ihm, Shinbe. Vielleicht hilft es. Wir werden ein StÃ¼ck runter gehen und ein Lager errichten, okay?â Sie stieÃ ihn noch einmal vorwÃ¤rts.

Shinbe wusste, dass Toya wohl nicht besonders guter Laune war. Das war er nie, wenn Kyoko zurÃ¼ck in ihrer Zeit war, aber er wÃ¼rde alles fÃ¼r Kyoko und Suki tun. In diesem Moment wollte eine von ihnen, dass er herausfand, was geschah und versuchte, ob er etwas sagen konnte, was half. Schwer einatmend ging er leise auf Toya zu, hoffte insgeheim, dass dieser schlief.

âWas willst du, Shinbe?â, fragte Toya und der violette BeschÃ¼tzer erschrak.

Shinbe Ã¼berbrÃ¼ckte die Entfernung zwischen ihnen und setzte sich neben Toya. âUnd, immer noch wÃ¼tend?â

Toya sah langsam hinÃ¼ber zu Shinbe. âWie kommst du auf die Idee?â

Shinbe zeigte mit seinem Stab auf das Loch im Boden, das die Form von Toya hatte. âNun, das ist ein neues, oder?â Er konnte nicht verhindern, dass er Ã¼ber seinen eigenen Scherz lÃ¤chelte. Toya starrte bÃ¶se zu ihm hinÃ¼ber und sein Bruder hÃ¶rte auf zu grinsen. Shinbe seufzte. âHast du Ã¼berhaupt mit ihr sprechen kÃ¶nnen?â

Toya zuckte die Schulter. âSie hat mich nichts sagen lassen. Sie war zu wÃ¼tend um zuzuhÃ¶ren. Nun ist sie zurÃ¼ckgegangen und ich habe ein schlechtes GefÃ¼hl. Wir brauchen sie hier.â In seinem Kopf fÃ¼gte er still hinzu: 'Ich brauche sie hier.'

Shinbe nickte. âVielleicht wÃ¼rde es helfen, wenn du nur kurz gehst, um zu sehen, ob es ihr gut geht. SchlieÃlich bist du der einzige von uns, der das tun kann. Und nÃ¤chstes Mal versuch nicht, Dinge zu erklÃ¤ren. Sag einfach, dass es dir leid tut, okay?â Er stand auf und ging ein paar Schritte weg, ehe er wieder stehenblieb und hinzufÃ¼gte: âUnd wenn sie dir eine MÃ¶glichkeit gibt, es zu erklÃ¤ren, dann vergiss nicht, ihr zu sagen, dass du sie liebst. SchlieÃlichâ¦ kann sie keine Gedanken lesen.â

Toya wartete bis Shinbe lÃ¤ngst auÃer Sicht war, bevor er aufstand und schwer seufzte, um seine Nerven zu beruhigen. Als er hinunter sah auf das Gesicht der Jungfernstatue, fragte er sich insgeheim ob Kyokos Ebenbild aus der Vergangenheit ebenso schwierig war wie ihr Nachfahre. Um das herauszufinden mÃ¼sste er mit Hyakuhei sprechen, und das stand auÃer Frage.

Er streckte seine HÃ¤nde nach denen der Jungfer aus und verschwand in das blaue Licht, das ihn umschloss. Durch das Zeitportal zu springen machte ihn immer nervÃ¶s. Es war wie ertrinkenâ¦ aber ohne Wasser.

Die anderen BeschÃ¼tzer nÃ¶rgelten oft darÃ¼ber, dass er der einzige war, der durchgehen konnte, aber Toya war zu dem Entschluss gekommen, dassâ¦ der ZÃ¤hmungszauber. Fair war fair. Er war der einzige, gegen den Kyoko den ZÃ¤hmungszauber anwenden konnte, also war er der einzige, der sie bis in ihre Welt verfolgen konnte, um sie zurÃ¼ckzuzerren.

'Was mache ich? Sie wird nur den ZÃ¤hmungszauber verwenden, wenn sie mich dabei erwischt, wie ich ihr folge.' Toya ging die paar Treppen hoch und aus dem Schreinhaus hinaus in Kyokos Garten. Er war noch nie gut darin gewesen, auf die kleine Stimme in seinem Kopf zu hÃ¶ren, also wieso sollte er jetzt damit anfangen? Die Nacht war ruhig und kÃ¼hl, das half, um ihn fÃ¼r die bevorstehende Konfrontation abzukÃ¼hlen.

Als er zu Kyokos Haus hoch blickte und keine der normalen Lichter brennen sah, beschloss er, um das Haus herum zu gehen, bis er das Fenster ihres Zimmers sehen konnte. Es war nicht das erste Mal, dass er diesen Eingang wÃ¤hlte. AuÃerdem, so wie ihm das GlÃ¼ck gewogen war, wÃ¼rde er bestimmt diesem GroÃvater in die Arme laufen.

Toya kletterte geschickt auf den Baum vor Kyokos Schlafzimmer und lÃ¤chelte als er erkannte, dass ihr Fenster halb offen stand, und das Licht aus war. Er legte seine HÃ¤nde auf das Fenster und stieÃ es leise ganz auf, zuckte kurz zusammen, als es ein leises Quietschen verursachte.

Nachdem er in ihr Zimmer geklettert war, kroch Toya hinÃ¼ber zu ihrem Bett. Sie war halb zugedeckt, ihre kleine Hand unter ihrem Kinn eingerollt, lag sie auf der Seite, ihr nussbraunes Haar auf dem weiÃen Kissen ausgebreitet. Er setzte sich langsam auf die Kante ihres Bettes und beugte sich Ã¼ber sie, beobachtete ihre AtemzÃ¼ge.

Er liebte es, sie zu beobachten wenn sie schlief. Nachdem er ein BeschÃ¼tzer war, schlief er nicht so viel wie Menschen, also hatte er viele MÃ¶glichkeiten, einfach nur dazusitzen und sie zu beobachten, ohne dass sie davon wusste. Toyas Gedanken wanderten zurÃ¼ck zu dem Kussâ¦ beiden KÃ¼ssen.

So wie er es sah, war er immer noch er selbst gewesen, auch wenn seine dÃ¤monische Seite die Kontrolle Ã¼bernommen hatteâ¦ beide Seiten waren ein Teil von ihm. Und obwohl sie unter diesem Liebeszauber gestanden hatteâ¦ war es immer noch sie gewesen. AuÃerdemâ¦ es war nur ein Kuss gewesen. Seine goldenen Augen funkelten silbern bei der Erinnerung an den leidenschaftlichen Kuss, er lieÃ ihn zusammenzucken als der Hunger wieder durch ihn strÃ¶mte.

Verstand sie nicht, dass er sie niemals abweisen kÃ¶nnte, nicht wenn sie auf die Idee kam, dass sie einen Kuss von ihm wollte? Was ihn wirklich traurig machte, war, dass keiner der beiden KÃ¼sse echt gewesen war. Innerlich knurrte er, versuchte, diese Tatsache wegzujagen. FÃ¼r ihn waren sie echt gewesen.

Als die ersten Strahlen der Morgensonne erschienen, kletterte Toya wieder zurÃ¼ck aus dem Fenster hinaus und setzte sich auf einen Ast im Baumâ¦ wartete.

Kyoko wachte auf, streckte sich und Ã¶ffnete ihre Augen. Sie fÃ¼hlte sofort, dass etwas nicht so war, wie es sein sollte. Als sie sich aufsetzte und sich im Zimmer umsah, runzelte sie die Stirn, als sie einen warmen Fleck unter ihrer Hand fÃ¼hlte. Sie bemerkte sofort den Abdruck, wo jemand gewesen warâ¦ neben ihr. Sie konnte das leise LÃ¤cheln nicht unterdrÃ¼cken, das ihre Lippen schmÃ¼cken wollte. Toya war bei ihr gewesen.




Kapitel 5 "Nicht Eingeladen"


Kyoko zog sich schnell fÃ¼r die Uni an. Nachdem sie schon hier war, wÃ¼rde sie heute auch bestimmt hingehen. Sie hatte schon so viel verpasst und auÃerdem vermisste sie ihre Freunde aus dieser Welt. Sie bÃ¼rstete ihr nussbraunes Haar bis es glÃ¤nzte und versprach sich selbst, nicht an das zu denken, was in der anderen Welt vorgefallen war, und einfach den heutigen Tag so zu genieÃen, wie er warâ¦ normal. Sie legte die BÃ¼rste zurÃ¼ck und ging die Treppen hinunter und ins Esszimmer.

GroÃvater sah Ã¼berrascht auf. âKyoko, du bist zu Hause? Gehst du heute auf die Uni? Ich habe mir schon eine gute Entschuldigung Ã¼berlegt, falls du sie brauchst.â Er grinste sie an.

Die Familie hatte sich schon lÃ¤ngst an die Tatsache gewÃ¶hnt, dass Kyoko die Priesterin war, von der ihre Vorfahren schon vor so langer Zeit geschrieben hatten. Der Jungfernschrein hinter ihrem Haus hatte der Familie schon immer gehÃ¶rt, soweit sie sie zurÃ¼ckverfolgen konnten, und sie bewahrten das Geheimnis.

Kyoko stÃ¶hnte. âDanke Opa, aber ich will gehen, also heb sie einfach fÃ¼r nÃ¤chstes Mal auf, gut?â Sie wusste, dass ihr GroÃvater ihr nur helfen wollte, aber einige der Krankheiten, die er erfand, um ihre Freunde und die Uni hinters Licht zu fÃ¼hren, gingen schon sehr weit.

Tama grinste, denn er wusste, dass ihr GroÃvater es oft schwer fÃ¼r Kyoko machte, ihr Gesicht Ã¼berhaupt wieder einmal sehen zu lassen, vor allem, nachdem er sagte, dass sie irgendeine sehr ansteckende, unbekannte Krankheit hatte. Tama hustete in seine Hand um sein Lachen zu verstecken, dann nahm er sich ein StÃ¼ck Toast vom Teller und ging zur TÃ¼r.

âIch denke, du musst die Geschichte, dass sie schwanger ist, fÃ¼r nÃ¤chstes Mal aufheben, Opa.â Seine Beine gaben beinahe nach als er den Gesichtsausdruck von sowohl Kyoko wie auch seinem GroÃvater sah. Er wechselte schnell das Thema wÃ¤hrend er aus dem Zimmer ging. âSchwesterherz, du solltest dich beeilen, wenn du nicht wieder zu spÃ¤t kommen willst.â Er winkte ihr zu und lief weg.

Nachdem sie noch ein paar Minuten blieb um Neuigkeiten zu berichten, kÃ¼sste Kyoko ihre Mutter auf die Wange und verlieÃ das Haus. Der Tag war perfekt, nicht zu kalt und nicht zu heiÃ, wÃ¤hrend sie sich langsam auf den Weg zur Uni machte. Der sanfte Wind fÃ¼hlte sich auf ihrem Gesicht angenehm an und es war schÃ¶n, zur Abwechslung einmal nicht immer aufmerksam sein zu mÃ¼ssen, fÃ¼r den Fall, dass da ein DÃ¤mon um die Ecke auf sie wartete.

Das war einer der GrÃ¼nde, weshalb sie immer wieder durch das Zeitportal zurÃ¼ckging. Um diese Welt sicher und frei von DÃ¤monen zu halten, musste sie versuchen, den Kristall zu finden, und ihn zurÃ¼ck auf diese Seite des Zeitportals bringen, bevor hier die HÃ¶lle ausbrachâ¦ im wahrsten Sinne des Wortes.

Sie war noch nicht sehr weit gelaufen, als ihre Freundinnen in Sicht kamen. Sie blieben stehen und warteten darauf, dass sie sich ihnen anschloss. Kyoko ging schneller bis sie sie erreichte und lÃ¤chelte. Normal zu sein, fÃ¼hlte sich fantastisch an.

Toya beobachtete wie Kyoko ihr Haus verlieÃ und folgte ihr aus Neugier, er wollte nur sehen, dass sie sicher in der Uni ankam. Er sah wie mehrere Frauen ihr zuwinkten und sie sich zu ihnen gesellte und sie plÃ¶tzlich sehr gesprÃ¤chig schien. Toya schlich sich unbemerkt durch die BÃ¤ume, sodass er hÃ¶ren konnte, was sie sagten.

Eines der MÃ¤dchen erzÃ¤hlte Kyoko, dass jemand nach ihr gefragt hatte. Toyas Kopf kam ruckartig hoch als er einen Mann Kyokos Namen rufen hÃ¶rte, der dann rannte, um zu ihnen aufzuschlieÃen. Toya spannte sich an, als der Mann seine HÃ¤nde Richtung Kyoko ausstreckte. Sie lÃ¤chelte ihn an, nickte und legte dann ihre BÃ¼cher in seine Arme.

âDanke, Tasuki.â Kyoko errÃ¶tete. Er wollte immer ihre BÃ¼cher tragen, als wÃ¤ren sie zu schwer fÃ¼r sie, und nachdem sie ihn frÃ¼her so oft abgewiesen hatte, hatte sie schlieÃlich nachgegeben, als ihr klar wurde, dass er sie einfach so lange fragen wÃ¼rde, bis sie ja sagte. Er war sehr ausdauernd, aber nicht unangenehm und das mochte sie an ihm.

Toya beobachtete Tasuki mit kalten, stechenden Blicken. Es gefiel ihm nicht, dass der Junge so nahe neben Kyoko ging und die Art, wie er sie ansah. Er spÃ¼rte, dass Tasuki sie wollte, und es verÃ¤rgerte ihn nur noch mehr, als Kyoko sein LÃ¤cheln erwiderte, als ob sie mehr als nur Freunde wÃ¤ren. Die anderen Frauen waren schon vorgegangen, sodass Tasuki und Kyoko unter sich waren. Toya nÃ¤herte sich ihnen vorsichtig, um zu hÃ¶ren, was sie sagten. Mit seinem BeschÃ¼tzergehÃ¶r verstand er jedes Wort.

Tasuki sah vertrÃ¤umt auf Kyoko hinunter, wÃ¤hrend sie spazierten. Sie war das hÃ¼bscheste MÃ¤dchen, das er je getroffen hatte, und er war verliebt in sie, seit er sie zum ersten Mal gesehen hatte. Das war noch in der Schule gewesen, aber er hatte sich schon damals entschieden. Er hoffte nur, dass sie eines Tages dieselben GefÃ¼hle fÃ¼r ihn entwickeln wÃ¼rde. Er wusste, dass sie nicht immer krank war, wie ihre Familie behauptete, aber er verschwieg es.

âKyoko, willst du heute Abend ausgehen? Ich meineâ¦â Mit einer nervÃ¶sen Bewegung wechselte Tasuki die BÃ¼cher von einer Hand in die andere. âIch sehe dich jetzt kaum noch.â Sein weicher, hoffnungsvoller Blick richtete sich auf ihre Augen.

Kyoko war nicht so sicher, dass es eine gute Idee war, gleich wieder auf ein Date zu gehen, nach allem, was in letzter Zeit in der anderen Welt geschehen war. Andererseitsâ¦ wenigstens war er normal und von ihrer Welt. Er sah so sÃ¼Ã aus, wie er mit hoffnungsvollem Blick auf sie hinuntersah. Wie konnte sie nein sagen? âIn Ordnung, kannst du mich von zu Hause abholen, heute Abend, so gegen sieben?â Sie schenkte ihm ein gewinnendes LÃ¤cheln.

Tasukis Augen leuchteten darÃ¼ber, dass er endlich bekam, was er wollte. âMit dem grÃ¶Ãten VergnÃ¼gen.â Er ergriff unschuldig ihre Hand als sie schneller liefen, um die anderen einzuholen.

Toya kochte vor Wut nachdem er gehÃ¶rt hatte, dass der Mann mit Kyoko ausgehen wollte, und sie ja sagte. Sein Blick bohrte ein Loch in den RÃ¼cken des Jungen, als sie langsam aus seinem Blickfeld verschwanden. âSie wird nicht mit ihm ausgehen, nicht heute, nie.â Er knurrte. 'Nicht, wenn ich ein WÃ¶rtchen mitreden kann.'



*****



Kyoko schaffte es, den Tag ohne grÃ¶Ãere Probleme zu bewÃ¤ltigen. Sie bekam sogar noch eine gute Note auf eine Mathe-PrÃ¼fung, was groÃartig war, nachdem sie kaum Zeit gehabt hatte, zu lernen. So wie sie zwischen den Welten hin und her wanderte, war es ein Wunder, dass sie es Ã¼berhaupt schaffte, PrÃ¼fungen zu bestehen. Es war ein angenehmes GefÃ¼hl, dass ihr grÃ¶Ãtes Problem war, was sie anziehen sollte, und wo Tasuki mit ihr hingehen wollen wÃ¼rde. Das war doch viel besser, als sich wegen DÃ¤monen Sorgen zu machen.

Sie kam immer noch gedankenverloren nach Hause und winkte ihrer Mutter und ihrem GroÃvater kurz zu, als sie auf dem Weg in ihr Zimmer an der KÃ¼che vorbeikam. Sie sah sich in den Spiegel und schÃ¼ttelte den Kopf Ã¼ber ihr Outfit, dann Ã¶ffnete sie ihren Schrank um zu sehen, was dort so hing. Kyoko zog ihr T-Shirt aus, und wollte einige ihrer Kleider anprobieren, um zu sehen, welche ihr am besten stehen wÃ¼rden.

Gerade als sie nach einem hÃ¼bschen, pinken T-Shirt greifen wollte, hÃ¶rte sie ein GerÃ¤usch. Sie schloss die SchranktÃ¼r halb, sodass sie zum Fenster sehen konnte, von wo das GerÃ¤usch gekommen war, und keuchte erschrocken, hielt das Oberteil vor ihre Brust.

Toya stand dort, genau vor dem Fenster. Er stand einfach nur da, seine Arme verschrÃ¤nkt, wie sie immer waren, wenn er nervÃ¶s war, aber seine Augen waren ruhigâ¦ zu ruhig.

Toya brach schlieÃlich das Schweigen. âKyoko, wir mÃ¼ssen gehen.â Er machte einen Schritt vorwÃ¤rts und streckte seine Hand aus, aber sie machte einen Schritt rÃ¼ckwÃ¤rts und schÃ¼ttelte den Kopf.

âNein, ich bin noch nicht bereit, zurÃ¼ckzugehen. Und du verlÃ¤sst jetzt mein Zimmer, Toya.â Sie drÃ¼ckte ihr T-Shirt fest an ihre Brust und fÃ¼hlte, wie ihre Wangen heiÃ wurden. Nach allem, was in letzter Zeit passiert war, wollte sie sich auf keinen Fall nackt fÃ¼hlen.

Toya lieÃ seine Hand wieder sinken. âWieso kannst du nicht jetzt zurÃ¼ckkommen? Alle warten auf dich.â Er stellte die Frage mit ruhiger Stimme, aber Kyoko erhielt das GefÃ¼hl, dass er damit noch etwas Anderes sagen wollte.

âIch will noch einen Tag hierbleibenâ, sagte sie und wich seinem Blick aus, konnte ihm nicht in die Augen sehen. Sie schrie erschrocken auf, als Toya plÃ¶tzlich nur Zentimeter vor ihr stand.

âWelche PlÃ¤ne hast du, die wichtiger sind, als die Talismane zu finden, und wieder zusammenzufÃ¼gen und Hyakuhei davon abzuhalten, DÃ¤monen hierher zu bringen?â, fragte er, wÃ¤hrend er noch nÃ¤her kam, sodass sie noch einen Schritt zurÃ¼ck machte.

Seine Augen blitzten gefÃ¤hrlich, aber Kyoko konnte auch noch etwas Anderes darin versteckt sehen. Er war zu naheâ¦ Ã¼berwÃ¤ltigend. Ihr Blick senkte sich auf seine Lippen und hob sich dann schnell wieder zu den silbernen Funken, die nun in seinen goldenen Augen glÃ¤nzten. Bildete sie es sich nur ein, oder kam er nÃ¤her? Oh nein! Sie wÃ¼rde nicht zulassen, dass er sie wieder zum Narren hielt.

âToya, raus hier!â Kyokos Stimme wurde lauter, und Toyas Augen wurden schmÃ¤ler. âGeh sofort hier raus und komm nicht zurÃ¼ck, auÃer wenn du eingeladen bist!â, rief sie und zeigte auf das Fenster.

Toya kam noch nÃ¤her, als Kyoko sich noch weiter zurÃ¼ckzog, diesmal bis zur Wand. âWieso kannst du mir nicht sagen, wieso du nicht gleich zurÃ¼ckgehen willst, Kyoko? Was ist so wichtig, dass du uns alle im Stich lassen willst?â

Kyoko starrte in seine goldenen Augen, jetzt wo ihre Gesichter nur noch Zentimeter voneinander entfernt waren. Er legte eine Hand an die Wand, um sie einzuschlieÃen, als er sich nach vorne beugte. Kyoko biss sich auf ihre Unterlippe. Was ging hier vor? Toya hatte sich noch nie so benommen. Da sah sie, wie er mit einem entschlossenen Ausdruck auf ihre Lippen hinunter blickte und vergaÃ plÃ¶tzlich, wie man atmet.

Er wollte nicht, dass sie auf dieser Seite des Herzens der Zeit blieb. Er wollte, dass sie sich fÃ¼r ihn entschied und nicht fÃ¼r diesen dummen Tasuki-Typen, aber bisher schien sie nicht dazu bereit zu sein. Er drÃ¤ngte sie zurÃ¼ck in die Wand, sodass sie ihm nicht mehr entkommen konnte. Es war ganz einfachâ¦ Er wollte nicht, dass sie mit Tasuki ausging. Sein Blick senkte sich auf ihre Lippen und er erinnerte sich an den Kuss, den er ihr gegeben hatte, wÃ¤hrend sie unter dem Zauber stand. Er fragte sich, ob sie ihn auch ohne den Zauber so kÃ¼ssen wÃ¼rde.

Ohne einen Gedanken an die Konsequenzen zu verschwenden, senkte Toya seinen Kopf und fing ihre Lippen in einem hungrigen Kuss ein, versuchte ihr zu zeigen, dass er nicht wollte, dass sie hierblieb, sondern, dass sie mit ihm zurÃ¼ckkam. Nachdem er es offenbar nicht schaffte, ihr das mit Worten zu sagen, drÃ¼ckte er seinen KÃ¶rper an sie, sodass sie aufstÃ¶hnte.

Toya ergriff die Chance und vertiefte den ohnehin schon fordernden Kuss, schmeckte die SÃ¼Ãe, die da war, wie er wusste. Sein KÃ¶rper fÃ¼hlte sich an, als wÃ¼rde er brennen, wÃ¤hrend er nach jedem versteckten Ort suchte, den er finden konnte. Die plÃ¶tzliche Begierde, sich selbst in sie zu bohren, kam mit seinem BeschÃ¼tzerblut an die OberflÃ¤che, versuchte, die Kontrolle zu Ã¼bernehmen. Er drÃ¼ckte seinen Oberschenkel zwischen ihre Beine und wiegte bei dem Kuss seinen KÃ¶rper an ihr, verfiel in einen Rhythmus, der ihm den Atem raubte.

GefÃ¼hle blitzten durch Kyokos KÃ¶rper und sie wusste, dass sie dies aufhalten mussteâ¦ sofort, bevor es zu weit ging. Sie drÃ¼ckte mit ihrer ganzen Kraft gegen seine Brust und hoffte, dass er diesmal nicht gegen sie kÃ¤mpfen wÃ¼rde.

Nachdem er sie mit einem Knurren losgelassen hatte, machte Toya einen Schritt zurÃ¼ck und atmete schwer, kÃ¤mpfte um seine Kontrolle. âKyoko, ich will einfach, dass du mit mir zurÃ¼ckkommst.â Seine sanft gesprochenen Worte trieften vor dem Schmerz der ZurÃ¼ckweisung. Sein Haar war vor seine Augen gefallen und verbarg jede Emotion vor ihr.

Sie trat schnell hinter die SchranktÃ¼r und nahm ein Oberteil, das sie sich schnell Ã¼berzog. Als sie wieder hervorkam, war Toya verschwunden. Kyoko seufzte, dann zuckte sie zusammen, als ihre Mutter an ihre TÃ¼r klopfte.

âKyoko, Tasuki ist hier. Ich habe ihm gesagt, er soll warten, und dass du gleich runter kommst, ja?â, erreichte sie die leise Stimme ihrer Mutter. Kyoko sah noch ein letztes Mal zum Fenster und dann wieder zurÃ¼ck in den Spiegel. Sie hob ihre Finger an ihre Lippen, die immer noch wie unter Strom standen, von so einem hitzigen Kuss. Mit einem ergebenen Seufzen schloss sie ihren Schrank und ging hinunter. Nachdem sie Tasuki im Haus nicht antraf, ging sie zur TÃ¼r und fand ihn drauÃen wartend.

Toya beobachtete, wie Tasuki und Kyoko einander begrÃ¼Ãten. Immer noch in dem Baum streckte er seine Hand ausâ¦ ergriff einen kleinen Ast und warf ihn auf Tasuki, sodass er ihn am Hinterkopf traf.

âAu!â Tasuki zuckte zusammen und griff sich dann mit der Hand auf den Hinterkopf wÃ¤hrend er sich verwirrt umsah. Nachdem er keine weiteren fliegenden Objekte sah, schaute er zurÃ¼ck auf Kyoko. âBist du fertig? Ich dachte, wir kÃ¶nnten ins Kino gehen, und dann etwas essen.â

Kyoko nickte und nahm seine Hand, als sie ihn vom Haus weg fÃ¼hrte, ehe Toya auf die Idee kam, etwas zu werfen, was ihren Freund ernsthaft verletzen kÃ¶nnte.



*****



SpÃ¤ter in der Nacht brachte Tasuki Kyoko wieder nach Hause. Sie lachten und unterhielten sich ausgezeichnet als sie bei ihrer HaustÃ¼r ankamen. âTasuki, ich kann dir nicht genug danken. Ich hatte wirklich sehr viel SpaÃ, heute.â Sie lÃ¤chelte zu ihm hoch und sah, wie glÃ¼cklich er war. Sie hatte es wirklich sehr genossen.

Tasuki machte einen Schritt auf sie zu, bis sie einander beinahe bei jedem Atemzug berÃ¼hrten. âKyoko, darf ich dir einen Gutenachtkuss geben?â, fragte er leise, denn etwas sagte ihm, dass sie wieder verschwinden wÃ¼rde.

Kyoko sah sich nervÃ¶s um und hoffte, dass niemand zusah. Sie nickte an Tasuki gewandt und dachte innerlich: 'Wieso nichtâ¦ alle anderen haben mich auch gekÃ¼sst, wieso soll ich Tasuki nicht lassen, er ist der SÃ¼Ãeste von allen.'

Sie wandte ihm ihr Gesicht zu und schloss die Augen und wartete. Als sie seine Lippen sanft Ã¼ber ihre Wange streifen fÃ¼hlte, wie er sie unschuldig kÃ¼sste, Ã¶ffnete sie schnell ihre Augen um zu sehen, wie er errÃ¶tete, als er sich bei ihr bedankte und zum Gehen wandte. Kyoko stand da und wunderte sich darÃ¼ber, wie komisch die Dinge sich doch ergaben. Die eine Person, der sie erlaubt hatte, sie zu kÃ¼ssen, gab ihr nicht einmal einen echten Kuss. Sie kicherte innerlich und drehte sich um, um ins Haus zu gehen.

Sie hatte nun ein besseres GefÃ¼hl bezÃ¼glich allem, was in den letzten beiden Tagen vorgefallen war. Sie hatte sogar wieder den Mut, wieder vor die Gruppe zu treten und so begann sie, ihre Tasche zu packen. Sie hatte Suki versprochen, dass sie einige Leckereien zu ihnen mitbringen wÃ¼rde.

AuÃerdem hatte Toya recht. Sie sollte nicht so egoistisch sein und sie alle auf sie warten lassen. Sie stopfte so viel sie tragen konnte in ihre Tasche und schrieb eine kurze Notiz an ihre Familie um sie wissen zu lassen, dass sie in die andere Welt zurÃ¼ckgegangen war und bald zurÃ¼ckkommen wÃ¼rde. Sie wÃ¼rden verstehenâ¦ wie immer.



*****



Nachdem er Kyoko gekÃ¼sst hatte, war Toya zurÃ¼ck zum Lager gegangen, wo die anderen warteten und beschloss, dass er sich keine Gedanken mehr machen wollte. Er wÃ¼rde sich keine Sorgen darÃ¼ber machen, dass sie mit diesem Tasuki aus war. Es war ihm vÃ¶llig egal. WÃ¼tend schritt er neben dem Feuer, das sie fÃ¼r die Nacht entfacht hatten, auf und ab.

Kamui betrachtete Toya unsicher und rieb sich noch immer den Kopf dort, wo Toya ihn vor wenigen Sekunden geschlagen hatte. Alles, was er getan hatte, war, zu fragen, ob es Kyoko gut gingâ¦ Toya brauchte ihn deshalb nicht zu schlagen. Suki sah hinÃ¼ber zu Shinbe und zuckte zusammen, als Shinbe irgendwie den Mut fand, zu fragen: âToya, hat sie zufÃ¤llig gesagt, wann sie zurÃ¼ckkommen wird?â

Toya drehte sich um und starrte Shinbe an. âWie soll ich das wissen? Sie redet im Moment nicht wirklich mit mir, und was mich betrifft, ist es mir egal, was sie macht.â Er schritt weiter auf und ab.

Shinbe grinste. âJa, wir sehen schon an dem Pfad, den du mit deinem nervÃ¶sen Hin- und Hergehen durch unser Lager ziehst, dass es dir egal ist.â

âHalt's Maulâ, war Toyas Antwort, denn er wusste, dass er niemandem etwas vormachen konnteâ¦ nicht einmal sich selbst. Wenn er wÃ¼sste, dass sie ihn nicht zurÃ¼ckweisen wÃ¼rde, wÃ¼rde er ihr sofort sagen, was er fÃ¼r sie fÃ¼hlte. Im Moment war das, was ihm wirklich Sorgen bereitete, die Tatsache, dass er sie ganz verlieren kÃ¶nnte. Das machte ihm viel mehr Angst, als alle DÃ¤monen.

Er hÃ¶rte mit seinem Auf- und Abgehen auf, als er den Pfad sah, den Shinbe gerade erwÃ¤hnt hatte, und seufzte. Er hatte es noch nie wirklich laut ausgesprochen, oder auch nur in seinem Kopf, aber Kyoko ging ihm unter die Haut und es machte ihn verrÃ¼ckt. Toya ging schnell davon, um beim Schrein nachzusehen, ob sie schon zurÃ¼ck war.



*****



Kyoko kam so schnell aus dem Zeitportal, dass sie durch ihren schweren Rucksack ihr Gleichgewicht verlor. Gerade bevor sie fiel, streckte sich eine Hand nach ihr aus und hielt sie fest. Kyoko blinzelte hoch zu Kyou, der fÃ¼rstlich wie ein Prinz dastand und im Mondlicht leuchtete. Wieso tauchte er immer wieder auf diese Art auf?

Mit einem nervÃ¶sen Schritt rÃ¼ckwÃ¤rts schluckte sie unsicher. âKyou, was machst du hier?â Die Sache, mit den Leuten, die sie Ã¼berall beschlichen, geriet langsam auÃer Kontrolle.

Kyou betrachtete die Emotionen, die Ã¼ber ihr Gesicht flimmerten und sah Verwundern und eine Spur Angst in ihren Augen. Er wusste, dass sie Angst vor ihm hatte, und es machte ihm nichts aus, solange es nur eine leise Angst war, denn er wÃ¼rde sie nicht verletzen. Er wÃ¼rde ihr das langsam beweisen.

Ohne sein Gesicht von ihr abzuwenden, schielte er hinÃ¼ber zur Jungfernstatue und wieder zurÃ¼ck zu ihr. âWieso bist du zurÃ¼ckgegangen, wenn du weiÃt, dass der SchÃ¼tzende Herzkristall noch hier ist?â Seine Stimme war weich.

Kyoko biss sich auf die Lippe. Sie wollte wirklich nicht, dass jemand das wusste. âIchâ¦ ich warâ¦ ich schÃ¤mte mich.â Aus irgendeinem Grund konnte sie ihn nicht anlÃ¼gen, wÃ¤hrend sie in diese goldenen Augen starrte.

âEs ist gut, dass du mich nicht anlÃ¼gst, Priesterin.â Kyous Stimme klang fast verfÃ¼hrerisch und Kyoko fÃ¼hlte, dass sie versuchte, sie zu ihm hinzuziehen. Wie wusste er, dass sie darÃ¼ber nachgedacht hatte, zu lÃ¼gen? Sie wusste, dass er sie nicht verletzen wÃ¼rde. âDu solltest nie das GefÃ¼hl haben, dass du mich anlÃ¼gen musst. SchlieÃlich, bin ich nicht auch einer deiner BeschÃ¼tzer?â

'Und schon wieder', dachte sie. 'Es ist, als wÃ¼rde er meine Gedanken lesen.' Ihre Augen wurden ein wenig grÃ¶Ãer, als sie ihn beobachtete. Sie versuchte, nicht daran zu denken, aber die Erinnerung sprang einfach in ihren Kopf. Der Kuss, den sie geteilt hatten, als sie unter dem Liebeszauber gestanden hatte. Kyoko konnte ihren Blick nicht von ihm losreiÃen, als sie sich daran erinnerte, wie er schmeckte, und wie er sie gehalten hatte, mit seinem Oberschenkel zwischen ihren Beinen.

Sie fÃ¼hlte, wie bei der Erinnerung ein heiÃer Blitz durch sie fuhr und sie errÃ¶tete, als sich ihr Blick auf seine perfekten Lippen senkte. Sie keuchte, als er seine HÃ¤nde ausstreckte und sie in seine Arme nahm, diese magischen Lippen auf ihre drÃ¼ckte, in einem Kuss, der ihr den Atem raubte. Sobald sie begann, ihn zu erwidern, lieÃ er sie los und sie sah hoch und erkannte, wie seine Augen einen dunklen, goldenen Ton angenommen hatten.

âWieso machst du das, Kyou?â, fragte sie mit zitternder Stimme. âDu kennst mich doch nicht einmal richtig, und magst mich noch weniger. Du hast sogar versucht, mich zu tÃ¶ten, als ich das erste Mal mit dem SchÃ¼tzenden Herzkristall hierher kam. Du sagtest, dass ich nur ein Mensch war, und unwÃ¼rdig. Also wieso machst du das jetzt?â

Im Handumdrehen hatte Kyou sie, hob sie hoch, sodass sie gerade in seine Augen sehen konnte. âWenn ich wollte, dass du tot wÃ¤rstâ¦ dann wÃ¤rst du tot.â

Kyoko fÃ¼hlte, wie ihr Herz in ihrer Brust hÃ¤mmerte. Sie schaute in seine normalerweise so emotionslosen Augen und dachte, dass sie dort eine Emotion aufflimmern sah, aber er versteckte sie schnell wieder.

WÃ¤hrend er sie noch fester in seine Arme zog, schalt Kyou: âGlaub nicht, dass du weiÃt, was ich fÃ¼hle.â Seine Lippen streiften Ã¼ber ihre Wange sodass sie seinem Charme nur noch mehr verfiel. Er wÃ¼rde die Flammen, die in ihr vergraben waren, zum Lodern bringen, bis sie es nicht mehr ertragen konnte. âBald wirst du sehen, wie sehr ein BeschÃ¼tzer lieben kann.â

Damit machte er sich Ã¼ber ihre Lippen her, gab ihr einen weiteren Kuss, der ihre Seele vor Lust entflammteâ¦ oder war es reine Begierde? Er lieÃ ihre Lippen los und streichelte mit einer Hand mit federleichten BerÃ¼hrungen ihre Wange.

Kyoko war Ã¼berrascht, dass so ein mÃ¤chtiger Herr der BeschÃ¼tzer, der fÃ¤hig war, so viele zu tÃ¶ten, so sanft sein konnte. Wann hatte sie begonnen, Kyou in einem anderen Licht zu sehen? Sie sah fragend zu ihm hoch, wollte wissen, was ihn verÃ¤ndert hatte.

âWas willst du von mir, Kyou?â, fragte sie flÃ¼sternd.

Als seine Finger durch ihr Haar glitten, ergriff er eine Handvoll davon und legte seine Wange neben die ihre, flÃ¼sterte in ihr Ohr: âAlles, was du bist, werde ich haben.â

Sein Atem strich heiÃ Ã¼ber ihre Haut und es fÃ¼hlte sich so gut an. Kyoko schloss ihre Augen und seufzte.

Die Andeutung eines LÃ¤chelns erschien, um Kyous Lippen zu schmÃ¼cken, als er zusah, wie sie ihre Augen schloss, aber das LÃ¤cheln verblasste, als er einen Geruch wahrnahm, der sich nÃ¤herte. Er setzte sie auf die Kante eines der Steine um die Jungfernstatue. Ohne ein weiteres Wort lieÃ Kyou sie verwirrt dort sitzend zurÃ¼ck, wissend, dass Toya sie finden wÃ¼rde, wÃ¤hrend sie sich noch nach ihm sehnte.

Kyoko war immer noch wie weggetreten als Toya auf die Lichtung trat. Er knurrte tief als er goldene Federn um sie herunter regnen sah. Seinen Blick nur auf sie gerichtet, nÃ¤herte er sich langsam. Sie sah aus, als wÃ¤re sie im Halbschlaf. Toya zog seine Augenbrauen zusammen und schaute warnend hoch zum Himmel. Kyou spielte ein gefÃ¤hrliches Spiel, und das gefiel ihm nicht.

Er wusste, Kyou wollte ihn nur reizen, indem er kam und ging wie es ihm passte. Er verstand, wieso Kyou sich nicht gefÃ¤hrdet fÃ¼hlte, wenn er bei Kyoko war. Tadamichi hatte vor so langer Zeit versucht, Hyakuhei dazu zu bringen, die Priesterin zu teilen, und Toya wusste, dass Kyou so dachte, aber er wollte Kyoko nicht teilen, nicht mit ihm und auch mit sonst niemandem. Und er meinte zu wissen, dass Kyoko das auch nicht wollen wÃ¼rde.

âIch habe sie zuerst geliebtâ, beichtete Toya leise, wissend, dass sie ihn im Moment nicht hÃ¶rte. âKyou und seine verdammten Zauber.â Er streckte die Hand aus, um ihre Wange zu berÃ¼hren, aber noch ehe er sein Ziel erreichte, ballte sich die Hand zur Faust und sank wieder hinunter.

Stattdessen griff er nach Kyokos Rucksack und half ihr, vom Felsen zu klettern. Er ergriff ihre Hand und fÃ¼hrte sie zum Lager ohne, dass ein Wort gesprochen wurde. Bald, dachte Toya, sehr bald mÃ¼ssen wir redenâ¦ und dieses Mal wÃ¼rde sie ihm, verdammt noch mal, zuhÃ¶ren.










Kapitel 6 "Mehr als Eifersucht"


Kyoko hatte immer noch ein GefÃ¼hl, als wÃ¤re sie in einer Trance, aber die GefÃ¼hle, die sie erfuhr, waren so schÃ¶n, also war es ihr ziemlich egal. Was machte Kyou hier? Es war als obâ¦ er Schritt fÃ¼r Schritt an etwas GroÃem baute, sie auf etwas vorbereitete. Entweder das, oder er machte sie lÃ¤ufig.

Kyoko schielte auf ihre Hand hinunter. Sie hielten einander an der Hand? Sie folgte dem anderen Arm mit ihrem Blick bis sie Toyas Gesicht sah. Toya hielt ihre Hand? Sie lÃ¤chelte. Dann fragte sie sich lahm: 'Wann ist er aufgetaucht?' Sie schÃ¼ttelte ihren Kopf, um den verbleibenden Nebel wegzublasen und schaute Toya verwirrt an. Seine Augen sahen ein wenig weicher aus als zuvorâ¦ und besorgt.

âToya, was geht hier vor? Wieso habe ich das GefÃ¼hl, dass ich aus einem dichten Nebel komme, oder so?â Als er nicht antwortete, zog Kyoko ihre Hand zurÃ¼ck, sodass Toya sie entweder loslassen, oder ihre Frage beantworten musste.

Ihr weiterhin den RÃ¼cken zugewandt, lieÃ er ihre Hand los und machte einen weiteren Schritt, aber beim nÃ¤chsten hielt er an. âKyoko, ich denke, wir sollten warten, ehe wir diese Unterhaltung fÃ¼hren.â Toya drehte sich nicht um, um es zu sagen. Er glaubte nicht, dass er ihr im Moment in die Augen sehen konnte, als er bemerkte, wie sich ihre Launen schnell Ã¤nderten.

Er musste mit ihr Ã¼ber ihn und Ã¼ber seinen Ã¼berheblichen Bruder reden, aber im Moment, so groÃ wie seine Eifersucht war, war er nicht sicher, ob er sich genug unter Kontrolle hatte. âKomm.â Toya versuchte, verÃ¤rgert zu klingen, damit sie ihn nicht drÃ¤ngen wÃ¼rde.

Kyoko wollte nicht so einfach aufgeben, schlieÃlichâ¦ redeten sie Ã¼ber sie, und sie brauchte Antworten. Das Allerletzte, was sie jetzt brauchte, war, sich wieder zum Narren zu machen und es nicht einmal zu wissen. âToya, wieso ist Kyou hinter mir her?â

Sie sprach leise, aber die Worte klingelten in Toyas Ohren wie eine gefÃ¤hrliche Drohung. Er knurrte leise bei dem Gedanken daran, dass Kyou Kyoko wollte, und sie stand einfach nur da und wartete darauf, dass er ihr antwortete.

UnfÃ¤hig, die Begierde, die unter seiner Haut pochte, zu bekÃ¤mpften, drehte Toya sich um und zog sie in seine warme Umarmungâ¦ dann, ebenso schnell lieÃ er sie wieder los, machte einen Schritt zurÃ¼ck und lieÃ schweigend seinen Kopf hÃ¤ngen.

âMÃ¼ssen wir jetzt darÃ¼ber reden?â Toya schielte zu ihr hoch, nur um dann schnell ihrem neugierigen Blick wieder auszuweichen.

Kyoko seufzte. âDas ist es, wovor ich Angst hatte, du Idiot. Du kannst mir nicht einmal mehr in die Augen sehen. Du hast den Kuss so gehasst, dass du jetzt nichts mehr mit mir zu tun haben willst, nicht wahr?â, sie ballte ihre FÃ¤uste an ihren Seiten und hob ihr Kinn trotzig. âNun, mir ist es egal, was du von mir denkst. Nur weil du mich nicht kÃ¼ssen willst, bedeutet das nicht, dass andere esâ¦â

Bevor sie Ã¼berhaupt wusste, was geschah, wurde sie in Toyas Armen fast zerquetscht und seine Lippen fielen wild Ã¼ber ihre her. Sie klammerte sich mit den Fingern in seinem Haar fest, um zu verhindern, dass ihre Beine unter ihr nachgaben.

Er wollte sie, so sehr, dass es manchmal selbst beÃ¤ngstigend war. Toya versuchte, sich wieder unter Kontrolle zu bekommen. Es war nur, dass, als sie erwÃ¤hnte, dass andere sie kÃ¼ssen wollten, wollte er sie all die anderen KÃ¼sse vergessen lassen. Er lieÃ ihre Lippen wieder los, ihre Blicke trafen sich zu einem stillen Krieg und eine Welle des Besitzen Wollens rollte Ã¼ber ihn.

âKyoko, ich mag es, dich zu kÃ¼ssen.â Sein Blick senkte sich wieder zu ihren rosigen Lippen, die er gerade in ihre Freiheit entlassen hatte.

Kyoko fÃ¼hlte, wie ihr Herz zu Toya hingezogen wurde, ihn brauchte. Egal was geschah, sie konnte nie lange wÃ¼tend auf ihn sein. Sie betrachtete seine goldenen Augen und sah das Silber, das dort glitzerte, um Vorherrschaft kÃ¤mpfte, aber etwas lieÃ ihre Sinne kribbelnâ¦ zeigte ihr, dass sie nicht alleine waren.

Toya fÃ¼hlte, wie Kyoko sich anspannte, und dachte, dass es war, weil er ihr gesagt hatte, dass er sie gerne kÃ¼sste, bis er fÃ¼hlte, dass sie sich zurÃ¼cklehnte und hinter ihn blickte. Er lieÃ sie los und drehte sich schnell um, wusste nicht, was er zu erwarten hatte.

Schatten in der Dunkelheit nahmen mit verzerrten Bewegungen Gestalt an. âSchattendÃ¤monen? Hier?â, flÃ¼sterte er. Gerade als er die Worte ausgesprochen hatte, begannen die Schatten zu fliehen, als wollten sie ihn herausfordern, ihnen zu folgen.

âGeh zurÃ¼ck zum Lager, zu den anderen, wo du in Sicherheit bist.â Er zeigte in die Richtung des Lagers und rannte durch den Wald los, wollte die Spur nicht verlieren. Er konnte nur zwei von ihnen fÃ¼hlen, aber es war trotzdem kein gutes Zeichen, dass sie Kyoko nachspionierten. Dadurch fragte er sich, ob Hyakuhei nÃ¤her war, als sie alle dachten.

Kyoko hatte keine Zeit, etwas zu sagen, bevor er aus ihrer Sicht verschwand und so ging sie los in Richtung des Lagers, dachte, dass er vielleicht nicht in ihrer NÃ¤he sein wollte. SchlieÃlich waren es nur zwei niedrige SchattendÃ¤monen und in so einer geringen Anzahl waren sie einfach harmlos.

âIst schon gut!â, beschwerte sich Kyoko leise. âSchon in Ordnungâ¦ NÃ¤chstes Mal, wenn er auch nur daran denkt, mich zu kÃ¼ssen, schlage ich ihn nieder.â Sie klebte ein LÃ¤cheln auf ihr Gesicht, wÃ¤hrend sie zum Lager zurÃ¼ckging.

Kamui war der erste, der Kyoko sah, und rannte zu ihr, zog sie in eine wohlige Umarmung. âSeht Leute, Kyoko ist zurÃ¼ck!â Er gab ihr einen Kuss auf die Wange und zwinkerte ihr zu.

Suki lÃ¤chelte, glÃ¼cklich zu sehen, dass sie endlich zurÃ¼ck war, aber Shinbe zog seine Augenbrauen zusammen, als er den Kuss sah, den Kamui sich erschummelt hatte. Was, zum Teufel, dachte sich der Junge dabei? Toya wÃ¼rde ihn umbringen.

âEs tut mir leid, dass ihr so lange auf mich warten musstet, aber jetzt bin ich zurÃ¼ck und ich mache mir keine Gedanken mehr wegen dem, was passierte, also keine Sorge, ja? Oh, und ich habe einige Leckereien mitgebracht.â Sie stellte ihren Rucksack vor sich ab und begann, darin herumzuwÃ¼hlen, gab jedem seine Lieblingsspeise.

Sie alle saÃen da, lÃ¤chelten und verzehrten die SÃ¼Ãigkeiten und tranken Limo als hÃ¤tten sie absolut keine Sorgen. Alle, auÃer Shinbe, der in Richtung Wald starrte und sich fragte, was so wichtig war, dass Toya dafÃ¼r von Kyokos Seite wich.



*****



Toya folgte den beiden SchattendÃ¤monen, wissend, dass sie ihn absichtlich von den anderen weg fÃ¼hrten. Es war ihm egal, wenn es eine Falle war, er hoffte fast daraufâ¦ mit der Laune in der er sich befand. Als er sah, dass die SchattendÃ¤monen genau vor ihm im Boden verschwanden, blieb Toya ruckartig stehen und knurrte.

Ehe er etwas tun konnte, nahm der Wind so stark zu, dass es nur eines bedeuten konnte: Amni, Hyakuheis StubendÃ¤mon, der die FÃ¤higkeit hatte, Windmagie zu verwenden, steckte dahinter. âZeig dich, du Mistkerl.â

Amni schwebte vom Himmel herunter, wÃ¤hrend die Winde um ihn wirbelten, seinen Befehlen gehorchten. Seine Lippen zeigten die Andeutung eines LÃ¤chelns, wÃ¤hrend sein langes Haar in der Brise wogte, als der Wind sich wieder verlangsamte.

âDie Priesterin macht dich schwach, BeschÃ¼tzer.â Amni ergriff sein Windschwert und kippte die Spitze nach unten, wodurch er einen mÃ¤chtigen WindstoÃ vor Toyas FÃ¼Ãe schleuderte, sodass Staub, BlÃ¤tter und Zweige in sein Gesicht stoben. âOder sind es ihre Lippen, die dich schwach machen?â Neckte er, denn er wollte Toyas gesamte Aufmerksamkeit, fÃ¼r das, was er zu sagen hatte.




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